Ein ganz anderer Blick auf Idole.
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Um manches Buch lesen zu können, brauche ich in mir ein bestimmtes Klima, eine Atmosphäre, eine Einstellung; da müssen Kopf und Herz offen sein für das, was im Buch zu finden ist. Oft genug spüre ich, daß es nicht oder noch nicht paßt und lege Bücher wieder zur Seite; wenn es nicht mehr paßt, lasse ich sie frei.
Jetzt endlich (also: seit drei Tagen), jetzt endlich kann ich dieses Buch lesen, das mir schon vor längerer Zeit zugeschickt wurde (ganz herzlich danke dafür). Ich brauchte viel Zeit für die wenigen Seiten, sehr viel Zeit. Denn: Aus einer ganz anderen Perspektive wird in ihm auch auf zwei Menschen geblickt, die für mich immer Idole waren. Ich lese, daß es an ihnen auch häßliche Seiten gab, auch charakterlich, und auch schwere Krankheiten. Sicher bin ich mir, daß die beiden Menschen (beide schon vor Jahren verstorben) trotz dieses Buches weiter Idole bleiben werden. Für mich. Vor allem wegen ihrer Werke. Ich wußte ja immer, daß es Menschen sind. Vollkommene Menschen ganz ohne Fehler gab es wohl noch nie und wird es nicht geben können. Verstörend sind die gelesenen Dinge dennoch.
Es ist für mich nicht einfach zu lesen, was beider Sohn Erwin Berner (eigentlich: Erwin Strittmatter-Berner) auch über seine Mutter Eva Strittmatter und seinen Vater Erwin Strittmatter schreibt.
Erwin Berner: Erinnerungen an Schulzenhof. Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin 2016, ISBN 978-3-351-03615-7.
Erinnerung des Tages:
1989 oder 1990 sah ich auf einem der ersten Privatfernsehsender eine Serie „Die Schöne und das Biest” (New York, unterirdische Locations). (Huch, der Satz verschwand zwischen Fertigstellen und Veröffentlichung des Textes.)
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 26. Mai 2024 mit dem (mühsamen) Lesefortschritt, mit der Zeit auf dem Hansefest, mit dem heute hier eingezogenen Plüschigel mit dem wundervollen Namen „Martin Schnuffi Winkfried Piekso von Stachelhausen der Dritte Edgar” (kurz Winkfried).
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


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Das war bei mir nicht ganz so in der Kindheit und Jugend. Ich hab damals Zeug gelesen, das mich interessierte (Immanuel Kant zum Beispiel) …
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„Der kleine Hobbit” war auch sehr früh dabei und Lieselotte Welskopf-Heinrich (die DDR-Indianerbücher).
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Bei mir stapeln sich Bücher auf dem Tisch und im E-Reader. Bücher, die ich unbedingt haben musste, entweder des Inhalts wegen oder, auch das kommt nicht selten vor, weil sie wunderschön sind. Schön in ihrer Gesamtheit, sehr oft mit hervorragenden Zeichnungen. Und da liegen sie dann und warten darauf, dass ich endlich mal wieder eintauchen kann in das geschriebene Wort. Das fällt mir seit langer Zeit sehr schwer.
Lesen geht bei mir immer, hab ja immer mehrere Bücher gleichzeitig in der Mache. Und die meisten Bücher nehme ich mit, weil mich ihr Äußeres anspricht (u. a. auch die Typographie) …
Liebe Emil, behalte deine Idole. Wir haben doch auch Eigenschaften und Erlebnisse, die wir nicht ausschwatzen. Andere würden das tun und sie meinen eigentlich nicht die Person, über die sie schreiben. Sie meinen sich selbst.
Liebe Grüße von nebenan.
Sie bleiben Idole für mich. Und ihr Schaffen behält seinen Wert für mich.
Außerdem … Was ich lese ist, was ein einzelner Mensch schreibt.