Hoffentlich ein Einzelfall. (Denk“protokoll”)
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Er begann eine Stunde vor dem Weckerklingeln, dieser gestrige Tag – kurz vor sechs war es mit der Nachtruhe vorbei. Warum? Ich weiß den Traum noch, den ich hatte; aber der war nicht am Erwachen Schuld. Nein, die Ankündigung eines Flugzeugabsturzes in das von mir mit ganz vielen Kindern bewohnte Haus nahm ich gelassen hin. Ich kümmerte mich schnell darum, daß alle durch genügend Kissen und Kuscheltiere umgeben und dadurch geschützt waren. Und dann nahm ich mir alle Zeit der Welt, in der Küche rauchend aus dem Fenster zu sehen und auf das Flugzeug, eine TU-144, zu warten.
Davon wurde ich also nicht wach. Vielleicht gab es keinen Grund, keinen Anlaß außer dem, daß mein Körper oder mein Gehirn genug Schlaf gehabt zu haben glaubten. Und ab sieben fraß mich dann der Alltag. So sehr, daß es mir wirklich übel wurde, daß ich eine Weile Ruhe und Zeit für mich benötigte. Ich nahm sie mir, regenerierte meine ursprünglich entspannte Stimmung und ordnete noch das Eine oder Andere in meiner Wohnung. Ich las, suchte nach den Texten, die ich am Abend im Buchfink vorzulesen gedachte. Schließlich, viel schneller als erhofft, war es Zeit für den Aufbruch zum Radio.
Immer wieder beobachte ich das Phänomen, daß ich das Chaos anzuziehen scheine – oder bin gar ich es, der das Chaos verursacht? Selbst in Schichten, in denen die Sendetechnik wirklich Ruhe (und kaum Arbeit und kaum etwas auszustehen) hat, weiß ich oft nicht, wo mir der Kopf steht. Da ist dies nachzuarbeiten, das vorzubereiten, hier Unterstützung zu leisten, dort Hilfe anzubieten … Sicher könnte ich die eine oder andere Tätigkeit weglassen, f¨r andere liegenlassen; als Bundesfreiwilligendienstleistender bin ich nicht derjenige, der für alles verantwortlich sein muß. Und trotzdem! Meine Schichten sind üblicherweise vollgestopft mit Arbeit von vorne bis hinten. Und wie oft bin ich noch eine halbe Stunde früher und eine halbe Stunde länger da.
Nach der Schicht hatte ich etwa eine Stunde Zeit, um mir noch etwas Musik für den Buchfink zusammenzusuchen. Etwas Essen hätte ich auch sollen, aber dazu reichte die Zeit nicht ganz. Ich bin auch immernoch und immer wieder viel zu nervös vor einer Livesendung, habe heftiges, klassisches Lampenfieber. Nach der Sendung muß der Schnitt für die Wiederholung gemacht werden – das dauert auch immer seine Zeit. Und währenddessen fiel mir auf, daß ich noch keine Idee hatte für meinen täglichen Blogtext. Aber ich hoffe, daß ich mich hiermit ganz gut rettete.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 19. September 2014 waren die geschaffte Schicht, der Buchfink, das Abendessen.
Tageskarte 2014-09-20: Das As der Schwerter.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


du buchfink du. ja, das reicht. genug ist genug. so rückzüge, wie du ihn dir am morgen gegönnt hast, finde ich toll. das müsste man eigentlich wirklich konsequent tun. habe ich heute, nach dem hängen der ausstellung auch gemacht. während du gebuchfinkt hast.
schlafen ist für mich immer wieder medizin.
und auch jetzt werde ich es tun. habe auch lampenfieber … puh … 🙂
ps: denkprotokolle müssen aus meiner sicht kein einzelfall sein …
aber Tage ohne Idee …