2021,061: Kreise

Innenansicht hohlen Raumes.

To get a Google translation use this link.

 

Ich weiß nicht, ob es anderen Menschen ähnlich geht, oder ob das mal wieder eine meiner ureigenen verschrobenen Methoden und Reaktionen ist.

In dieser Zeit fühle ich mich (noch immer) weitgehend abgeschnitten vom Außen, von der Welt, von den Geschehnissen draußen vor der Wohnungs- oder Haustür. Zurückgeworfen, nein: Zurückgedrängt auf mein Innen, vielleicht sogar etwas eingesperrt, beschränkt auf … naja, eben auf das, was in mir noch geschieht. Da ist durchaus Interessantes zu finden, da in meinem Innen, vor allem einige Veränderungen der letzten drei, vier Jahre, und einige Ahnungen, vage Vorstellungen von Notwendigkeiten. Aber eben: in meinem Innen. Und dieses Kreisen um mein und in meinem Innen macht mich müde, wütend, ängstlich, unzufrieden (mit mir selbst), unsicher, verwirrt.

Wenn ich mich in meiner Wohnung umsehe: Es gibt manches zu tun. Noch zeigt mein Gutgeh-Indikator nicht an, daß es mir wirklich beschissen geht. Aber ich kann mich kaum noch aufraffen, etwas aufzuräumen. So manches Aussortierte steht und liegt hier und harrt der Aktionen, die da noch kommen sollten. Wegbringen zum Umsonstladen zum Beispiel oder in eine Kleiderkammer. Und dann die Kartons und Kisten mit Papierkram, in denen sich uralte mit noch älteren Unterlagen mischen und mit Zeitungs- und Zeitschriftenseiten. Dazwischen liegt noch anderer Krimskrams, von dem ich nicht mehr weiß, warum er in den Kisten und Kartons sich befindet. Außerdem stapeln sich, besser haufenisieren sich ungelesene Bücher, angelesene und für im Moment zu schwierig lesbar befundene Bücher, diverse Magazine und Schmierzettel an zu vielen Stellen auf und vor und unter Möbeln.

Einiges kann ich noch erledigen: kochen, abwaschen, Wäsche waschen und irgendwann wegräumen. Meine Tabletten nehme ich regelmäßig und relativ pünktlich alle zwölf Stunden. Ich trinke genug, so um die drei oder vier Liter täglich. Kaffee, Tee, Wasser mit Sirup, ja, abends auch Bier. Einen Beitrag für meinen Blog schaffe ich auch jeden Tag. Und jeden Abend sehe ich mich um, rekapituliere den Tagesablauf und bin enttäuscht von der Minderleistung (welch ein Wort!), die ich erbracht habe. Müde, dehr müde lege ich mich spätestens um eins auf meine Schlafstatt, um dann noch stundenlang wachzuliegen, grübelnd, manchmal schreibend, immer aber wütend auf meine Unfähigkeit zum Schlaf.

Was mir gegen all das bei all dem helfen würde? Ach: zu wissen, daß ich nicht alleine bin, wenigstens eine Art von Beziehung (Paarbeziehung o. ä.) führen würde.

 

Entschuldigt bitte, in meinem Kopf herrscht zur Zeit Chaos. Ein klein wenig davon muß ich herauslassen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 02.03.2021 waren positiv eine Runde um die Ententeiche, eine gefundene Ursache, Mettbrötchen am Abend.
 
Die Tageskarte für morgen ist XX – Das Gericht.

© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2021, Erlebtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu 2021,061: Kreise

  1. Nati sagt:

    Warum denkst du dass dir eine Art Beziehung da helfen würde?
    Was würde sich dadurch verändern dass es dir helfen würde?
    Musst du nicht hier öffentlich beantworten Emil, aber vielleicht für dich.
    Etwas zum Nachdenken.

  2. Stefan Kraus sagt:

    Es geht anderen Menschen ähnlich. Ja.

    (Um auf deine Anfangsüberlegung zu antworten.)

  3. Elvira sagt:

    Hilft es wirklich, wenn ich dir sage, dass es mir genauso geht? Dass ich mitunter mich selbst vernachlässige? Nein, meine Wohnung ist auf den ersten Blick ordentlich und sauber, sonst würde ich mich noch unwohler fühlen. Ein Beispiel für Veränderung ist mein Geschirrspüler. 2x zeigte er Fehlercodes an, bei denen ich früher einen Techniker eingeschaltet hätte. Jetzt bin ich zu erschöpft (wovon?) dazu und denke, dass ich auch einfach abwaschen kann. Ich schiebe Dinge auf und finde viele Entschuldigungen für mich. Und ich habe plötzlich nahe am Wasser gebaut. Ich betreibe Serienmarathons auf meinem Tablet. Hätte ich nicht gerade Termine zur Physiotherapie, würde ich nicht mal mehr rausgehen. Immerhin habe ich meinen Alkoholkonsum völlig eingestellt. Als mein Sohn am Montag anrief und mir sagte, dass meine Enkeltochter (8) als Erstkontakt in Quarantäne muss und er unsicher ist, ob seine Kopfschmerzen und sein Husten und Niesen zusammen mit der Veränderung seines Geruchssinns vom allergischen Asthma und dem cortisonhaltigen Nasenspray herrühren oder doch Corona sein könnte, war ich völlig ruhig. Ich beruhigte ihn, vereinbarte für ihn einen Schnelltest in unserer Praxis (der negativ war) und sprach ihm Mut zu (Tochter und Frau bekommen heute ihr Ergebnis des PCR-Testes). Doch innerlich brodelte es in mir. Ich war so wütend. Wütend darüber, dass es Menschen trifft, die sich an alle Regeln halten… Ach, darüber will ich hier nicht weiter lamentieren. Was ich sagen will, dieses wütend sein fühlte sich gut an. Ich war noch lebendig. Und das gibt mir Hoffnung! Ob ein Partner wirklich die Lösung ist? In meiner Partnerschaft muss ich aufpassen, dass ich mich nicht noch weiter runterziehen lasse. Denn mein Mann und ich sind, was die Psyche betrifft, sehr ähnlich gestrickt.
    Ich schicke dir ganz liebe Grüße!

    • Der Emil sagt:

      Danke für Deine Offenheit. Und alles Gute für die gesamte Familie.

      • Elvira sagt:

        Danke! Meine Schwiegertochter ist auch negativ getestet, meine Enkelin muss heute nochmals getestet werden. Die Praxisangestellten fanden die Testtüte mit Fußabdruck vor ihrer Tür. Hat der Laborfahrer offensichtlich verloren. Die Kleine tut mir wirklich leid, denn angenehm ist das Stochern in der Nase bis in den Rachenraum hinein wahrlich nicht.

  4. piri ulbrich sagt:

    Es heißt, sich selbst lieben zu lernen – das innere Kind lieben und anerkennen, dann haben wir uns selbst und brauchen nicht zwingend die Liebe von außen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.