Auslöser ist wahrscheinlich die Erinnerung an den Geruch.
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Das Hinabsteigen in einen Keller, in die manchmal muffig-feuchte Luft und in die Dunkelheit. Das war immer eine Herausforderung für mich. Als Kind war ich auch oft Kartoffeln und Eingewecktes, später auch Kohlen holen. Selbst wenn die Kellerbeleuchtung funktionierte, nahm ich immer eine Taschenlampe mit. In den diversen Kellern und Verliesen der vielen Burgen, die ich als Kind besuchte, gruselte es mir immer heftig. Das war einfach so. Aber weil es immer auch interessant war dort unten, überwand ich mein Unwohlsein und sah mir auch die an. Nur in Kellern gruselte mir, sonst machte mir Dunkelheit nichts aus. Und später, im Erwachsenenalter, kroch ich auch in mehreren (erschlossenen) Bergwerken herum, in denen es eng und dunkel war und naß. Aber in denen roch es nie so unangenehm wie in verschiedenen Kellern.
Der einzige Keller, in den ich als Kind wirklich gern ging, war der bei den Mecklenburger Großeltern. Dort standen Unmengen von Einweckgläsern, von Honiggläsern und Flaschen mit selbstgemachtem Fruchtsirup in den Regalen. Auch die Kartoffeln aus eingenem Anbau lagerten dort und Rüben und ein kleiner Vorrat an Briketts. Es wurde zumeist nur mit Holz und nur in der Küche geheizt im Bauernhaus. Die Wohnstube, auch Gute Stube genannt, war allerhöchstens am Sonntag mal warm. Wer würde heute noch so leben wollen und können?
Heute gruselt es mir in bekannten Kellern nicht mehr. Nur unbekannte Gelasse veranlassen noch ein angenehm-unangenehmes Aufrichten eines Großteils meiner Körperbehaarung. Insbesondere dieser Kellergeruch, dieser ganz spezifische, der sorgt auch heute noch garantiert für einen leisen Hauch Gruseligkeit im Untergeschoß. (Auf Burg Regenstein machen mir die Abhänge mehr zu schaffen als alles andere.)
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 04.06.2022 die Freude & uuml;ber so manches Wiedersehen, die beiden vorbeigebrachten Kaltgeträ:nke, tiefsinnige (Wirklich!) Gespräche mit Besuchern im Scriptorium.
Für morgen zog ich die Tageskarte Sieben der Kelche.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


„Das Hinabsteigen in einen Keller, in die manchmal muffig-feuchte Luft und in die Dunkelheit. Das war immer eine Herausforderung für mich. Als Kind war ich auch oft Kartoffeln und Eingewecktes, später auch Kohlen holen“
Das kommt mir doch sehr bekannt vor! 😉