2021,290: Naßwerden

Der Nutzen moderner Technik kann auch Fluch sein.

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Gäbe es keine Wettervorhersagen, nach denen sich die Mensch­heit heute richten, auf Wetterereignisse vorbereiten könnte: Was dann? Niemand wüßte von einer Vorhersage von wunderpräch­ti­gem Wetter und wäre enttäuscht, wenn es nicht eintritt. Wie lebte es sich denn zu Zeiten, als noch nicht drölfundnölfzig Wetterapps auf dem Smartphone über das bevorstehende Wetter stritten? Ruhiger? Waren Menschen ohne minutengenaue Wettervorher­sage (die nicht möglich ist, ganz nebenbei bemerkt) so viel schlechter dran? Oder reichte ein Blick in den Himmel aus, um aus eigener Erfahrung etwas über die Entwicklung des Wetters in nächster Zeit zu wissen. Damals wußten die Menschen noch, daß der Regen höchstwahrscheinlich besonders heftig wird, wenn er aus einer ganz bestimmten Richtung auf das Dorf zukam. Und war es im Herbst abends sehr klar, dann war eben auch mit niedrigen Temperaturen in der Nacht zu rechnen. Morgennebel hat im Frühling etwas anderes zu bedeuten als in den anderen Jahreszeiten, und an Flüssen und Seen etwas anderes als oben im Mittelgebirge, das wußten die Menschen. Heute reicht die Wetter­vorhersage in den Nachrichtensendungen nicht mehr aus, heute müssen es oft sogar zwei oder mehr Wetter-Apps auf dem Smartphone sein.

Und wenn ich einmal naß werde im und vom Regen, dann ist das eben so. Normalerweise aber habe ich einen Schirm dabei, wenn mit Regen zu rechnen ist (der mir nicht von einer App vorhergesagt werden muß).

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 17.10.2021 waren positiv ein ganzer Mohnzopf zum Frühstück, eine gute Nachricht, etwas Transkription.
 
Die Tageskarte für morgen ist XI – Die Gerechtigkeit (fremdauferlegte Normen u. a. immer wieder hinterfragen).

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Über Der Emil

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3 Antworten zu 2021,290: Naßwerden

  1. Nati sagt:

    Zu schade dass nicht mehr viele Menschen naturnah leben.

  2. Pit sagt:

    Wie heisst noch die alte Bauernregel zum Wetter?
    „Wenn der Hahn kraeht auf dem Mist, aendert sich das Wetter … oder es bleibt, wie es ist.“ 😀

  3. Frau Momo sagt:

    Wetterapp habe ich nicht auf dem Handy. Ich gucke aber schon gelegentlich auf den Regenradar, um zu entscheiden, ob ich mit dem Roller losfahre oder nicht. Mit dem bei strömendem Regen zu fahren, macht keinen Spaß und ist auch nicht ganz ungefährlich. Ansonsten reicht mir die Wettervorhersage in den Nachrichten.

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