Krankfühlen und Weitermachen (Nº 327/2018)

Weitermachen. Immer wieder. Weitermachen. Ich kann es.

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Ich kann es noch. Ja, wirklich. Mich krank fühlen ohne äußerlich sichtbare Symptome. Eine Woche lang versuchte ich, mich aus meinem “normalen” Leben zurückzuziehen. Es hat nicht gereicht. Es war zuwenig anders. Das Leben blieb zu sehr mein Leben. Und nun fühle ich mich immernoch krank. Zu wenig Kraft, das zu tun, was ich gerne mache. Zuwenig Geduld, um auf eine Verbesserung des Zustandes zu hoffen. Zuviele Emotionen, die von außen rückwärtsgewandt scheinen müssen. Natürlich kenne ich diesen Zustand, ich war ja oft genug in meinem Leben in eben dieser Situation. Und ich habe es immer wieder geschafft, aus der Scheiße rauszukommen. Immer wieder. Immer wieder. (Wie ich gestern schon schrieb.)

Leider, leider funktionierten die üblichen Strategien und Taktiken gerade heute nicht. Denn ich schaffte es nicht, Orte aufzusuchen, die mir guttun. Nicht das Kunstmuseum, nicht eine der vielen Kirchen, keiner der Friedhöfe. Alle heute nicht erreichbar gewesen. Und von dem, was heute zuhause erledigt werden sollte … Ach, darüber schweige ich lieber. Aber gut, ich konnte mich zumindest in zwei Dingen gut beherrschen, bin bei zwei Dingen nicht schwachgeworden. Macht mir wieder etwas Mut, daß es doch besser werden wird, wie jedesmal. Ich werde es schaffen. Immer wieder. Aufstehen. Weitermachen. Morgen schon. Ein paar Walnüsse vom einsamen Gehöft zum Frühstück. Guten Kaffee (ja, das ist guter Kaffee, den ich zur Zeit zuhause trinke) dazu. Weißbrot vom Bäcker ist, nein, war noch im Gefrierfach. Ich werde mir morgen auch irgendwoher Obst und Gemüse containern, habe da ja zwei, drei Anlaufstellen dafür. Oder: Ich nehme mir mal vor, den Fairteiler vom Foodsharing zu finden, den es hier in der Stadt geben soll.

Ach ja, sollte ich früh genug aus dem Haus kommen, gehe ich auch in die Bibliothek. Ich habe in den letzten Tagen nicht nur viel zu viele emotionale Blogtexte gelesen, sondern auch einiges über den ersten Minister für Kultur in der DDR, über Johannes R. Becher, den Dichter der Nationalhymne der DDR. Es wurde damals gefordert, daß der Text auch zur Melodie des sogenannten “Deutschlandliedes” paßt. Über den Text sollte vielleicht doch nochmal nachgedacht werden.

Ich schweife ab.

Also. Morgen suche ich nach dem Fairteiler des Foodsharings hier in der Stadt. Und in die Bibliothek werde ich auch gehen (sehr, sehr sportliche Herausforderung, da die nur bis 14 Uhr geöffnet ist). Jedenfalls hoffe ich darauf. Und will es tun. Morgen. Und bis dahin habe ich davor keine Angst, auch keine Angst, das nicht zu schaffen. Denn ich habe es bisher immer geschafft. Immer wieder. und ich werde es auch weiterhin schaffen. Immer wieder.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 23.11.2018 waren selbstgekochtes Essen, Petroleum- und Schreibtischleuchte, Diesel als Abendgetränk.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Krankfühlen und Weitermachen (Nº 327/2018)

  1. Myriade sagt:

    Diesel?

  2. Nati sagt:

    Klar schaffst du das, Emil.
    Ganz bestimmt.

  3. socopuk sagt:

    Ach Emil, ich fühl mit dir,
    aber es kommen wieder bessere Zeiten, ganz sicher.
    Ich schicke dir ganz liebe Grüße, und wünsch dir dass der Besuch bei den Büchern dir morgen einen Schatz in die Hände fallen lässt. Es gibt keine Zufälle…

  4. Xeniana sagt:

    Ein fairteiler steht bei den Frankeschen stiftungen. Brauchst du den Lageplan? Und gute Besserung Emil!

  5. Sofasophia sagt:

    Oooooh, same here – oder jedenfalls sehr ähnlich.
    Ich fühle mit.

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