2025 – 245: Alltag bei mir

Und am End' sieht's aus, als hätt' ich nichts geschafft.

 

Da ich erst nach Zwei in der Nacht in den Schlaf fand, kam ich auch erst kurz nach Zehn aus dem Bett. Nicht ganz das, was ich seit etwa einem Jahr möchte, nämlich gegen Sieben aufzustehen. Aber naja, es darf so sein, wie es ist. Am Morgen weiß ich sowieso noch nicht (bzw. nur sehr selten), was tagsüber alles tun werde: Da war heute viel (nicht dringend) Notwendiges und viel Mögliches, das auch nicht sein muß.

Eine Kanne Kaffee trinke ich täglich – das ist etwa ein Liter – mit viel Milch. Meist reicht dazu ein Keks. Richtig Essen gibt es bei mir nur einmal am Tag (neudeutsch heißt das Intervallfasten), zwischen 17 und 20 Uhr, nur ausnahmsweise später. Ich saß mit dem zweiten Becher Kaffee am Rechner, schaute nach Mails und las hie und da ein paar Nachrichten. Viel Gutes erwartete ich sowieso nicht, aber meine schlech­ten Vorahnungen wurden dann noch übertroffen (Panamagolf und Meeresströmung z. B.). Danach trug ich Termine für die ersten vier Monate 2026 ins papierne Tageskalendarium ein. Ich verlor die Lust daran, weil von außen eben kein Fortschritt der Erledigung zu erkennen war.

Am Schreibplatz sitzenbleibend griff ich nach einer Kladde, las die letzten vier, fünf beschriebenen Seiten, um mich in den Text hineinzufinden. Es gelang mir leidlich, und so ließ ich mich ein auf die Geschichte, die einen überkommenen Sprachstil erfordert. Zwei Seiten, drei sogar füllte ich, ohne mit dem Ergebnis sonderlich zufrieden zu sein. Egal, neunzig Minuten Schreibzeit waren geschafft (die ersten) und die Zeit für die „Mittagspause” gekommen. Zeit, mich um den Abwasch zu kümmern und einen leicht genervten Blick auf mein großes Küchenregal zu werfen, das ich schon lange umräumen möchte.

Ich machte mir Tee und nahm mir eine Stunde Zeit, einiges aus dem Kurrent abzu­schreiben, ganz für mich privat. Ließ mich dabei aber ablenken von den anderen Dingen, die auf meinem Rechner geschahen. Zu lange ablenken, d. h. ich vertrödelte mich im Netz. (Ja, das lasse ich öfter zu als es mir lieb ist.) Bis auf weitere anderthalb Stunden Schreibversuch gelangen mir nur noch Kleinigkeiten am heutigen Dienstag. Ein paar Bilder sortieren, zwei Alben vertaggen, Kram hier und Kram da, wie das im Alltag eben so ist. Nach einen kräftigen Regen am Nachmittag war ich eine Weile draußen, brachte Altglas zum Container und streute den Enten ein paar Haferflocken hin am Teich. Als Abendessen gab es soeben Wurstbrote mit Zwiebelringen und Gewürzgurken und mit dem Gefühl, wieder viel zu viele Pausen gemacht zu haben.

Ja, mittlerweils sind meine zwei „Kurzzeitwecker” Begleiter meines Alltags – aber das merkt niemand, der von meinem Alltagsleben liest, oder?

Den täglichen Blogbeitrag habe ich jetzt auch geschrieben. Wahrscheinlich werde ich zum Hintergrundgeräusch Fernsehton noch etwas Lesen (R. Kriese: Mission SETA II. Phantastischer Roman, Ausgabe von 1986). Und hoffen, daß ich weit vor Mitternacht einschlafen werde.

 

Erinnerung des Tages:
Natürlich waren die utopischen, wissenschaftlich-phantastischen Werke der „sozialistischen Literatur” ideologisch durchdrungen bzw. ideologisierend; aber die meisten waren dennoch sehr interessant.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 2. September 2025 war ich zufrieden mit den drei geschriebenen Seiten am Vormittag, mit dem ganzen erledigten Kleinkram, mit dem neuen Docht in der alten Öllampe.


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Über Der Emil

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