2021,291: Zeitreise

Zumindest in bestimmten Bereichen erschien es mir so.

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Für manche Menschen endet eine (überlange?) Woche erst am Montag. Meine am 11. Oktober begonnene endet auch erst heute. Das liegt an dem besonderen Wochenende, das ich nach langer Pause mal wieder im Erzgebirge verbrachte. Sagte ich schon, daß (m)eine Mutter sehr anstrengend sein kann? Noch immer würde es mir viel besser gehen, würde ich alles so machen, wie sie es für mich für gut befindet – das weiß sie ganz genau.

Heute war für mich zum Beispiel Reisetag. Das heißt bei mir, ich esse und trinke vor Antritt der Fahrt nur sehr, sehr wenig bis nichts. Das hat sie schon so oft miterlebt, und doch: Niemand kann mit leerem Magen in einen Zug steigen. Pah! Tu ich das nicht, beginnt meine Verdauung zu rebellieren! Und das ist in den Zügen wirklich nicht notwendig. Ich kenne mich und dieses Problem seit über zwanzig Jahren, von denen ich zehn ohne jeden Kontakt zu meiner Herkunftsfamilie lebte. Ich hatte sogar eine ganze Weile hier in der Stadt Probleme damit, insbesondere wenn ich zu Terminen mußte. Auch das habe ich mit dem Nichtessen vorher in den Griff bekommen. Meine Mutter ist außerdem wirklich schwerhörig. Aber sie hat ganz genau gehört, wann ich in der Nacht dreimal “draußen” war. Nun, die Zeiten stimmten nicht und ich war sogar viermal wach. Aber nein, das kann nicht sein, sie hat mich ja zu den anderen Zeiten und auch nur dreimal gehört – also muß ich das wohl geträumt haben. Und als ich sie von hier nach da fuhr, da gab es zu jedem Fahrmanöver ein “Nein, so macht das niemand!” und wenn ich bei erlaubten 50 km/h Dreißig fuhr, dann hieß es immer: “Fahr nicht so schnell!” Ja, ihr denkt richtig, sie hat keinen Führerschein. Früher, als ich im Auto hinten saß und ihre an meinen Vater gerichteten Kommentare hörte, habe ich nur die Augen verdreht. Heute quasselte sie mich in einer ziemlich aufmerksamkeitsfordernden Situation an und ich fuhr prompt geradeaus, statt abzubiegen. Nicht schlimm, eine Querstraße weiter war das auch noch möglich; aber ich sollte auf der Stelle umkehren! Uff.

Das Verhältnis zwischen ihr und mir möchte sie gerne gestalten wie das zwischen sich selbst und meinem Vater. Der bekam den ganzen Tag angesagt, was er zu tun und zu lassen hatte. Und er hat sich den Anordnungen um des lieben Friedens willen zumeist gefügt. Das werde ich aber nicht (mehr) tun, nein. Der Kontaktabbruch hatte gute Gründe. Jetzt ist die Zeit der Erziehung vorbei. (Aber besuchen werde ich sie und auch meinen Vater auf seiner Demenzstation weiterhin.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 18.10.2021 waren positiv der geschaffte 8.30-Uhr-Termin, die wesentlich schneller als geplant gelungene Heimfahrt, ein amüsantes Telefongespräch (jaha – ich fand es anstrengend – und doch amüsant).
 
Die Tageskarte für morgen ist das Ass der Schwerter (Verstand gegen Unwahrheiten und versuchte Manipulationen gebrauchen).

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Über Der Emil

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3 Kommentare zu 2021,291: Zeitreise

  1. Ulli sagt:

    Puh, da bewundere ich, dass du gleichmütig bleibst.

  2. Regine sagt:

    Anderes kannst Du nicht tun. Sonst erfährt Deine Mutter nie, dass Du nicht mehr zu erziehen bist.🌻😁

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