Doch, das war für mich das Interessanteste.
To get a Google translation use this link.

Backstein-Gerätehaus auf einem Friedhof in Halle (Saale).
Das Gras ist nur an wenigen Stellen noch wirklich grün. Wie auf diesem Bild sieht es auf dem ganzen Friedhof aus.
Trocken war der Rasen auf dem Friedhof, nicht nur vor dem Gerätehaus. Und Gras gibt es dort viel, weil mittlerweile mehr freie Flächen als Grabstellen auf ihm zu finden sind. Wo sind all die Toten hin, die es wahrscheinlich gab, die aber nicht mehr hier auf dem vormaligen Dorffriedhof zur Ruhe gebettet wurden? Ich habe auf noch keinem anderen Gottesacker so viel Leere gesehen, zumindest nicht sobewußt wahrgenommen wie dort. Und vor 16 Jahren war es dort auch noch voller.
Die Kirche … Ja, die Kirche steht – nein, der Friedhof wurde um die Kirche herum angelegt. Aber sie ist verschlossen, ich kann diesmal keinen Blick hineinwerfen, kann mich nicht wie so oft in dem Gebäude niederlassen und die Kühle innerhalb der gewaltig dicken Mauern auf mich wirken lassen. Ich kann mich an das Innere aber erinnern, weiß, wie es vor Jahren aussah, als ich an einem Sonntagmorgen dort war.
Neben dem Gerätehaus – das ist wirklich nicht die Friedhofskapelle/Leichenhalle – steht etwas versteckt das da.

Kleiner braunlackierter Schuppen.
Ganz aus Holz, ohne Schloß, am Rande des Friedhofes, neben dem Gerätehaus.
Ja, natürlich kamen da Erinnerungen, viele Erinnerungen in mir hoch. Mecklenburg, der Weg an Haus und Stall und Scheune entlang und dann wieder zurück bei Wind und Wetter. Dort war es ein hölzerner Riegel und das Holz war trocken und grau und ausgebleicht. In der ersten Wohnung, an die ich mich aus Kindertagen erinnern kann, gab es das noch draußen im Hausflur, in allen drei Stockwerken und vom Grundstück hinterm Haus sogar auf Kellerebene, von außen erreichbar. Und im Haus der Großeltern im Erzgegirge war das noch vorhanden, wurde erst nach 1973 umgebaut.

Es ist, was es ist.
Ich habe tatsächlich 24 Stunden darüber nachdenken müssen, ob ich auch das letzte Bild zeigen kann oder darf. Ein Plumpsklo. Ich weiß, es gibt Menschen, die das nie in ihrem Leben kennengelernt haben, es nie kennenlernen werden und die es vielleicht bei dem Gedanken daran schon schüttelt vor Ekel. Aber dort war es tatsächlich sehr sauber, ich vermute, da wird täglich gereinigt und nach dem Rechten gesehen, es roch auch nicht, wie viele vielleicht denken. Und ganz ehrlich: Ehe ich mir verzweifelt eine Hecke oder ein Gebüsch suchen muß, ist mir ein solches Örtchen ganz willkommen im Fall des Falles, denn da ist die Tür zu.
Bleibt die Frage: Ein Plumpsklo braucht wirklich einen eigenen Blogeintrag? Und das ist wirklich das Interessanteste, das ich diesmal auf diesem Friedhof sah. Da diese Dinger vom Aussterben bedroht sind …
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 05.08.2019 waren positiv etwas erledigte Hausarbeit, die bearbeiteten (EXIF, IPTC – ich will das doch mal versuchen) und sortierten Bilder, fünfzehn weitere archivfertige Alben.
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Kelche.
© 2019 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Was ist an einem Plumpsklo ekelig?
Besser als sich in irgendeinem Busch hocken zu müssen.
Ich war vor unzähligen Jahren mal auf Kreta auf einem Plumpsklo.
Nur musste man sich hinhocken, weil dort nur ein Loch im Boden war, das war unangenehm.
Für mich, der ich das ja noch aus der Kindheit/Jugend kenne, ist eher nichts ekliges an einem Plumpsklo.
Aber ein solches ausgerechnet auf einem Friedhof zu finden …
Wer weiß wie viele es noch gibt.
Sehr schön. Ich glaube auf Friedhöfen sind die wohl noch recht verbreitet.
Das ist – ehrlich zugegeben – das erste, das ich seit etwa 25 Jahren gesehen habe (und ich war auf vielen, sehr vielen Friedhöfen …).
Nun ja. Bei uns ist es kein Holzhäuschen sondern an der Friedhofskapelle angebaut aus Stein.
War auch nur eine Vermutung.
In dem Ort mit Bahnhof oder in dem mit Flugplatz?
Die Plumpsklos sind im Kommen. Oder sagen wir Kompostklos jedenfalls. Heute habe ich eins an einer französischen Autobahn-Raststätte benutzt. In Schweden sahen wir manche an Badeseen. Am Aareweg sahen wir welche von einer „Kompostklo-Kette“.
Ich verstehe beim besten Willen deine Bedenken nicht, darüber zu reden/Bilder davon zu zeigen. Hm.
Pinkeln muss schließlich jede*r. 😉
Nun ja. Beim Opa in Mecklenburg war da eine Strohkiste, die regelmäßig auf dem hofeigenen Misthaufen geleert und mit frischem Stroh ausgelegt wurde. Eine gute Bekannte hat in ihrem Garten ein trocken/naß-getrenntes Kompostklo. Und die gefallen mir sowieso besser als all die chemischen Campingtoiletten einschließlich Dixi.
Die Bedenken rühren von der Tabuisierunge der menschlichen Ausscheidungen her. Und braucht ein Plumpsklo wirklich einen eigenen Blogartikel?
Es wurde schon über wesentlich unwichtigere Dinge als menschliche Ausscheidungen gebloggt 😉
Ein sehr sauberes stilles Örtchen. Da muss es ja wirklich Jemanden geben, der sich dafür verantwortlich erklärt, oder aber es wird ganz selten (oder fast nie) benutzt ?
Ich kenne Plumpsklos als Kind von zu Hause und auch meine erste eigene Wohnung hatte eine solche Toilette, welche wir dann zu einem WC umgebaut haben
Das Erzgebirge ist auch meine Heimat, darf ich dich fragen, wo deine Großeltern gewohnt haben. Natürlich nur, wenn es dir nicht zu privat ist.
Das sieht nach Pflege aus (kein Staub).
In Zschorlau. Der Bemmer war dort ziemlich bekannt.