Unsere Kraft.
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Stell Dir vor, Du bist an dem Ort, an dem Du am allerliebsten bist. Stell Dir vor, Du bist dort ungestört mit der Person, die Du liebst, nur mit dieser einen Person. Stell Dir vor, Du sitzt draußen und genießt den sich Dir bietenden Aus- und Anblick. Stell Dir vor, Du hältst Dein Lieblingsgetränk in der Hand. Stell Dir vor, neben Dir ruht friedlich Dein Lieblingshaustier. Stell Dir vor, Du mußt Dir um die Bezahlung Deines » Luxus' « keine Sorgen machen. Stell Dir vor, daß alles, was Du Dir wünschst, morgen oder übermorgen wahrwird.
Stell Dir vor, Deine Lieblingsmusik erklingt deutlich wahrnehmbar und doch so, daß niemand sich davon gestört fült. Stell Dir vor, Du kannst das Geräsch der Schwalbenflügel hören, die in Deiner Nähe durch die Luft sausen. Stell Dir vor, auf Deinem Knie ruht sich ein Schmetterling neben einer Biene aus.
Stell Dir vor, daß alles kannst Du ab sofort jeden Tag so genießen, bis ans Lebensende.
Stell Dir vor, Du mußt morgen Abend sterben, weißt das sicher und kannst daran nichts ändern …
Oh, mir geht es gut. Nur las ich vor einiger Zeit einen Zeitungsartikel über ein Kinderhospiz, das Leben darinnen und über die Wünsche der jungen Bewohner. Über ihre Eltern, über Menschen, die dort im Hospiz arbeiten – viele tun das ehrenamtlich! – und über Menschen, die den Kindern Wüsche erfüllen. Einmal Ballspielen, das Meer sehen, in eine Oper gehen (ein Siebenjähriger) … Irgendwas erinnerte mich vorhin an diesen Artikel und an ein paar Notizen, die ich mir dazu gemacht hatte: Wie es sich wohl lebt mit der Gewißheit, morgen schon tot zu sein; wie es wohl schmerzt, als Besucher zu einem der Bewohner zu gehen; was ein Mensch, ein Kind noch dazu, dann noch als Wesentliches, Wichtiges im Leben empfindet.
Eines der zwei wichtigsten Ereignisse im Leben eines Menschen ist die Geburt, das Andere der Tod. Das Sterben ist ein Prozeß, der mit der Geburt beginnt, so glaube ich; das Sterben als Vorgang ist viel zu weit aus dem Leben gedrängt, denn es soll nicht zum Leben dazugehören, obwohl es untrennbarer Bestandteil ist, der Tod wird outgesourced.
Im Hospiz allerdings wird gelebt, dort wird nicht gestorben. Dort wird gelebt. Und Träume, Wünsche werden nicht als Spinnereien abgetan, sondern zum Beispiel für imaginäre Reisen genutzt. Vorstellungen können beruhigen, Kraft geben und das Leben bereichern.
Also. Stellen wir uns vor, was uns glücklich macht, lauschen wir unseren Träumen. Und vergessen wir nicht, welche Kraft wir damit haben, mit unseren Wünschen, unseren Vorstellungen, unseren Träumen …
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Das Gute am 21.11.2017 waren ein unerwartetes Gespräch, abgeschlossene Arbeiten, ein entspannendes Bad.
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.
© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ein Hospiz in dem gelebt wird, ist wohl etwas sehr schönes. Wenn man angesichts des Todes eine Zeit intensiv leben kann
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Danke. (Pssst, 2x Trämen statt Träumen.)
Wunderbarer frinsinniger Text.
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Oh. Danke.
Oh – ich habe auch über Hospiz geschrieben.
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„Im Hospiz allerdings wird gelebt, dort wird nicht gestorben“
danke Emil für diesen tollen Artikel!
herzliche Grüße,
Ulli
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Ein tief empfundener Artikel! Dazu etwas von mir:
Versenkung
Den Blätterfall verfolgen
im Herbstsekunden-Takt,
wie sich ein neuer Teppich bildet,
dem Herbst gemäß den grünen Rasen deckt.
Ich falle in den Taumel dieser Wandlung,
erkenne, dass der blaue Himmel
viel Kälte noch her vom All
in unsre Tage fallen lassen wird.
Der nächste Teppich, der wird weiß.
Er lässt dann alles ruhen.
Die Ruhe vor dem neuen Werden.
Werd’ ich auch dieses noch erleben?
( http://www.maierlyrik.de/blog/2017/11/15/versenkung/ )
Liebe Grüße
Helmut
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Danke. Und das nächste Werden werden wir ganz sicher erleben, so oder so.