Vor Jahren streifte ich in den Dörfern rund um meine Stadt herum. In einem ehemaligen Schloßpark in Benkendorf fand ich dabei einen Stein, einen Gedenkstein.
Es gab keinen Hinweis auf seinen Zweck. Keine Jahreszahl. Keinen Namen.
Nur diese Sandstein-Stele. Grünlich-grau verwittert
Und auf einer Seite war mühsam dieser Spruch zu entziffern:
Nenne nicht
das Schicksal
grausam
Nenne seinen Schluß
nicht Neid
Sein Gesetz
ist ew'ge Wahrheit
Seine Güte
Götterklarheit
Seine Macht
Notwendigkeit
Leider stand auch kein Name des Verfassers darunter – und ich habe bisher vergeblich danach gesucht. Der Spruch ist Teil eines Gedichtes von Johann Gottfried Herder: Die Schwestern des Schicksals, das ich nach dem Hinweis einer guten Freundin bei Wikisource und Wikimedia Commons fand. Zu finden ist es u. a. auch in Johann Gottfried Herder: Werke. Erster Theil. Gedichte, Berlin 1879, S. 48-49. Danke, Billy!
Ob das Schicksal aber Notwendigkeit ist?
Der Verfasser des Blogs schleicht schulterzuckend davon und dankt fürs Lesen.


