#Advent 2022 (345): Die 3. Kerze (im 11. Türchen)


Die Kerzen und das Licht in dieser besonderen Zeit.

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Strichzeichnung eines Nadelbaumes an einem Hang, Hörnerschlitten davor 
Das ist mein 13. Adventskalender. Ich widme ihn allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Natürlich weiß ich, warum gerade im Advent und in der Weihnachtszeit hier­zu­lande so viele Kerzen brennen: Sie stehen (nach christlicher Auslegung) für das Licht, das der Messias den Menschen brachte. Nun, viele denken nicht mehr daran. Heutzutage sind Kerzen einfach schön und was schön ist, gefällt vielen Menschen. Und manche zünden Kerzen an, ohne auch nur eine Idee von diesem Hinter­grund zu haben. Ganz sicher aber ist die christliche Erklärung nicht meine Erklärung dafür. Im Erzgebirge, in dem ich geboren wurde und aufwuchs und lebte, bis ich fast 40 Jahre alt war, wurden das Licht und die Kerze schnell berg­männisch belegt. In der dunklen Jahreszeit war das Kerzen- und Kien­span­licht oft das einzige Licht, das die Männer (mittlerweile weiß ich, daß auch Frauen in die Schächte einfuhren) über Monate hinweg sahen. Und daraus entstanden schnell verschiedene Gegenstände, Traditionen und Rituale rund um all die mit Kerzen beleuchteten Sachen wie Schwibbogen, Pyramiden, wie Lich­ter­engel und Berg­mann, Wattepuppen und natürlich Weihnachtsbaum. Vieles davon ist heute mit elektrischem Licht bestückt. Aber den Adventskranz oder -leuchter können sich viele Menschen (im Erzgebirge) nicht ohne echte Kerzen vorstellen – und ich auch nicht.

Außerdem brennen bei mir ja das ganze Jahr über Kerzen. Denn ich mag ihr unstetes Licht, die durch sie vermittelte Wärme. Es gibt nur wenig, daß mir durch bloßes Betrachten so gut und zuverlässig hilft, wie eine Kerzenflamme das beim Denken und Vorstellen und Erinnern und Konzentrieren oder beim „Leeren des Geistes” tut. Und jetzt, in dieser besonderen Zeit? Da helfen mir die Kerzen um so mehr, mich in die richtige Advents- und Weihnachtsstimmung zu versetzen, die ich ja gerne haben möchte. Für mich bedeutet Kerzenlicht immer auch Heimeligkeit, Wohlfühlen, fast etwas wie Daheimsein. Und jetzt, in dieser besonderen Zeit brennen auch mehr Kerzen als sonst. Da ist eine besonders große, fast eine Altarkerze, die mein Jahreslicht ist. Da sind die kleinen, dünnen Pyramidenkerzen, die Mann und Weib und Schaf zum Rennen bringen. Da sind andere Stumpenkerzen, die über Jahrs hier leuchten. Ich habe Haushalts- oder Leuchterkerzen, in deren Licht ich am Schreibplatz sitze und Tinte aufs Papier bringe. Teelichter sind aus meinem Tag nicht wegzudenken und auch nicht die sogenannte Grabkerzen (die Komposit-Öl-Lichter).

Denn: Kerzen sind essentieller Bestandteil dessen, was ich als meine liebste Zeit des Jahres bezeichne. Ohne sie wäre für mich das alles nur halb so schön. In ihren Flammen lasse ich ab und zu zwei oder drei Fichtennadeln verbrennen. Neben dem Räucherkerzenduft und dem besonders feinen Duft der Bienen­wachs­kerze muß der bei mir auch sein. Das geht am besten mit brennenden Kerzen. Und auf meinem Adventsleuchter stecken auch in diesem Jahr Advents­kerzen, rote Adventskerzen (die aussehen wie halbe Haushaltskerzen). Nachher, wenn mein Kaffee fertig ist, werde ich zum ersten Mal in diesem Jahr drei Kerzen entzünden. Und in ihrem Schein dasitzen und träumen und Kaffee schlürfen und Sepulatius eintitschen. Nachher zum Frühstück um Neun.

Und ihr: Habt ihr echte Kerzen auf dem Adventskranz, so ihr einen habt (oder eben auf einem Adventsleuchter)? Oder flackern bei euch LED-Teelichter o. ä.?

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand22 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür von ganzem Herzen.

 

P.S.: Gut fand ich am 09.12.2022 den wenigen gefallenen Schnee (aber er hat die Landschaft wieder weiß gemacht), die brennenden Kerzen, die Weihnachts­filme am Abend.
 
Die Tageskarte für heute ist die Sechs der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu #Advent 2022 (345): Die 3. Kerze (im 11. Türchen)

  1. Verbalkanone sagt:

    Lieber Emil,

    was für ein wunderschöner Blogeintrag. Du hast das besondere am Kerzenlicht so treffend beschrieben, dass ich beim Lesen in Gedanken immer wieder „Genau so ist es!“ gesagt habe. Kerzenlicht vermittelt auch mir Gemütlichkeit und Geborgenheit, die ich nicht nur in der Vorweihnachtszeit sehr liebe.
    In meiner Familie gab es am Christbaum immer nur echte Wachskerzen, und es ist glücklicherweise nie etwas passiert, wenn die Kerzen am Weihnachtsbaum angezündet wurden. Auch nicht, als wir Kinder noch klein waren. Dass sich in vielen Haushalten immer mehr elektrische Lichterketten und/oder -kerzen durchsetzen, finde ich schade, denn diese können für mich nicht die gleiche ganz besondere Stimmung und Heimeligkeit der echten brennenden Wachskerzen hervorrufen.

  2. Nati sagt:

    In der dunklen Jahreszeit mag ich Kerzenlicht sehr.
    Da stehen dann überall Kerzen und Teelichter in hübschen Gläsern und Laternen.
    Die großen Kerzen vom Adventsgesteck landen hinterher, nach dem 06. Januar, ebenfalls in eine große Bodenlaterne. Dies ist mitunter das Schönste an der langen dunklen Zeit.

  3. Elvira sagt:

    Auf dem Adventskranz brennen auch bei uns rote Kerzen ab, und die warme Luft von Kerzen lässt bei uns einen Engel, einen Bergmann und einen Nikolaus/Weihnachtsmnn (?) auf der Pyramide ihre Kreise ziehen. Ausschließlich auf der Fensterbank, zwischen den üppigen Pflanzen, brennen LED-Kerzen (über USB aufladbar) in verschiedenen gläsernen Behältnissen. Echte Kerzen möchte ich nicht missen!

  4. Christiane sagt:

    Bei uns brennen auch echte Kerzen auf dem Adventskranz. Auf dem Weihnachtsbaum aber seit Kind da ist künstliche. Ich liebe es auch und Versuche trotz Familie jeden Tag etwas Zeit für mich zu haben, um im Kerzenschein zur Ruhe zu kommen.

  5. Lin sagt:

    Auch bei uns brennen auf dem Adventskranz und am Christbaum nur echte Kerzen, so kenne ich es auch von daheim und auch als wir klein waren, ist nie etwas passiert. Anders kann und möchte ich es mir nicht vorstellen. Bei unserem Adventskonzert (www.advents-singen.de) hatten wir auf der Bühne lange echte Kerzen an einem „Lichterbaum“, das sind drei große Adventskränze übereinander. Vor ein paar Jahren mussten wir hier auf LED umstellen, aber wir haben uns lange dagegen gewehrt!

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