Ein kleiner Blick über Straße und Bach mitten im Dorf.
Das alte, leicht windschiefe Haus hinterm alten Mühlgraben steht ohne Fenster und Dachdeckung da. Seit Mai wurde daran gearbeitet, soweit ich das erkennen konnte, wurde auch die Dielung herausgenommen. Es sieht also aus, als sollte es im nächsten Jahr nicht abgerissen, sondern wieder auf- und ausgebaut werden. Ich kann mich noch an das Hutzelweib erinnnern, das zu meiner Kinderzeit allein darin wohnte. Im Grundstück lebten noch ein paar Hühner. Dorfleben, wie es früher so war. Als ich aus dem Ort wegging, lebte die alter Frau schon nicht mehr. Zwischen ihren beiden Kindern entbrannte wohl ein Streit, der erst viel später beendet wurde. Da zog einer der Enkelsöhne ein und wohnte das Haus ab. Etwa so alt wie ich war er. Aber am Haus oder im Grundstück tat er keinen Handschlag, wie das Dorfgetratsche berichtete. Dann, vor zwei Jahren, starb der Mann.
Ein Jahr lang geschah nichts. Und dann verschwand nach und nach das Gestrüpp im Garten, es standen Abfallmulden neben dem Haus, die immer wieder gefüllt und ausgetauscht wurden. Nur selten waren mehr als ein Mensch im Haus zugange und im Grundstück. Stimmt, ich habe nicht sehr viel von den Arbeiten mitbekommen, ich war zu selten im Dorf bei Muttern. Aber um so heftiger fielen mir die Veränderungen auf, die jedesmal sichtbar waren.
Jetzt fehlt eben die Dachdeckung. Ich weiß, es war Dachpappe, ich denke, mehrere Schichten, und darauf waren sogar noch Pappschindeln. Das Zeug zu entsorgen ist richtig teuer. Die Bretter liegen jetzt frei und sollten vielleicht doch bald vor Regen und Schnee geschützt werden. Und es sind auch keine Fenster mehr da, wo sie jahrzehntelang waren, nur leere Löcher in den Wänden. Auch da, hoffe ich, wird in den nächsten Wochen noch einiges gesichert werden. Sonst könnten Nässe und Frost einige Schäden verursachen.
Ein wenig neugierig bin ich jetzt, wie sich der Anblick des alten, leicht windschiefen Hauses verändert haben wird, wenn ich das nächste Mal wieder hinsehen kann. Lichterbögen werden an/in ihm wahrscheinlich nicht leuchten. Vielleicht zur Advents- und Weihnachtszeit zum nächsten Jahresende.
Erinnerung des Tages:
Der Menschenauflauf, der sich beim Einheben der neuen Glocken in den Turm der Kirche des Dorfes 2000 bildete …
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 23. November 2025 war ich zufrieden mit dem Verschwinden der Verdauungsbeschwerden, mit aufgebauter Advents- und Weihnachtsbeleuchtung, mit einigen Notizen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Da fällt mir eine Dorfkirche in Mecklenburg-Vorpommern ein. Sie steht im Heimatdorf einer Jugendfreundin meiner Mutter. Die Freundin ist nach der Wende in ihre Heimat zurückgekehrt und hat sich unter anderem beim Wiederaufbau der verfallenden Dorfkirche engagiert. Meine Mutter hat damals eine Altardecke gestickt und gestiftet, und deshalb gibt es eine mecklenburgische Dorfkirche mit einer Altardecke, die mit Hessenstickerei verziert ist (und mit einem Hundebiss, denn der damals noch junge und dumme Hund meiner Mutter hat die Decke angenagt).
Ich kenne die Dorfkirche von Alt-Sammit, deren Rettung ab 1984 mit Hilfe sozialistischer Umlagerungen begonnen wurde. Ab 1990 wurde dann sachgemäß und fachgemäß nachgearbeitet.