Ein weiterer Wunsch.
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Was, wenn „die Würde des Alters” nur ein Verlust der Fähigkeit zu Albernheiten ist?
So fragte ich heute in einem Beitrag bei firefish im #Fediversum. Es sind auch Antworten auf diese Frage zu sehen.
Grund und Anlaß zu dieser Frage war – wie könnte es anders sein – etwas, das ich an mir und Gleichaltrigen und Älteren bemerkte. Eben diesen Verlust, das Vermeiden von Albernheiten. Vielleicht ist es auch nur die Angst, sich selbst zu blamieren, mich der Lächerlichkeit preiszugeben, die mit zunehmendem Alter größer wird. Andererseits: Albernheiten sind auch Lebensfreude oder ein Ausdruck davon. Ja, ich lache noch immer gern über mich und meine Dummheiten, meine Unzulänglichkeiten. Manchmal tu ich es nur, um einem boshaften Gelächter anderer zuvorzukommen, manchmal aus vollem Herzen. Selbst ich finde es ja komisch, wenn ich mich albern in besten Sinne des Wortes benehme. Also mich mit Absicht kindisch, töricht, unseriös benehme.
Ganz ehrlich: Immer nur erwachsen und seriös mich zu geben ist schwer. Manchmal brauche ich einen Ausbruch in ein albernes Benehmen, ins Herumalbern, in Albernheiten. Ob alleine oder in Gemeinschaft mit anderen, ob hinter verschlossen Türen oder coram publico (zwischen Publikum, öffentlich, vor aller Welt). Das entlüftet, erdet, entspannt, und es hilft mir, nicht immer alles so schwer zu nehmen, daß es mir kaum noch (er-)tragbar erscheint. Albernheiten erlauben es mir, aus dem schwieriger werdenden Alltag herauszutreten für eine kleine Weile, ich erlaube mir das mit meinen Albernheiten. Bitte, das ist für niemanden ein Anlaß zur Fremdscham, soll es nicht sein (das war es hoffentlich auch früher nicht, als ich auf der EOS einer der Klassenclowns war).
Ich bemühe mich redlich, meine Albernheiten so zu bewerkstelligen, daß niemand anderes davon herabgesetzt, beschämt oder gar beleidigt wird. Am besten gelingen sie mir in diesen Ping-Pong-Situationen, in denen Worte hinundhergehen, ohne jeden Arg, in denen alle miteinander übereinander lachen können. In entspannter Atmosphäre also.
Und so kann ich meine Frage selbst nur beantworten mit: „Das wäre ziemlich traurig.” Mein Wunsch, auch in Zukunft albern sein zu dürfen, Albernheiten machen zu können, bleibt ein Wunsch, an dessen Verwirklichung ich nicht werde aufhören zu arbeiten.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Sechs weiter Bücher brachte ich heute ins öffentliche Bücherregal.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 6. Januar 2024 mit dem Pflaumenmustoast zum Frühstück um etwa 13.00 Uhr, mit den weggebrachten Büchern, mit der sich drehenden Pyramide (die lief diesmal gar nicht so häufig wie sonst).
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


lieber emil, ich finde es wichtig auch über sich lachen zu können.folgendes geschah im hallenbad: es war voll und wg. wassergymnastik sass ich mit vielen auf plastikstühlen am rand, ich in der ersten reihe. da knickten im zeitlupentempo die hinteren beine meines stuhles weg, ich lag da, beine nach oben. alle schauten, es war plötzlich sehr still. ich begann laut zu lachen, fast alle besucher lachten mit. durch mein lachen hatte ich die situation gerettet, da ich ziemlich mehrgewichtig bin dachten die menschen sicher, sie müssten wegschauen. aber sie waren fröhlich mit mir und ich war nicht beleidigt. der bademeister half mir auf und sagte, diese billigen stühle gehen immer mal kaputt wg. materialermüdung. hoffe du lachst jetzt auch, lieben gruß, roswitha
Ohhhh … EInmal beim Sprung vom 3-m-Brett tauchte ich ohne Badehose wieder auf, als Jugendlicher. (Später war mir das egal, seit ich 18 wurde, bin ich FKKler.)
Wie wahr. Ich ältere auch körperlich im. Kopf aber gar nicht. Und dann sehe ich Personen um mich herum die jünger sind aber vor der Art auch als mein Vater durchgehen könnte. Boomer ist keine Generation sondern eine Einstellung.