Einen anderen Spielplatz, ein Klettergerüst braucht es nicht.
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Das letzte Haus des Dorfes an dieser Straße, die nur ein besserer Feldweg ist. Ein Bauernhaus, Erna'n ihrs, ja, nach der Bauersfrau benannt und nicht nach Albert, ihrem Mann. Das halbe Ergeschoß ist Stall, es gibt eine Küche, die so groß wie Schlafzimmer und gute Stube zusammen ist. Obendrüber, eine schmale Holztreppe hinauf, sind Tenne und zwei Schlafkammern mit Dachschrägen und – ganz wichtig – eine Räucherkammer. Die Scheune ist ans Haus angebaut, Holzschuppen, Hühnerstall und Bienenschuppen stehen an der Grenze zum Nachbarn.
Die Kinder, die aus dem Haus kommen, gehen durchs Hoftor, am Blumengarten vorbei und nach links, weiter hinaus aus dem Dorf. Sie dürfen draußen bleiben, bis Opa mit seiner Trillerpfeife nach ihnen pfeift, sprach Erna. Damit ist auch klar, daß sie nicht weiter weggehen dürfen als bis zu den Schwanten. Bis zum dorfseitigen ersten Teich davon. Einmal nur waren sie mit dem Großvater ganz herumgegangen um die Schwanten genannten drei Teiche, deren Uferwiesen leicht schwankten, wenn Erwachsene darübergingen. Aber weiter hinten gibt es nichts Interessantes, nichts so Interessantes wie einen verfallenden Steg und den danebenliegenden lecken Kahn. In diesem Jahr müssen sich die Kinder durch Maisstengel einen Weg bahnen dorthin, durch Maisstengel, die allesamt viel höher in den Himmel ragen als die Kinder.
Dann sitzen sie auf dem Steg, keine zweihundert Meter vom Hof entfernt, flechten kleine Schiffchen aus Schilfblättern. Das hat ihnen der Großvater beigebracht. Setzen die ins Wasser und stochern die, die dicht genug geflochten sind und nicht sofort untergehen, mit langen Stöcken weit in das offene Meer hinaus. Beobachten Libellen und Frösche, die kleinen Fische. Wie die wegflitzen, wenn man mit dem Stock in ihrer Nähe ins Wasser stößt.
Irgendwann liegt der Steg nicht mehr im Schatten der Bäume. Dann dauert es nicht mehr lang, bis die Trillerpfeife sie ruft. Die Kinder könnten auch früher wieder losgehen von den Schwanten zum Haus zurück, aber nein. Sie warten auf das Signal des Großvaters. Und wenn es ertönt, dann geht es durch den Mais zurück auf die Straße, die nur ein besserer Feldweg ist. Sie rennen auf das Dorf, auf das Haus von Oma und Opa zu. Wer zuerst am Hoftor ist! Das größere Kind läßt das kleinere heute gewinnen.
Später, in ferner Zukunft, erinnern sich zwei Menschen an einen Nachmittag mit Libellen und Bienen, Fröschen und Fischen und Schiffchen, von denen sie nicht mehr wissen, wie die geflochten werden, an den abgesoffnen Kahn und den maroden Steg. So ein Spielplatz ist viel, viel zu gefährlich für Kinder …
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Schon lange aussortierte Kleidungsstücke brachte ich heute endlich in den Altkleidercontainer, einen ganzen blauen Sack voll.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 25. April 2024 mit dem weggebrachten Sack, mit der knappen Stunde an den Ententeichen, mit einem Döner.
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@muldenkind@troet.cafe
Nein, ich kann die auch nicht bauen, kenn sie nur vom Hörensagen …
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@deremil ein bisschen hat mich das Haus an das von Oma und Opa erinnert. Riesige Küche mit Speisekammer. Dahinter Schweinestall, Scheune. Daran Werkstatt vom Opa. Davor noch Raum mit Rübenschnitzelmaschine. Dann Hühner und Hasenstall. Gegenüber Plumpsklo, Misthaufen. Erdkeller. Unterm Dach baute mir Opa später ein Zimmer für die Ferien. Bad gab es erst später. Hinterm Haus gab es Garten mit Buchs und großen Grasgarten mit Obstbäumen. Ich sollte es auch mal aufschreiben.
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Das Vorbild für das beschriebene Haus stand im Bezirk Schwerin (heute McPomm). Und das Plumpsklo war am Ende der Scheune (später wurde eines im Stall improvisiert).
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@DerEmil@procial.tchncs.de @deremil@deremil.blogda.ch Opa baute auch ein besseres zwischen Scheune und Haus.
Klopapier war aus Zeitung geschnitten.
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Für uns Besucher gab es richtiges Klopapier, aber Opa verwertete seine Zeitung ebenso.
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Das erinnert mich sehr an meine Ferien auf diversen Bauernhöfen – und an Bullerbü. Hier, wo jetzt unsere Siedlung steht, war vorher ein großes Feld. Am hinteren Ende hatten Freunde ihr Haus. Die beiden Kinder spielten immer draußen. Wenn es Essen gab oder sie aus anderen Gründen wieder zurück mussten, hat Dagmar eine große Glocke geläutet.
Meine Mutter hatte eine Kuhglocke, die sie aus dem Fenster läutete, wenn wir heimkommen sollten. – Weit durfte man da aber nicht gewesen sein!
Ja eben. Bei meinen Großeltern (nicht bei den hier beschriebenen) waren es hundert oder hundertfünfzig Meter vom Hofzaun weg.