Nº 253 (2022) – Sonntagswetter

Ich hab' auf meinen Bauch gehört.

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Wieso heißt das Sonntagswetter überhaupt Sonntagswetter? Es kommt doch an den anderen Wochentagen viel häufiger vor, dieses Wetter, das hierzulande Sonntagswetter genannt wird. Wie heißt es eigentlich in anderen Sprachen? Nein, diese Frage läßt sich nicht mit Übersetzungshilfsmitteln klären.

Für mich ist Sonntagswetter: Sonnenschein, eine angenehme und jahreszeitlich angemessene Temperatur (also ganz sicher nicht heiß), etwas Wind. Sogar ein wenig jahreszeitlich passender Niederschlag darf dazugehören: So eine Regen­husche, ein kleines Gewitter mit folgendem Sonnenschein oder leise rieselnder Schnee oder Morgennebel stören das Sonntagswetter nicht. Also war heute tatsächlich Sonntagswetter.

Und ich war heute zum Tag des offenen Denkmals unterwegs. Nur bei einem einzigen Denkmal. Beim Sinti-Mausoleum. Ohne Kamera. Und auch mit dem Telefon habe ich kein Bild gemacht. Keines. Nicht ein einziges. Ich hab Abstand gehalten von den Menschen und dem, was dort heute stattfand. Keine Ahnung, aber ich fühlte mich derart fehl am Platze, daß ich wirklich nicht nähergehen konnte. An einem anderen Tag werde ich mich dahin aufmachen, mit Kamera. Und fotografieren. Und auch den Radeweller Friedhof besuchen. Vielleicht an einem Werktag mit Sonntagswetter. Heute war ich dort und war doch nicht dort. Das war in Ordnung so, das war kein Scheitern und kein Versagen. Es war einfach nicht der richtige Tag dafür.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Gut fand ich am 11.09.2022 das Unterwegssein, ein Softeis unterwegs, die unterwegs gemachten Notizen.
 
Für morgen zog ich die Tageskarte Königin der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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2 Kommentare zu Nº 253 (2022) – Sonntagswetter

  1. C Stern sagt:

    Spannend auch, was man einem Sonntagskind zuordnet …

    Ich denke, es gibt bei fast jedem Wetter etwas Schönes, Gutes, das sich unternehmen lässt. Inzwischen bevorzugt auch an Plätzen, wo ich keine Massen vorfinde. Es ist einfach der damit oft einhergehende Lärm, der mir schon lange nicht mehr behagt. Mitunter auch damit verbundene Unruhe unter den Menschen, der ich mich nicht aussetzen möchte.
    Lasse liebe Grüße hier!

    • Der Emil sagt:

      Ich such mir oft ganz bewußt Plätze, an denen es Menschengeräusch gibt, das hilft mir z.B. beim Schreiben. Das konkrete Wort kann ich dabei sehr gut ausblenden …

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