2020-279 — Moral

Oder was dafür gehalten wird.

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Manchmal denke ich über sonderbare Dinge nach. Zum Beispiel über die Moral. Vielleicht gibt es davon so viele verschiedene Vorstellungen, wie es Menschen gibt? Vielleicht sind es aber auch … Nun, es gibt sicherlich weitgehend übereinstimmend »definierte« Moral für bestimmte Gruppen von Menschen. Und vielleicht sind Teile davon wirklich allgemeingültig; z. B. die Ächtung des Tötens von Menschen: Nein, das ist eben nichts Allgemeingültiges – was aber dann? Vielleicht, so dachte ich vorhin: Vielleicht ist Moral nichts anderes als der Versuch einer Entschuldigung für diejenigen, die es nicht wagen, ihre Träume und Wünsche und Wahrheiten auszuleben?
 
Sonderbar, daß es keine Mehrzahl (Pluralform) von Moral gibt, trotz aller unterschiedlichen Ausprägungen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 05.10.2020 das notwendige Ausschlafen, das wieder an seinen Plätzen verstaute Scriptorium, ein langes Telefongespräch.
 
Die Tageskarte für morgen ist VI – Die Liebenden. (Ich soll auf mein Herz hören.)

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Über Der Emil

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12 Kommentare zu 2020-279 — Moral

  1. wildgans sagt:

    Moral ist was sehr Persönliches.
    Meine Mutter bekam mit jeder mittelschweren Trunkenheit ihren „Moralischen“, d.h. sie begann zu lamentieren, was das Zeug hielt. Sie jaulte in höchsten Jammertönen ihr vermeintliches Unvermögen,ihr vermeintliches Versagen heraus … sehr nervend für ihre Umgebung, die zum Glück aber auch trunken war … ja, so war das. Du kennst es sicher anders. Wie sagte noch mal jener: Moral ist, wenn es gar keinen Spaß macht … oder so ähnlich.
    Gruß von Sonja

    • Der Emil sagt:

      Den „Moralischen“ (der eher ein Melancholischer, Selbstabwertender ist bei mir) bekam ich auch oft (gleich ob betrunken oder nicht) und bekomme ich manchmal noch.

      Insofern kenne ich es doch zumindest ähnlich.

      Und dann: Ich habe noch von Klassenmoral gehört und gelesen, damals.

  2. Elvira sagt:

    Und zu jeder Moral den passenden Moralapostel!
    Liebe Grüße schickt Elvira

  3. evenyleve sagt:

    Bei Moral denke ich immer sofort als allererstes an moralinsauer – das trifft es für mich am besten. Deine Definition dazu mit den nicht ausgelebten Träumen und Wünschen gefällt mir sehr gut.
    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße Dir, Ev

    • Der Emil sagt:

      Ich bin mir sicher, daß das so ähnlich bestimmt schon oft gesagt und geschrieben wurde — oder zumindest gedacht. Meinst Du nicht auch?

      Ich wage es noch nicht, über den Zweck einer jeglichen Moral nachzudenken, vielleicht sollte ich mal wieder Immanuel Kant lesen.

  4. frauholle52 sagt:

    Moral im Sinne von: aus kultureller und religiöser Erfahrung gebildetes Regel-, Normen- und Wertesystem, das in einer Gesellschaft als Verhaltensmaßstab betrachtet wird, finde ich wichtig und richtig. Ich selbst bin verantwortlich dafür, ob ich mich daran halte, auch wenn meine eigene Moral (das sittliche Empfinden eines Einzelnen, einer Gruppe) nicht konform ist. Ich finde es wichtig, dass wir uns immer wieder mit unserer eigenen Moral auseinandersetzen und sie dabei nicht den anderen überstülpen wollen. Mein Freundeskreis kann das gut, auch mit unterschiedlichen Moralvorstellungen. Wir diskutieren gerne darüber und bleiben so flexibel.

    • Der Emil sagt:

      Vielen Dank für diese Worte, ernsthaft.

      Ich versuche gerade, für mich selbst extrinsische und intrinsische Moral auseinanderzuklamüsern 😉

      • frauholle52 sagt:

        Na, dann bin ich mal gespannt, zu welchem Ergebnis Du kommst. Bei mir ändert sich meine eigene Moral andauernd. Sie passt sich dem Zeitgeschehen und meiner Lebenserfahrung an!
        Die Werte, die für mich früher selbstverständlich waren, werden gerade von bestimmten Strömungen geschreddert. Hätte ich nie für möglich gehalten, dass sich die öffentliche Moral so rasant ändern kann. Aber, was soll´s, Hauptsache, ich komme klar und kann mir mit gutem Gewissen im Spiegel begegnen. Was altersbedingt sowieso nicht immer so einfach ist😂.

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