Landschaft und Ungeheuer
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Gestern erhielt ich mit dem Bericht aus dem Jahr 2412 auch den Beweis dafür, daß die Bloggerei tatsächlich Einfluß auf die Zukunft hat. Da ist einmal Irgendlinks Reise, die in vierhundert Jahren Vorbild sein wird. Und was ich tue, verändert die Zukunft. Und das ist ein sehr seltsames Gefühl, macht mir sogar ein wenig Angst.
Wie ich auf diese phantastische Idee komme?
Zum ersten Mal erhielt ich von Lind Kernig eine persönliche Nachricht:
«Werter Freund, ich weiß nicht, ob DDich diese Nachrricht erreicht. DDer Planet ist, wie Dokumente, diie den Time-Transfer überstandeen haben, beweisen, zu einer Wüste geworden.
Hier einige weitere, erschütternde Szenen zu Deiner gefäligen Verwendung.»
4. Mai 2412. Den alten Karten nach bin ich jetzt im Gebiet, das Schottland genannt wurde. Die “Grenze” muß ich gestern überschritten haben – aber da bin ich mir nicht sicher, ich habe keinen Hinweis darauf gesehen. Zwischen den Hemis sind die Übergänge sehr deutlich zu erkennen, muß ich doch jedesmal beim Verlassen oder Eintreten eine hochtechnisierte Schleuse passieren. In der erfolgt nicht nur eine vollständige Analyse meiner Physiologie, sondern auch die Beseitigung aller Kontaminationen meiner Ausrüstung.
Zum Glück hatte ich bisher nie Probleme mit meinen Überlebensanzügen: Immer hielten die alle Gefahren von mir ab. Ich selbst war noch nie wegen biologischen, chemischen oder radioaktiven Schäden gezwungen, die lange Quarantäne auf mich zu nehmen. Es heißt, daß Clearity auch schon den Zugang zur Hemis verhindert hat – bei einer Milliarde Menschen im recht kleinen Lopabelin ist die Gefahr einer Seuche auch sehr groß …
Trotz des Defektes im CeyS konnte ich zwei Bilder der Landschaft aufnehmen. Leider haben sie eklatante Farbfehler. Trostlos trocken: Es ist alles grau hier, auch das Salz …
Bild by Irgendlink, mit freundlicher Genehmigung bearbeitet: Der Emil.
Bild by Irgendlink, mit freundlicher Genehmigung bearbeitet: Der Emil.
Das soll einmal eine Lagune gewesen sein, also eine Fläche voller Wasser, ein Stück Meer, ein Teil der jetzt völlig ausgetrockneten Nordsee. Unvorstellbar für mich. Hier richtete ich gestern mein Nachtlager ein. Das Velo hob ich wie immer auf das Dach des Magstab-Polymertainers, eine in dieser lebensfeindlichen Umgebung überflüssige Vorsichtsmaßnahme. Wer sollte hier stehlen, wo sollte hier Leben sein? Ich habe in den letzten Tagen nur kümmerliche Überreste von Vegetation gesehen. Und doch erlebte ich heute morgen eine echte Überraschung während meiner Aufbruchsroutine:
Bild by Follygirl, mit freundlicher Genehmigung bearbeitet: Der Emil.
Dieses Bild hat die Secucam meines Polymertainers in der Nacht aufgezeichnet. Es gibt Leben hier! Wie muß sich die Bloglegende Irgendlink gefühlt haben, wenn, wie er schrieb, damals überall “Tiere” – wildlebende, gefährliche Kreaturen wie Kühe, Schafe, Hunde und Katzen – frei herumliefen? Wieviel Glück muß er gehabt haben, daß er nie Beute dieser Jäger wurde? Der alte Datenbestand vom Zentralmuseum nennt die abgebildeten Ungeheuer “Galloway”, aber mehr als den Namen konnte ich nicht mehr erfahren. …
Bisher hatte ich keine Ahnung, wie gefährlich Irgendlinks Tour wirklich war.
Es sieht wirklich trostlos aus im Schottland des Jahres 2412. Und diese kreuzgefährlichen Galloways überall und die Schafe, von denen es heutzutage noch Tausende gibt: Möge Irgendlink nie Opfer dieser grausamen Kreaturen werden.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 5. Mai 2012 waren das Frühstück zu zweit, das Kochen, die Zweisamkeit sowieso..
© 2012 – Der Emil, Irgendlink, Follygirl. Kein CC!
127 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 604 words)





MEHR….!!!
Pingback: Artlines | irgendlink
lieber Emil, du entfaltest dich zum wohl größten Fan von Irgendlink… deine „Weiterspinnereien“ gefallen mir total gut – danke für deins und einen herzlichen gruß Li Ssi
ach… genieße die Zweisamkeit ;o)
Pingback: faszinierend … | irgendlink
Ach, lieber Emil, es ist gut möglich, dass in 40 Jahren die Welt anders ausschaut.
Auch bei mir grasen gerade wieder diese schrecklichen Galloways. Und als wir nach Hause fuhren aus dem Wochenende, sahen wir sogar das fast weiße Auto mit der Aufschrift: „Galloway“
Was das nur zu bedeuten haben mag….
Öhm: Ganz ernsthaft stell ich Dir jetzt mal eine Frage. Wenn ein Großstadtkind – aufgewachsen ohne jeglichen Kontakt zu Großvieh – zum ersten Mal eine Galloway oder Angus gegenübersteht, wie groß ist dann die Unsicherheit/Angst?
Ich befürchte, daß irgendwann alle größeren Tiere als „Feinde“ betrachtet werden (so wie heute alle Mikroben).