2025 – 253: Ein friedvolles Bild

Und ich stelle mir vor, das auch irgendwann so zu tun.

 

 

Da sitzt einer auf der Bank am Wegesrand, entspannt zurück­ge­lehnt, die Augen geschlossen. Auf meinem Rückweg ein Weilchen später sehe ich ihn noch immer da, unverändert. Fast könnte ich denken, er sei tot. Wenn da nicht erkennbar wäre, daß er noch atmet (das ist sogar zu hören). Ein alter – er sieht wirklich alt aus – Mann, der seine guten Jahre schon um einiges überlebt hat, denke ich, irritiert von seinem Anblick. In dunkelbraunem Cordanzug mit Weste, lindgrünem Hemd, dunkelgrüner Krawatte, gelockert. Und der Gürtel ist geöffnet. Ich sehe den alten Mann, der im Schatten auf einer Friedhofsbank sitzend tief und fest schläft.

Auch deshalb mag ich diese stillen, manchmal naturnahen Inseln mitten in der Stadt: Dort lassen sich solche friedvollen Bilder immer einmal wieder beobachten.

 

 

Natürlich habe ich das genau so nie gesehen …

 

Erinnerung des Tages:
Als Kind ging ich erst Opa, dann Opa und Oma gießen, etwa zehn Jahre lang …

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 10. September 2025 war ich zufrieden mit der Brillenbestellung, mit dem für morgen ausgemachten Werkstattermin, mit dem Verzicht auf den Kauf weiterer Kladden (Mehrzahl, ja).


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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu 2025 – 253: Ein friedvolles Bild

  1. piri sagt:

    … könnte aber gut so sein.

  2. anneeulia sagt:

    Opa und Oma begießen ist nett ausgedrückt.
    Hab ich eher weniger gemacht,
    dafür waren die Eltern regelmäßig zuständig bis die Gräber aufgelöst wurden.
    Ich hab Uropa öfter mal besucht.
    Der alte Friedhof war gruseliger und netter interessanter.😉

    • Der Emil sagt:

      Die Eltern arbeiteten in Schichten, beide, und wir wohnten keine 300 m von der Kirche weg (die steht mitten im Friedhof). Ich fand noch keinen einzigen Friedhof gruselig.

      Der heißt übrigens heute noch Gott’sacker …

      • anneeulia sagt:

        Ich sonst auch nicht,
        aber der alte Friedhof mit seinen alten Steinen und den teilweise undurchdringlichen Lebensbaumhecken aus dem Anfang des 19 Jahunderts war schon spooky und greuselig.
        Nachts bestimmt noch mehr als tagsüber.
        Mein Vater war oft mit mir da.
        Ein paar Gräber wurden damals noch gepflegt.
        Wie das da heute aussieht keine Ahnung.
        Ware der richtige Friedhof für Okkultismus und ähnliches.
        Er liegt mitten in Wiesen, erwas außerhalb des Dorfes.
        Wie das früher auf dem Dorf üblich war.

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