#Advent 2022 (335): Das 1. Türchen


Das jährliche Warten.

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Strichzeichnung eines Nadelbaumes an einem Hang, Hörnerschlitten davor 
Das ist mein 13. Adventskalender. Ich widme ihn allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen und Tiere, die Hoffnung und Trost brauchen.

 

 

Ich warte wie in jedem Jahr
sehnsüchtig auf den Winter.
Denn ich find' Schnee so wunderbar
wie alle meine Kinder.

Ich warte auf das dünne Eis
frühmorgens auf den Pfützen!
Dann gibt es drinnen Tee, sehr heiß,
und draußen trägt man Mützen.

Und kommt es mal zur Schneeballschlacht
im Garten hinterm Haus:
Dann hör' ich, wie die Kindheit lacht,
dann geh' auch ich hinaus.

Ich warte, daß der erste Ball
aus Schnee auf mir zerschellt.
Dann werf' auch ich, wie dazumal
in der Kinderwinterwelt.

Ich warte wie in jedem Jahr
sehnsüchtig auf den Winter.
Denn ich find Schnee so wunderbar
wie viele, viele Kinder.

 

 

Wer schon eine Weile hier (oder woanders) mitliest, weiß darum: Ich bin Winter- und Weihnachtsmensch. Ich möchte nicht nur für vier oder fünf Tage Schnee haben, sondern länger. Nicht so sehr lang wie es ihn droben in den Alpen früher gab. Aber von Anfang Dezember bis Ende Februar wäre das schon schön (naja, ich wurde im Erzgebirge groß, wo es das wirklich noch gab vor 1999 …).

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand22 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür von ganzem Herzen.

 

P.S.: „Gut fand ich am” entfällt heute, da das gestern Abend schon aufgezählt wurde.
 
Die Tageskarte für heute ist die Sieben der Münzen.

© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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7 Kommentare zu #Advent 2022 (335): Das 1. Türchen

  1. Elvira sagt:

    DasGedicht hinter dem ersten Türchen hat mich sehr berührt. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen. In meiner Kindheit gab es viel Schnee, selten in der Weihnachtszeit, aber Januar und Februar waren immer schneereich (jedenfalls sagt mir das meine Erinnerung und meine Brüder bestätigen das). Und genau daran erinnert mich dein Gedicht. Wir wohnten am Rand der Stadt, der Schnee blieb auf den Feldern und Wiesen lange liegen. Ich erinnere mich an Schneeballschlachten mit meinen Brüdern, ans Rodeln und Iglu bauen. Ich erinnere mich an kalte Finger, die später vor Hitze glühten, an klitschnasse Mützen und Handschuhe, sogar die Strümpfe in den Stiefeln waren meistens nass. Ich erinnere mich an glückliche Kinderwintertage.
    Danke dafür!

    • Der Emil sagt:

      Ja, die Kinderzeit … Ich befürchte, auch ich verkläre meine sehr. Dennoch ist es gerade in diesem Fall gut, daß oft nur die guten Momente erinnert werden. Und nur ein einziges Mal haben wird Kinder aus der Nachbarschaft es geschafft, ein Iglu zu bauen. Hach.

      Danke für Deine Worte.

  2. Gudrun sagt:

    An die Kindheit erinnern wir uns wahrscheinlich gern, weil die Welt für uns in Ordnung war. Wir hatten das Glück und wir hatten Eltern, die alles Ungemach von uns fern gehalten haben.
    Beim Lesen deines Gedichtes musste ich schmunzeln. Wie haben wir Kinder uns die Nasen am Fenster platt gedrückt, als es anfing zu schneien und wie sehr haben wir gehofft, dass der Schnee liegen bleibt. Als die Väter dann anfingen, die Kufen der Schlitten zu wachsen, wussten wir, dass nun das weiße Abenteuer beginnt.
    Danke für dein feines Gedicht. Ich lächele nämlich immer noch und habe gleich mal das Fotoalbum herausgekramt.
    Grüße aus der Stadt nebenan.

  3. C Stern sagt:

    Der Winter hat eine ganz eigene Qualität, die den anderen Jahreszeiten nicht zugeschrieben werden kann: Wir werden innerlich klarer, weil wir uns mehr zurückziehen und uns aufs Wesentliche besinnen: Seele und Herz bekommen mehr Aufmerksamkeit als sonst. Diese kalte Zeit bringt weniger Ablenkungen mit sich … Ich genieße diese Zeitqualität auch ganz besonders … und kann Dich sehr gut nachvollziehen!
    Danke, was Feines, das sich hinter dem ersten Türchen offenbart!
    Liebe Grüße aus dem Nachbarlande!

  4. ELKE Pörschke sagt:

    Ich erinner mich auch, dass es an Weihnachten oft nass und grau war. An Neujahr, an meinem Geburtstag, lag Schnee und ich fuhr oft Schlitten. Einmal waren meine großen Schwestern schon weg mit dem Schlitten. Eine Nachbarin fand mich heulend im Flur. „Am Geburtstag weinen geht gar nicht!“ Sie hat mir den Schlitten ihrer Kinder geliehen…

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