Es wiederholt sich, immer und immer wieder.
To get a Google translation use this link.
Da war es wieder, heute: das „kreativ Dasitzen” und auf irgendetwas warten. Auf Ideen, Worte, Sätze, Satzanfänge wenigstens. Im Hintergrund muß da bei mir immer etwas leises Geräusch sein, ein Sprecher im Radio, Musik von irgendwoher. Kein Hörbuch – das bände meine Aufmerksamkeit doch zu sehr und erschwerte das „freie” Denken. Wobei: frei. Kann Denken denn wirklich frei sein (also völlig unbeeinflußt), oder ist da immer etwas, dem das Denken folgt? Ich weiß es nicht, bin da völlig ahnungslos, wirklich. Dennoch dachte ich wie nebenher über mein Denken nach.
Ich begann, mit verscheidenen Tinten und Stiften herumzukritzeln. Das hilft manchmal, etwas in Fluß zu bringen. Leider bietet auch das keine Erfolgsgarantie; nichts bietet Erfolgsgarantie. Wahrscheinlich habe ich mir noch kein Denkmuster anzueignen oder auszubilden vermocht, das mir das Schreiben direkt aus dem „kreativ Dasitzen” heraus erleichterte oder ermöglichte. Andererseits: Wenn da ein Muster wäre, entstünden dann nicht viel zu ähnliche Gedanken und/oder Texte? Es bräuchte doch mehrere grundverschiedene Denkmuster, die verschiedene Denkweisen bedingten. Dann nämlich wäre das Denken (wahrscheinlich) freier, nicht so sicher, so einfach vorhersagbar, wie es das Denken nach nur einem einzigen Denkmuster wäre.
Natürlich kann auch aus Gewohnheiten, aus Routinen immer wieder „Neues” geschaffen, gedacht, erdacht werden. Nur könnte es sein, daß all das sehr, sehr ähnlich wäre. (Wie das bei der Musik immer mal wieder war; ich denke da an Mod∗rn Tal∗ing und jenen Künstler, bei dessen Ertönen ich eine Lokalität beinahe fluchtartig verlasse.) Und ganz ehrlich: Solches möchte ich nicht lesen, hören, sehen und schon gleich gar nicht fabrizieren.
So saß ich heute also da und versuchte, einen Gedanken einzufangen, mein Denkicht mit einer Idee zu füttern und daraus etwas bisher nicht Vorhandenes hervorzubringen. Was soll ich sagen: Nicht einmal Dada kam zustande. Dabei sollte das doch immer möglich sein, oder? (Widerspruch von Dadaisten gerne gelesen!) Und nachdem ich für mein Gefühl viel zu lange an einem nicht zu verfassenden Text herumwerkelte, schrieb ich das hier nieder: Ein Zeugnis der Verwirrung meines Denkichts, wenn ich über das Denken nachzudenken versuche.
Ich empfehle übrigens die Nicht-Nachahmung: Tut das nicht. Denkt nicht darüber nach, wie ihr denkt und wie frei dieses Denken ist oder sein kann. Denkt einfach. Frei und nach Möglichkeit unbeschwert. Fabuliert, summt mit euren Gedanken, laßt sie fließen, überfließen sogar. Wenn ihr mögt und dazu in der Lage seid, notiert sie, teilt sie, erfreut euch daran. Und falls, falls! es euch mal scheint, als könntet ihr nur noch düstere Gedanken hegen: Imaginiert, stellt euch ein winzig kleines Lichtfleckchen vor. Am Ende ist es sowieso nicht möglich, das Denken komplett einzustellen (auch wenn es scheinbar Leute gibt, die das tun: Die haben nur das vernünftige Denken eingestellt).
Es wird sich wiederholen, immer und immer wieder, mein „kreativ Dasitzen” und auf eine Eingebung warten, die schlußendlich – nach meinem Verständnis – nichts anderes ist als eine Ausgabe meines Denkens, meines Denkichts. Und ja, es ist kompliziert und wird es wohl bleiben …
Erinnerung des Tages:
Eine der ersten Schallplatten, die ich mir in der Dorfbibliothek auslieh, war die 1978 bei Amiga erschienene LP von Cat Stevens. Die habe ich heute komplett durchgehört (von meiner Musikfestplatte).
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Die Inhalte von zwei Kruschpel-Krimskrams-Kartons durchgesehen und fast komplett in den Müll gegeben (es war wirklich nur sehr wenig Aufhebenswertes darin).
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 8. Januar 2024 mit der gehörten Musik, mit dem begonnenen Aufräumen einer Ecke, mit dem doch noch geschafften Schreiben.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

