Eine Form von Multitasking.
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Heute muß so viel parallel gemacht werden! (Aber selbst in der EDV war das am Anfang eher eine Schwindelei, Stichwort „preemptives Multitasking” …)
Früher™ nannten wir das noch gleichzeitig. Und so vieles kann nicht gleichzeitig erledigt werden, wenn es nicht so eingeübt ist, daß da sozusagen Automatismen ablaufen. Als Beispiel nenne ich meine Mutter: Die konnte strickend fernsehen, sich dabei mit dem auf ihrem Brillenbügel sitzenden Wellensittich beschäftigen und dem Vater Anweisungen geben! Bis auf das Gestrickte allerdings …
Gleichzeitig mehrere Dinge zu erledigen fällt mir ziemlich schwer. Ganz im Gegenteil versinke ich oft so tief in dem, was mich gerade beschäftigt, womit ich mich gerade befasse, daß andere Reize nicht zu mir durchdringen. Die, die es tun, müssen wirklich extrem aufdringlich sein. Ja, bei mir zuhause dudelt oft Musik „im Hintergrund”, sie ersetzt das Menschengeräusch, das mir häufig die Konzentration auf eine Sache, beim Schreiben erleichtert. Ich höre weder das eine noch das andere, aber eine plötzliche Stille bemerke ich. Und doch sage ich, daß auch das, Musikhören und Schreiben, nicht gleichzeitig, nicht parallel von mir getan werden kann.
Nur in Ausnahmefällen versuche ich deshalb, während eines Telefongespräches schnell etwas im Netz zu recherchieren; jedenfalls fällt das zumeist auf, weil ich eben nicht nur abgelenkt erscheine, sondern auch bin. Das behagt mir selbst nicht – ich möchte niemanden um meine Aufmerksamkeit betrügen.
Ich bin auch nicht wirklich in der Lage, etwas schnell mal nebenher zu erledigen. Daran hindert mich mein Ehrgeiz, Dinge so zu erledigen, daß ein gutes Ergebnis entsteht. Nicht das beste, nein, dazu reichen meine Fähigkeiten und mein Geschick nicht aus. Aber ein gutes Ergebnis. Das ja meist ausreicht. Das will ich schaffen. Und in bewußt parallel auszuführenden Prozessen bin ich dazu nicht in der Lage.
Erinnerung des Tages:
Heute beim Kaffeemahlen mit der alten Handmühle. Ich durfte noch vor der Einschulung bei meiner Großmutter Kaffe mit der Hand mahlen und auch aufbrühen. Das roch gut und war etwas, das mich stolz machte.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 27. März 2025 war ich zufrieden mit dem abgeholten Fliewatüüt, mit der Hilfe (die ich leisten konnte), mit gepacktem Krempel.
© 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Hallo Emil, Multitasking … ja, ich kann mich noch gut erinnern, an die Zeit, als dieses Wort in aller Munde war. Anscheinend war es aber vor meiner Zeit, 1965, als dieses Wort zum ersten Mal in einem IBM-Artikel erwähnt wurde. Bei mir kam es so Anfang der 90er an bzw nahm ich diesen Begriff erstmals bewusst wahr. Damals war ich noch ziemlich jung und was war ich stolz, vermeintlich auch eine Multitasking-fähig zu sein. Vermeintlich „gleichzeitig“ hörte ich Radio, schrieb (damals schon auf einem PC) einen Brief, hatte die Kunden im Auge usw. Später, als der Begriff „Burn-Out“ mich traf, sah ich einen Beitrag im TV über Multitasking. Forscher hatten festgestellt, dass „Multitasking“ iSv „gleichzeitig etwas tun“ rein gehirntechnisch nicht möglich ist. Es ist so, dass das Gehirn, wenn wir etwas vermeintlich gleichzeitig tun, ständig zwischen den Komponenten switcht. Das wiederum geht auf Kosten der Konzentration und effektiven Ausführung einer Aufgabe bzw verlangsamt unser Tun. Durch meine Ambitionen in diese Richtung wurde mir bewusst, dass die Forscher recht hatten. Meine Beobachtung war, dass man eine annähernde Gleichzeitigekeit im Tun nur dann erfahren kann, wenn zur selben Zeit zwei verschiedene Sinne angesprochen werden. ZB, Denken und etwas manuell Tun, ich denke da an einfaches Stricken und Hörbuch hören. Das Wort „Multitasking“ habe ich aber als massive Überforderung gespeichert, weil das auch in meiner aktiven Zeit eingefordert wurde und es trug bei mit dazu bei, mich später dann in einem massiven Erschöpfungssyndrom (landläufig als „Burn-Out“ bezeichnet) wiederzufinden.
Danke, jedenfalls für das Ansprechen dieses Themas.
Haben Sie einen guten Tag.
LG Morea Dark
Das preemptive Mulitasking war ein Zeitscheibenverfahren, daß die Technik so aussehen ließ, als könne sie … Kam mit Windows NT und Win95 gaaaaaanz groß raus.
Als „gutes” Beispiel für die Unmöglichkeit des (bewußten) Multitaskings beim Menschen sehe ich immer das (Auto-)Fahren: Wären da nicht so viele Vorgänge automatisiert (unbewußt ausführbare Routine), dann würde das im Chaos enden.
Danke für diese Worte.