261–2024: Selbstbild

Zufall, daß ausgerechnet auf der ersten Seite …

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Letzthin setzte ich mich an meinen Schreibplatz und nahm eine der Schreib­un­ter­lagen zur Hand. Auf denen finden sich DIN-A4-große Seiten, die mir normalerweise zum Schreiben viel zu groß sind. Doch ich mag dieses Papier nicht einfach weg­wer­fen oder weggeben, ich möchte es trotzdem benutzen – und so begann ich einfach drauflos­zu­schrei­ben. Und auf der ersten beschriebenen Seite fand sich dann das:

 

 

Manche Ereignisse in meinem Leben hätten sicher einen anderen Menschen aus mir machen sollen. Doch hatte ich immer Angst, meiner Meinung nach für mich charakteristische Gewohnheiten abzulegen, diejenigen also, an dene ich mich selbst zu erkennen glaubte. Denn ich hatte und habe Angst, mich zu verändern, obwohl ich ganz genau weiß: Vom Augenblich der Geburt an (ver-)​änderte ich mich andauernd; und jetzt noch passe ich mich stets und ständig an, ganz gleich, für wie unangepaßt ich mich und mein Leben auch halte.

 

 

So denke ich über mich, wenn ich ziellos drauflosdenke. Solche Sentenzen – obwohl, das da ist ja nicht wirklich eine Sentenz, die bestünde nach landläufiger Meinung ja nur aus einem einzigen Satz – schaffe ich nicht, wenn ich mich mit einem bestimmten Denkziel hinsetze.

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich brachte heute insgesamt 135 Bücher in zwei verschiedene Öffentliche Bücherschränke #publiclibrary – würde ich so weitermachen, hätte ich Mitte Oktober alle Bücher weggegeben.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 17. September 2024 mit drei ausgeräumten Schrankfächern, mit 135 weg­ge­brachten Büchern, mit einer geweckten Hoffnung.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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Ein Kommentar zu 261–2024: Selbstbild

  1. Elvira sagt:

    Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: „Sie haben sich gar nicht verändert.“ „Oh!“ sagte Herr K. und erbleichte.
    Bertolt Brecht

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