Das hier sind wirklich nur meine eigenen Gedanken und Erfahrungen.
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Selten geworden ist sie, die Lauterkeit in der Begegnung von Mensch zu Mensch. Ist der Begriff überhaupt noch bekannt in anderen Zusammenhängen als in dem mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG)? Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Lauterkeit der Begriff, mit dem ein faires, ehrliches, unvoreingenommenes und offenes Verhalten frei von anderen (verborgenen, egoistischen, schändlichen) Absichten bezeichnet wird. Selbst ich ertappe mich allerdings immer häufiger dabei, einem Gegenüber zu mißtrauen, unlautere Absichten zu unterstellen, zu vermuten: Wo ist der Haken?
Nicht ganz unschuldig daran sind die Plätze im Internet, an denen ich kommuniziere und konsumiere. Einige der bekanntesten meide ich: Fakebock, Insdakram, DickDock … Beim ehemaligen Twitter – das ich jahrelang als einen meiner Hauptkommunikationskanäle, als den Hauptkommunikationskanal nutzte, bin ich nur noch wegen dreier Personen unterwegs, fast ausschließlich lesend. Dort fiel mir vor einiger Zeit diese Entwicklung zuerst überdeutlich auf: Was mißverstanden werden kann, wird mißverstanden, und was unmißverständlich ist, wird umgedeutet.
Im Fediversum sind mittlerweile (wahrscheinlich deshalb erst jetzt, weil ich meine Blase recht „sauber” halte) ähnliche Tendenzen erkennbar. Immer wieder fällt mir unlauterer Umgang miteinander auf. Und was ich für noch bedenklicher halte: Auch im realen Leben fehlt Lauterkeit, gibt es oft nur noch Schwarz und Weiß, wird aufeinander eingehackt, sobald Fakten (Ja!) oder eine andere Meinung von der eigenen Meinung auch nur abzuweichen scheinen, werden sofort böse Absichten unterstellt. Das ist eine (stattgefundene) Entwicklung, die mir absolut nicht gefällt. Das ist etwas, das ich vermeide, so gut ich es vermeiden kann. Ich glaube an das Gute im Menschen und unterstelle daher auch Lauterkeit, nehme also an, daß Menschen fair, offen und ehrlich sein wollen und sind. Und dennoch (siehe erster Absatz, letzter Satz) …
(In diversen Nachschlagewerken wie z. B. Wikipedia finden sich Artikel über Lauterkeit, Lauterkeitsrecht und Läuterung – ihr findet sie bei Interesse sicher selbst.)
Erinnerung des Tages:
Gleich nach der Grenzöffnung hing in meinem Trabant P601 Kombi ein Duftbaum – keine zwei Tage und dann nie wieder. Brrrrr.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 20. August 2024 mit den Worten am Morgen, mit einem kleinen Geheimnis über den Tag, mit einem Kilogramm Trauben (die waren plötzlich aufgegessen).
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Auf der Plattform mit dem blauen Vogel war ich auch lange unterwegs und habe genau das erlebt und empfunden, was du beschreibst. Ich habe mich dann von dort verabschiedet. Warum sind einige Menschen so (geworden)? Irgendetwas muss irgendwann in nicht ganz so ferner Vergangenheit geschehen sein. Etwas ist verschwunden und etwas Neues erschienen. Etwas, dass Misstrauen schürt. Ich neige leider auch dazu, in erster Linie den Menschen zu glauben. Und ja, einige negative Erfahrungen blieben mir persönlich auch nicht erspart. In den wenigen Jahren, die mir vielleicht noch vergönnt sind, möchte ich mich nur mit Menschen umgeben, die mir gut tun und denen ich gut tun kann. Auch wenn ich die Welt mit all ihren wahren oder unwahren Nachrichten nicht ignorieren kann, versuche ich doch, mich nicht anstecken zu lassen von dem, was gerade geschieht und was auch ich nicht benennen kann.
Auf unsere kleinen Blasen!
Irgendwas in den letzten 30 Jahren. Aber was genau?