362–2024: Endlich

Einige Überlegungen vor dem Jahreswechsel.

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Einstein soll gesagt haben:
„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.”
(Ja, es gibt begründete Zweifel an genau seiner Urheberschaft. Und selbst das unendliche Universum hat Grenzen, ein Ende, und ist dennoch unendlich …)

Ich erlebe gerade wie viele eine Endlichkeit. Die eines Jahres. Es geht auf sein Ende zu, hat nur noch vier (wenn ihr hier erst nach Mitternacht lest: drei) Tage. Für viele wird es wieder Zeit für einen Rückblick, manche möchten dieses Jahresende für einen Abschluß nutzen. Aber: Das, was da kommt, ist doch nur immer wieder ein neuer Tag. Einer, an dem es sich für jeden von uns Menschen „lohnt” aufzustehen? Das halte ich für einen ausgemachten Humbug.

Lohnen. Was soll das denn in diesem Zusammenhang heißen? Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, daß das nicht immer geht. Ich bin aufgestanden, obwohl ich es nicht wollte, obwohl ich wußte, daß an einem Tag nichts Gutes und gleich gar nichts Besseres geschehen wird, als daß ich weiterleben muß (ja, so schlimm war es wirklich). Da war in mir weder Kraft noch Hoffnung, wirklich nicht, wochenlang.

Wenn ich aufstehe, dann um zu leben. Ein paar Stunden, einen nächsten Tag. Immer und immer wieder. Eine Woche ist ein langer Zeitraum. Ein ganzer Monat, ein ganzes Jahr: am Anfang unüberschaubar lang, im Rückblick oft schnell, manchmal zu schnell vorbei. Da ist es wie mit der Stunde des Wartens: Die ist viel länger als die zwei, drei Stunden, die man sich trifft. Ich weiß, daß es auch andersherum sein kann, keine Sorge. Aber auch da schon zeigt sich, daß Zeit nicht immer gleich abläuft, nicht für uns Menschen, zumindest nicht für mich.

Und ja, ich frage mich, wo dieses Jahr 2024 hin ist. Besonders die zweite Jahreshälfte hätte gut und gern doppelt oder dreimal so lang sein können. War es aber nicht, und im Rückblick ist das gut so. Weihnachten 2025 ist noch unendlich weit entfernt, und es wird dann wie immer viel zu plötzlich und völlig unvorhersehbar da sein. Ich weiß.

Andererseits: Es ist gut, daß vieles endlich ist. Und tröstet mich auch oft.

 

Erinnerung des Tages:
Ich verbrachte nur zwei Jahreswechsel nicht an einem Wohnort meiner engeren Famile: Einmal war ich in Prora, einmal in Erfurt, sonst immer zuhause oder bei den Schwiegereltern.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 27. Dezember 2024 mit entgegengebrachtem Verständnis, mit dem ausgelesenen ersten von vier Bänden „Otherland”, mit getroffenen Vorbereitungen für die nächsten Tage.

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Über Der Emil

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3 Kommentare zu 362–2024: Endlich

  1. piri sagt:

    Wenn ich aufstehe, dann um zu leben.

    Das ist so wahr! Leben um des Lebens Willen leben wir, egal was ist und kommt – leben!

  2. Gudrun sagt:

    „Es ist gut, dass vieles endlich ist.“ Ja. Ich hatte mir mal angewöhnt zu sagen wenn etwas brenzlig wurde: „Es geht vorbei.“ Das hat geholfen, ruhig zu bleiben, meistens jedenfalls.
    Ach Emil, ein bisschen Weihnachten ist ja noch und ich drücke dir die Daumen, dass du noch ein bisschen Schnee bekommst.

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