017–2024: Besserung

Aber das heißt nicht, daß es gut ist.

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Etwas Nabelschau, etwas Jammer, etwas, über das ich sonst nicht so deutlich schreibe.

Natürlich. Es gibt Tage, an denen geht es mir beschissen. Und es gibt Tage, da geht es mir total beschissen. Da hab ich zu kämpfen. Da brauch ich alle Kraft, die ich habe, um nicht im Loch zu verschwinden. Mittlerweile schaffe ich das meistens, überwiegend, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Selbst dann brauche ich nur wenige Stunden, um wieder rauszukommen. So hangele ich mich seit vielen Jahren an meinem Geländer entlang, immer an meinem selbst­ge­ba­stelten Geländer entlang.

Und dann gibt es Tage, an denen geht es mir besser. Niemand muß selbst eine chronische Krankheit haben, um zu ahnen oder zu wissen, was das heißt. Das sollten alle während Corona mitbekommen haben: Wer von der ECMO wieder zur „normalen Beatmung” verlegt wurde, dem ging es zwar besser – aber noch lange nicht gut.

So ist es auch bei mir. Ich nehme noch immer mein Antidepressivum (und meine Diabetes-Medikamente und die wegen der KHK), und das hilft mir bei dem, das ich gerade beschrieben habe. Wenn es mir besser geht, bin ich auch in der Lage, Lustiges (wie die Reimerei von gestern) zu fabrizieren. Es hilft übrigens auch mir selbst, soetwas zu schaffen. Dann nämlich weiß ich, daß es mir besser geht oder besser: nicht mehr beschissen. Aber geht es mir dann gut?

 

Warum ihr hier so selten davon lest oder es so selten bemerkt, daß es mir nicht gut geht? Weil … Weil das kein Jammerblog ist, weil ich trotz der Krankheit ein „normales” Leben habe. Eines mit Tiefs und Hochs, nur daß meine Hochs normaler­weise vielleicht nicht ganz so hoch sind wie die der Gesunden. Obwohl: Das weiß ich ja gar nicht (mehr).

 

So, und jetzt vergeßt ihr das eben Gelesene bitte wieder. Denn ich bin wie Du oder Du und sogar wie Du, ein Individuum, ja, ein einzigartiges, so wie Du auch, aber auch ich bin Mensch. Als solcher bin ich mal so und mal so, immer anders als alle anderen Menschen, und ihnen doch ähnlich. Das ist es, was ich unter anderem hier im Blog zeigen möchte. Das auch ich nämlich nur ein Mensch bin.

 

Erinnerung des Tages:
Zwischen 1972 und 1976 war es mindestens einmal so kalt, daß ein – heute leider nicht mehr existierender – Tümpel auf einer Weide in Alt Sammit bis zum Grund (ca. 50 cm) durchgefroren war. So konnten wir Kinder in den Winter­fe­rien darauf wirklich gefahrlos mit Schlittschuhen (die anderen) und Gleitschuhen (ich) herumfahren. Hattet auch ihr Gleitschuhe?

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 17. Januar 2024 mit dem für mich frühen Aufstehen, mit dem Mut zur Absage, mit dem Anblick der von einer dünnen Schneeschicht bedeckten Stadtlandschaft.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu 017–2024: Besserung

  1. Nati sagt:

    Habe erst einmal geschaut wie Gleitschuhe wohl aussehen.

  2. Elbwiese sagt:

    @deremil Gleitschuhe!! Hervorragende Erfindung, ich hab die geliebt (und bin nie Schlittschuh gelaufen).

  3. Resiregenbogen sagt:

    Gleitschuhe, aber wir hatten in Magdeburg echt selten Schnee.
    Man könnte sie unter die normalen Straßenschuhe schnallen und brauchte kein Eis, fester Schnee hat bereits gereicht.

  4. Pit sagt:

    Ich hatte weder Schlittschuhe noch Gleitschuhe.
    Mach’s gut in diesem Jahr.
    Pit

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