Ohm ist die Maßeinheit des (elektrischen) Widerstandes. Was geschieht, wenn 7 Mio. Bürger dieses Landes Widerstand leisten? Oder 10 Mio. oder 20 Mio.?
Wo ist Verweigerung praktikabel?
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Mensch hat ja, laut GG Art. 20 (4), das Recht auf Widerstand in diesem Lande. Also auf aktiven und passiven Widerstand, sogenannten “zivilen Ungehorsam”. Und wenn ich mir ansehe, was diese Regierung aus diesem Land, das ohnehin zu hoch verschuldet ist, in eine Währung zuschustert, die vom Volk dieses Landes nicht gewollt war, dann, so glaube ich, ist es höchste Zeit, diesen zivilen Ungehorsam, diesen Widerstand zu leisten, und zwar nicht nur für mich, sondern für jeden Bürger dieses Landes; denn genau das, Bürger dieses Landes nämlich, bin ich, noch bevor ich Bürger der von mir nicht gewollten Europäischen Union bin.
Warum ich diese EU nicht will? Weil damit die Souveränität dieses Landes geopfert wurde. Den Interessen von Banken und Großindustrie. Denn nur die profitieren tatsächlich von diesem Gebilde. Der kleine Mann? Was hat der davon? Ha! Die Gebühren für den Geldumtausch bei Reisen ins Ausland sind weggefallen … Ich kann Dinge, deren Einfuhr früher wegen gesundheitsgefährlicher Beimengungen in Lebensmitteln z. B. verboten war, jetzt trotzdem hier im Lande kaufen. Ach ja, innereuropäische Handy-Telefonate wurden billiger. (Was haben die Menschen in der Zeit gemacht, als es noch keine Mobiltelefone gab?)
Und sonst? Was hat der Euro denn sonst gebracht? Preiserhöhungen, eine Schuldenkrise nach der anderen, Lohnsenkungen, Senkung der Kosten für dies und das einfach durch Streichen von Leistungen … Gibt es wirklich Menschen, die – außer vielleicht durch Spekulation an der Börse o. ä. – vom Euro und vom (unverstehbaren) Vertrag von Lissabon, also der EU in ihrer neuen Gestalt, profitiert (i. w. S.) haben?
Na?
Keiner?
Niemand der Anwesenden?
Kennt auch keiner einen?
Fällt da jemandem jetzt was auf?
Und nun suche ich eben nach der Nische, nach dem Gebiet, auf dem dieser zivile Ungehorsam – wie es so schön heißt – “etwas bringt”. Vielleich beginnt es damit, daß ich meine Rechte als Bürger wieder wahrnehme!? Indem ich mich äußere zu den Themen, die mich als Bürger (in vielen Bereichen zum Kunden herabgestuft) betreffen und mich damit tatsächlich einmische!? Denn wenn sich viele einmischen, kann etwas geändert werden.
Zuerst im Viertel, dann im Ort. Und dann?
Vielleicht hilft am Ende die Erfahrung, die ich während und nach der letzten großen Einmischung gemacht habe, die viele dort machten: Versprechen, nein, großspurige Versprechungen von “blühenden Landschaften” sind auch erfüllt, wenn über alle berechtigten Forderungen wieder Gras gewachsen ist und das Unkraut ungezügelt wuchern kann.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 21. Juli 2011 war leider nichts …
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Super !!
stimmt, es gibt nicht’s gutes, ausser man tut es!!!!
JAAA!!!
Liebe Grüße, Petra
PS: Positiv war nichts? das ist schade…( positiv war Du hast geatmet, Du hast was wahrgenommen… Du hast Musik gehört… Du hast geschrieben… Du bist aufgestanden usw…)
Dann tu es!
Lieber Emil,
ich verstehe deinen Unmut. Gegenüber Banken, Versicherungen und Großindustrie hege ich ebenfalls großes Misstrauen. Auch die Halbherzigkeit und Inkonsequenz, mit der politische Entscheidungen getroffen werden, finde ich kritikwürdig.
Dennoch muss ich dir in Teilen widersprechen, nämlich dort, wo der Euro pauschal für alles Mögliche verantwortlich gemacht wird und dort, wo es heißt, uns Deutschen ginge es ohne Euro besser. Das stimmt nicht:
Wir Deutschen profitieren vom Euro. Der Euro hat deutschen Firmen geholfen, international wieder als wettbewerbsfähig zu gelten, er hat den Export angekurbelt und damit das Wirtschaftswachstum, was wiederum dazu führte, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland in den letzten zehn Jahren zurückgegangen ist, also auch der „kleine Mann“ wieder häufiger ein Auskommen hat und wir uns aus der Krise 2008 vergleichsweise schnell erholen konnten. Obwohl wir die größten Nettozahler in die EU sind, so profitieren wir doch in erheblichem Maße von der EU (vom Frieden in Europa ganz zu schweigen – das wäre jetzt die historische, nicht die wirtschaftliche Dimension).
Stell dir vor, wir hätten noch die D-Mark. Was würde in der jetztigen Situation – Schuldenkrise in mehreren europäischen Ländern UND den USA – passieren? Es gibt ja bereits einen Run auf deutsche Anleihen. In einer Situation, in der Lira, Drachmen, Escudos, Pesetas und vor allem der Dollar billiger würden, während die D-Mark immer härter, also teurer würde, hätte das einen erheblichen Einbruch in der deutschen Wirtschaft zur Folge. Denn deutsche Waren könnte keiner mehr bezahlen. Deutschland ist Exportland. Wir sind darauf angewiesen, dass die anderen unsere Waren kaufen. Wenn wir keine Autos, Maschinen, Solaranlagen, Windräder, Hightech, Biotech und sonstwas mehr exportieren, dann gibt es in Deutschland nix mehr zu tun und die Leute müssen kurzarbeiten oder werden entlassen. Genau diese Situation hatten wir ja in Deutschland vor der Einführung des Euro mit Rekordarbeitslosigkeit.
Ich teile deine Kritik an der Macht der Großindustrie, der Banken und der Ratingagenturen. Hier muss etwas geändert werden, weil sich unsere Welt (nicht nur im Bereich der Eurowährung) nachteilig für „den kleinen Mann“ (und die kleine Frau ;-)) verändert. Die Bürger und auch die mittelständischen Unternehmen müssen wieder mehr Gehör finden. Und deine Idee, deine Meinung laut zu sagen, deine Stimme zu erheben und dich für eine Welt einzusetzen, wie du sie dir wünscht, finde ich prima.
»Wie Lassalle sagte, ist und bleibt die revolutionärste Tat, immer ›das laut zu sagen, was ist‹.«
Rosa Luxemburg
Du gestattest: Wir profitierten vom Euro. Preis: Sinkende Reallöhne, wachsende Verschuldung und und und. Aber die Zeit des Profitierens ist vorbei. Einheitliche Währung ohne einheitliche Wirtschaft mit einheitlichem Recht kann einfach nicht funktionieren. Die Amis haben ja wenigstens noch eine einheitliche Sprache und ein in großen Teilen einheitliches Recht …
Naja, jetzt hab ich erstmal zum Denken angeregt. Den Mund aufgemacht. Und damit, aber nicht nur damit mach ich weiter.
Ach ja: Nicht wir, sondern die hier ansässigen (Groß-)Unternehmen … Die sind doch die Profiteure. (Ich wollt jetzt nicht herumeditieren.)
Vor allem sind prekäre Beschäftingsverhältnisse gestiegen, Zeit- und Leiharbeit verzeichneten Zuwächse um 57%. Reallöhne bei Niedrigverdienern sanken um bis zu 22%. Der kleine Mann hat also immer häufiger trotz Arbeit kein Auskommen. Ich sehe in Anbetracht der Entwicklungen auf dem sogenannten Arbeitsmarkt keinen Anlaß zu Optimismus oder gar zur Freude.
Tach Emil, ja die *Grossunternehmen*. Wir bekommen zusammen Beide 9 Euro mehr Rente……
freu freu. Bezahlen aber dadurch 7 Euro an ABgaben wieder Mehr,,,,,,Freu freu??????
Grüssle an Dich von Illo.******
Zum zivilen Ungehorsam gehört für mich die Meinungsfreiheit! So lange diese in Einzelfällen in diesem unseren Land erst vor dem Europäischen Gericht für Menschenrechte erstritten werden muss….Ich kenne persönlich einen Mann, den dieser Zivile Ungehorsam (er hat mit Plakaten und bedruckten T-Shirts in den 1980ern gegen Missstände aufmerksam gemacht) letztendlich die Aberkennung seiner bürgerlichen Rechte kostete. Das war übrigens in der BRD! Denn öffentlich den Mund aufzumachen, fällt doch den meisten schwer.
Was den € betrifft, schließe ich mich überwiegend der Meinung Mayarosas an.
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