2025 – 006: Startschwierigkeiten

Ein gebrochenes Bein kann doch ein Beinbruch sein.

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Daß ich das so vermissen würde … Aber ja, ich kann zur Zeit nicht einfach ins „Böhnchen” gehen, das geht mit dem gebrochenen Bein nicht wirklich. Also versuche ich das, was ich normalerweise eben in diesem Café mache, hier zuhause zu tun: Schreiben und Skizzieren.

Was mir nicht schwerfällt, wenn um mich herum Menschen sind, die ich hören und sehen kann, gelingt mir alleine an meinem Schreibtisch nicht. Seit einer Woche sitze ich hier und es geht einfach nichts. Weder laufende Musik noch ein dudelndes Radio oder ein unbeachtet laufender Fernseher ändert daran was. Mir fehlt diese belebte Umgebung, die mir im Café die Konzentration auf meine Phantasie, auf meine Vorstellungskraft erleichtert, möglich macht. Dann zeichnet der Bleistift wie von alleine, den Füller muß ich manchmal bremsen, weil er schneller sein will als meine Gedanken. Nur am Schreibtisch ist das alles ganz anders.

Im „Böhnchen” schütte ich mir zwei dieser winzigen Tütchen Zucker in den Kaffee. Bis vorgestern hatte ich nicht einmal Zucker im Haus, den hat mir die Nachbarin mitgebracht, die den Einkauf für mich erledigt hat. Ich werde gleich einen Teelöffel Zucker einrühren und hoffe, daß mir das echt hilft. Und ich habe mir zwei Stunden Kaffee­hausgeräusche heruntergeladen heute früh. Der alte MP3-Player funktioniert noch. Also jetzt Kopfhörer aufsetzen, Skizzenblock und Notizbuch und Stifte her, noch eine Tasse Kaffee eingeschenkt.

Mein Wunsch: daß ich heute meine Startschwierigkeiten im Home­office überwinde. Es wäre doch gelacht, wenn nicht endlich etwas von dem aus mir herauswill, was seit Tagen in mir auf die richtigen Momente wartet.

 

 

Was würde uns an Literatur fehlen, wenn die Kaffeehausschreiber kein Kaffeehaus gefunden hätten? Oder an Bildern, Liedern? Der für mich schwierigste Nachteil: Wenn ich dort sitzen wollte wie die oben handelnde Person, bräuchte ich einiges Geld, das ich dort ausgeben könnte …

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Einige wirklich unreparierbar kaputte Kleinigkeiten landeten im Müll.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Am 6. Januar 2025 war ich zufrieden mit der Ruhe am Feiertag, mit meiner Überwindung beim Aussortieren, mit der Entspannung in der Badewanne.

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Über Der Emil

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4 Kommentare zu 2025 – 006: Startschwierigkeiten

  1. Elvira sagt:

    Vor fast drei Jahrzehnten hatte ich vier Jahre lang Psychoanalyse, so richtig nach klassischer Art, dreimal in der Woche. Wenn ich mit dem Auto unterwegs war, zwei- von den dreimal, fuhr ich im Anschluss immer zu Barcomies in die Bergmannstraße (ich schreib kürzlich über diese Straße). Dort trank ich diesen herrlichen, von ihr selbst gerösteten Kaffee, aß einen Bagel oder ein Stück Kuchen, holte dabei meine Kladde aus der Tasche und schrieb und schrieb und…. Leider ging das verloren. Kein Beinbruch zwar, aber doch ein starker Bruch, wenn ich so zurückdenke und mein Jetzt und Hier betrachte.

  2. Puzzleblume sagt:

    Alle guten Wünsche dafür, dass Bein und Umstände bald wieder wunschgemäss hergestellt sind.

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