Ein Einblick in meinen Denkprozeß.
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Die Erwartung unschöner Reaktionen, die aus meiner Erfahrung heraus so übermächtig wurde, kann dennoch meinen Glauben an das Gute in den Menschen nicht ganz und auch nicht ständig unterdrücken. Das zeigt beispielhaft, daß Glaube(n) fester in mir verankert ist als Erfahrung. Der Mensch als zoon politikon (als soziales Wesen) kann verlernen und vergessen, aber nicht vollständig (sich) entglauben, so denke ich.
Damit stelle ich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Und ich verwende bewußt das Wort Erwartung statt Befürchtung. Selbst wenn jemand den Glauben verliert oder vom Glauben abfällt oder sich vom Glauben abwendet: Ist das tatsächlich ein vollständiger Verlust allen Glaubens, eine vollständige Abkehr von jedem Glauben? Wer an nichts mehr glaubt, kann der – als Mensch – noch leben?
Ich zeige hier nur einmal mehr, was in meinem Denkicht so passiert.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Gut fand ich am 11.05.2022 den ab sechs Uhr endlich gefundenen Schlaf, das funktionierende Solarpanel, einige klärende Worte.
Für morgen zog ich die Tageskarte Ass der Kelche.
© 2022 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Lieber Emil, das Problem bei diesen Gesprächen über den Glauben ist für mich immer, dass gar nicht wirklich klar ist, was Glauben eigentlich bedeutet.
Wenn du schreibst, dass du an das Gute im Menschen glaubst, willst du damit sagen, dass du trotz aller gegenteiligen Erfahrung dich darauf verlassen willst, dass es im Menschen im Allgemeinen einen guten Kern gibt, dass du dich darauf verlassen willst, dass sie es im Grunde gut meinen mit dir.
lieber emil, du machst dir spannende gedanken. ich denke, jede/jeder braucht hoffnung in sich, sonst vegetieren wir. manchmal schon dachte ich, auf die /den falle ich nicht mehr herein, aber dann geschah es doch, das die hoffnung stärker war als die erfahrung/vernunft. und ich glaube fast, das ist gut. wir brauchen zuversicht zum leben, den glauben etwas unzerstörbares in uns? ich denke mich als atheistin und bete manchmal wie in kindertagen, hab hoffnung auf etwas nach dem tod. was weiß ich nicht, aber die hoffnung ist wichtig. lieben gruß, roswitha (weggefaehrtin.blogspot.com)
Andere, die in einer geradezu zynischen Weise sich überzeugt haben, dass dem Menschen nicht zu trauen ist, dass der Mensch des Menschen Wolf ist und immer wieder sein wird, die glauben daran, dass sie sich nur selbst vertrauen können. Ist das wirklich Glauben? Hilft das zum Leben?
das ist zutiefst lebensfeindlich weil es den menschen innerlich erfrieren läßt, er merkt es vielleicht zuerst nicht einmal. sie gehen auch von der illusion aus, alles im leben im griff zu haben. ich würde solchen menschen ein aufwachen wünschen, möchte sie „antauen“, locken…
wer kennt sich so, dass er immer weiß, wie er reagiert? menschen sind doch keine automaten. lieben gruß, roswitha
Ich kann verstehen, wenn Menschen nicht an eine Art Gott glauben können. Ich kann verstehen, wenn Menschen glauben, dass das Leben letztlich sinnlos ist, weil irgendwann doch alles in einer letzten Glut verbrennen wird, weil von der ganzen Erde irgendwann nur Staub und Asche bleibt. Ich kann aber nicht verstehen, warum man nicht versuchen sollte, die Zeit bis dahin möglichst angenehm zu gestalten, Gutes zu tun für andere und sich selbst, über Wunder zu staunen und über Wutz Witze zu lachen
Was, lieber Emil, ist denn DER GLAUBE, von dem man abfallen kann? Dass jemand ungläubig ist, glaube ich nicht, aber manche legen das so fest.
Ich habe letztens über Eremiten gelesen, Menschen, die heute mit sich alleine ihren Glauben leben, ihren Glauben täglich auf den Prüfstand stellen, immer in der Hoffnung, Antworten auf Fragen zu bekommen, die viele Menschen sich stellen. Wir, die wir nicht als Eremiten leben, hören wohl irgendwann mit den Fragen auf. Viele verlieren dann vielleicht auch ihren Glauben. Ist der Glaube an eine göttliche Macht an den Glauben an das Gute im Menschen gekoppelt? Diese Frage stelle ich mir sehr oft. Wenn wir an einen gütigen Gott glauben, dann muss diese Güte doch auch im Menschen sein, oder? Ab wann aber wendet sich das Blatt? Muss man sich doch von der Welt und den Menschen abkehren, um Antworten zu finden?
Antwort zu allen Kommentaren:
Die große Frage bleibt, Richard, was Glaube(n) tatsächlich ist und bedeutet. Meiner Meinung nach gilt Hebr. 11,1: „Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.“ Und das unabhängig von Religion und Bekenntnis usw.
Und natürlich ist da auch die sehr wichtige Hoffnung auf irgendetwas, das viel besser ist als das, was ich befürchte, Roswitha, denn wie Du richtig bemerkst, „wir brauchen zuversicht zum leben“. Deshalb ist Glaube auch für mich etwas, das zum/beim Leben hilft.
Und genau deshalb denke ich, daß Menschen etwas glauben müssen, um leben zu können, Richard.
Glauben ist und bleibt eine persönliche Entscheidung der Menschen, zumindest der „Gegenstand“ des Glaubens wird meist frei gewählt, Gudrun. Und ich spreche ja nicht von DEM EINEN GLAUBEN, sondern von irgendeinem …
Ach Elvira, alle Deine Fragen stelle ich mir immer wieder auch; noch fand ich keine wirklich befriedigenden Antworten. Aber eines verspreche ich: Ich werde nie mit dem Fragen aufhören!
Ich danke euch allen für eure Gedanken.
Ich weiß, Emil. Bei dir weiß ich das.