351 im #Advent 2023 – Die 3. Kerze in der 17. Tür


Nun sage ich an den dritten Advent.

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Das ist der 14. Adventskalender hier. Ich widme ihn allen, die krank sind oder Unterstüt­zung benötigen, und allen, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen wieder für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

Es ist nur noch eine Woche, es sind nur noch sieben Tage. Dann ist vierter Advent und zugleich Heiliger Abend. Dann gibt es das traditionelle Weihnachts­essen: bei manchen Gans, bei anderen Kaninchen, bei vielen Würstchen mit Kartoffelsalat, im Erzgebirge hier und da noch immer oder wieder das Neiner­laa (Neunerlei), bei dem statt Linsen auch Hirse for’s klaane Gaald zube­rei­tet werden kann. Da sind die Traditionen und Geschmäcker tatsächlich sehr unter­schiedlich, es gibt nur eine allgemein­gültige Regel: Neun Dinge müssen es sein, die auf den Tisch kommen.

Viele „müssen” jetzt noch Geschenke besorgen, so auf den letzten Drücker. Ich schaffe das meist schon einige Zeit vorher, aber eben auch nicht immer. Wahrscheinlich … Ich verstehe das zwar nicht, aber es mag sein, daß genau dieses Getümmel und Gedränge in den Läden den besonderen Reiz beim Kauf ausmacht. Oder seid ihr vielleicht in der glücklichen Lage, Selbstgemachtes zu verschenken? Verschenkt ihr vielleicht Zeit? Einen „Gutschein für drei lange Abend­spaziergänge” oder „ … für einen Tag im Tierpark/​Freibad/​Wald” vielleicht? Mir gefallen solche Gutscheine besser als die im Handel erhältlichen für einen gewissen Warenwert.

Nun sage ich an den dritten Advent. Es ist kein altes Lied, aus dessen dritter Strophe diese Zeilen stammen:
     „Wir sagen euch an den lieben Advent.
     Sehet die dritte Kerze brennt!
     Nun trag eurer Güte hellen Schein
     Weit in die dunkle Welt hinein.”
Das Lied nämlich entstand erst 1954 und findet sich sowohl im GL 223 als auch im EKG 17. Der Text stammt von Maria Ferschl, die Melodie von Heinrich Rohr, es wurde 1954 zu Heiligabend erstmals gesungen. Heute ist der dritte Advent, es brennen heute drei Kerzen am Adventskanz oder -leuchter. Bei mir heißt das, es ist Zeit dafür, daß Ruhe einkehrt. Daß ich der Hektik, soweit das über­haupt möglich ist, den Rücken kehre, ihr die Tür weise. Mit Schnee draußen wäre das noch leichter möglich.

Es ist nur noch eine Woche, es sind nur noch sieben Tage. Für Kinder wird diese Zeit unendlich lang, sind sie doch (hoffentlich) voller Vorfreude auf die (unbe­kann­ten?) Geschenke. Für die, die für das Essen zuständig sind, wird die Zeit fürs Besorgen der Zutaten knapp; und manches Gericht braucht auch mehr als zwei Tage Zeit Vor- und Zubereitung (das Kaninchen zum Beispiel wird ja i. d. R. gebeizt – in Buttermilch o. a. einglegt). Vielleicht ist auch der Baumschmuck noch auf dem Boden oder im Keller und muß hergesucht werden, im Erzgebirge wurde der Baum erst am 24. Dezember aufgestellt und geschmückt. Es bleibt für viele heutzutage noch vieles zu tun bis zum festlichen Essen, bis zum Abend ganz in Familie. Und für die, die nichts mit Weihnachten am Hut haben: Es sind nur noch wenige Tage, bis all das Nervige seinem Ende entgegengeht.

Es ist heute der dritte Advent. Es ist Zeit für mich, meine Weihnachtskarten zu schreiben, damit die rechtzeitig ankommen. Nur eine Woche noch, nur noch sieben Tage …

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 

Am 16. Dezember 2023 war ich zufrieden mit den Schnäppchen, mit dem Geschriebenen, mit ganz viel Weihnachtsmusik.

© 2023 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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4 Kommentare zu 351 im #Advent 2023 – Die 3. Kerze in der 17. Tür

  1. C Stern sagt:

    Selbstgemachtes ist aus meinem Gefühl heraus unübertroffen: Wer in der Lage ist, selbst etwas schön zu gestalten, indem er malt, zeichnet, strickt, stickt, häkelt, töpfert, dichtet, erzählt, …, der kann damit häufig sehr viel Freude auslösen! Derart Persönliches ist mir kostbar.
    Jeder Mensch kann Zeit mit Menschen verbringen – und die, bei denen Zeit Luxus ist, bei denen ist vielleicht auch ein Überdenken angesagt, ob sie weiter an ihrem Leben vorbeirennen wollen. Da sind jedenfalls Zeitgeschenke besonders wertvoll, obwohl ich es „eigentlich“ traurig finde, dass Zeit mit jemandem zu verbringen überhaupt zu einem Geschenk geworden ist. Einst war das ganz üblich, dass man Zeit hatte, für Menschen, die einem wichtig sind. Doch auch in meinem Leben gibt es Zeiten, wo Zeit im Außen knapp ist – weil ich viel Zeit für mich selbst brauche. Notwendig brauche. Damit ich in meinem inneren Gleichgewicht bin, bleibe oder wieder dorthin komme.

    An meinem 24. Dezember wird nicht großartig gekocht, sondern besucht, dafür brauche ich auch genügend Zeit. Da reichen dann Imbisse für mich!
    Mir bedeutet der Advent das eigentliche Weihnachten, die Zeit dorthin. Sie ist mir kostbar, diese möchte ich möglichst stimmungsvoll und friedlich verbringen. Weihnachten selbst ist schnell vorbei und in so manchen Dingen einfach nur nerviger Zirkus. Angeschlagene Nerven, die sich manchmal auch in familiären Streitgesprächen zeigen. Solchen Nachmittagen und Abenden gehe ich seit einigen Jahren aus dem Weg!
    Ganz liebe Grüße und meine besten Wünsche für einen schön erlebten 3. Advent,
    C Stern

  2. Verbalkanone sagt:

    Lieber Emil,

    ich werde wie jedes Jahr den Heiligabend zusammen mit meiner Tante bei meinem Bruder, meiner Schwägerin sowie den beiden Kindern verbringen. Tatsächlich ist die gemeinsame Zeit und das leckere Fleischfondue das, worauf ich mich dabei am allermeisten freue. Zumeist spielen wir abends nach dem Essen dann noch irgendein Gesellschafts-/Brettspiel zusammen, was immer viel Spaß macht. Wir machen das schon seit Jahren so, und ich bin froh und dankbar dafür, dass ich zumindest diese kleine Familie habe und den Heiligen Abend so verbringen darf.

  3. Heute war ich mit der Tochter und ihrem Anhang auf den Weihnachtsmärkten um das Bad Homburger Schloss und vor dem Kurhaus. Dafür bin ich sehr dankbar, denn ich lebe ja allein und kenne hier niemanden weiter. Dabei wurde ich auch erinnert, dass meine Schwiegertochter in Heidelberg Weihnachten Geburtstag hat und ich konnte eine hübsche, gepunzte Lederhandtasche für sie erstehen. Ich freue mich schon auf das Fest, die Enkel und den Rest meiner kleinen Familie.

  4. Gudrun sagt:

    Zwei meiner Kinder kommen und wir werden bestimmt wieder eine schöne Zeit zusammen haben. Das ganze Jahr freue ich mich darauf.
    Meine Geschenke habe ich fertig gefilzt, gestrickt, gestickt. Diesmal verschenke ich auch im Haus etwas an zwei liebenswerte Menschen. Auch sollte niemand allein sein. Deshalb hatten wir ein gemeinsames Advents-Kaffeetrinken organisiert. Manchmal sind es kleine Dinge und ein aufeinander zu Gehen, die die Welt ein bisschen wärmer macht.
    In der Küche wird keiner arg lange stehen. Dazu ist die Zeit zu kostbar und Riesenaufriss will keiner von uns. An manchen Abenden war das selbstgebackene Brot der Renner.
    Die Vorweihnachtszeit finde ich schön, das besondere Licht und die Gemütlichkeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Zeit in Ruhe und Wärme genießen kann. Das wünsche ich jedem.

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