2020-327 — Ewigkeit

Totensonntagsdenkereien und unnützes Wissen.

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Jetzt. Jetzt ist alles, was ich als Mensch vom Phänomen Zeit wahrnehmen kann. Vergangenheit liegt in meiner Erinnerung oder kommt vom Hörensa­gen oder von Überlieferungen, Chroniken. Die Zukunft ist für mich nicht wahrnehm­bar – ich kann auf eine Zukunft hoffen, sie fürchten. Zeit ist aller bisherigen Erkenntnis nach ein unendlicher Fluß. (Neueren Theorien nach ist auch die Raumzeit gequantelt, körnig.) Mal ganz ehrlich: Wer weiß schon, was Zeit überhaupt ist? — Und dann ist heute »Ewigkeitssonntag«, Totensonntag. Und während ich die Kerze auf ein ziemlich unansehnli­ches Grab auf dem Friedhof Diemitz stellte, dachte ich heute über die Ewigkeit nach. Jaja, es gibt dieses Märchen mit dem Vögelchen am Diamantberg. Aber das … das reicht mir nicht. Was ist ewig? Vielleicht etwas, das Ver­än­derungen im Ablauf der Zeit nicht unterworfen ist? Ja, irgendwie kann ich mir eine Ewigkeit schon vorstellen, allerdings eben als eine Art Starre. Ansonsten sind Zeit, Vergangenheit und Zukunft sowie Ewigkeit doch eher Sachen des Glaubens.
 
Die Straße, die ich dann zur Haltestelle der Funkenkutsche entlangging, heißt »Bierrain«

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 22.11.2020 nochmal leckerer Blumenkohl, Unterwegssein im Draußen, begonnene Deko für die Adventszeit.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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14 Antworten zu 2020-327 — Ewigkeit

  1. Nati sagt:

    War es angenehm auf dem Friedhof?
    Hier habe ich etwas von Ordnern gelesen die kontrollieren wollten.

    • Der Emil sagt:

      Ich hab mir einen kleinen am Stadtrand ausgesucht. Weit draußen. Hab nur wenige Menschen gesehen (3 alte Frauen).

      • Nati sagt:

        Das geht dann.
        Ich wünsche dir viel Freude beim weihnachtlichen Dekorieren Emil.
        Ich weiß ja wie sehr du diese Zeit liebst.
        Ich fange Morgen damit an.

  2. wildgans sagt:

    „Bierrain“ haidernay, was für`n interessanter Straßenname, da assoziiere ich ein ….ach nä. Was fällt dir dazu ein?
    Buchfinks letzte halbe Stunde gehört, hat mir gefallen. Vorlesen dort möchte ich nicht so gerne, näää.
    Gruß von Sonja

  3. Ulli sagt:

    Es ist für mich immer wieder schwer Zeit wirklich zu begreifen. Zu komplex. Ich bin jetzt. Ich bin gewesen. Ich werde noch ein bisschen bleiben. Aber es geht weit darüber hinaus.

    • Der Emil sagt:

      Vielleicht kann der Mensch sowieso und natürlicherweise gesetzmäßig nicht alles begreifen oder verstehen. Wäre das so schlimm für mich?

      • Ulli sagt:

        Für mich nicht. Das liegt in der Natur des Menschen und der Begrenztheit des Seins und dem Viel, was zu ergründen ist. Einen schönen Tag dir.

  4. frauholle52 sagt:

    Das Jetzt folgt der Vergangenheit und springt nicht wahrnehmbar in die Zukunft, die zum Jetzt wird und sofort ist auch sie Vergangenheit.
    Ich mag das! Was ist der gegenwärtige Moment? Wie nehme ich den Lauf der Zeit wahr? Läuft die Zeit oder laufe nur ich? Definiert sich Zeit aus der Reihenfolge der Ereignisse? Was messen wir: die Zeit oder die Reihenfolge der Momente, in denen etwas passiert? Ist die Ewigkeit ein Moment, in dem nichts passiert? Und wie spät ist es gerade? Oh, schon 8.52…..8.53…..8.54 und was sagt das aus? Egal! Ich bin und ich lebe meine eigene Zeit! Eine angenehme Adventszeit wünsche ich Dir und danke für den Impuls zum Nachdenken. Regine

    • Der Emil sagt:

      Reihenfolge der Ereignisse/von Ereignissen. Eine Abfolge von Momenten. Ja. Und was ist dazwischen (gewesen)? (Oder, grundsätzlicher: Was ist zwischen den Zeitquanten …)

      Ja, die eigene Zeit ist wichtig und richtig.

      • frauholle52 sagt:

        😳Zeitquanten…..keine Ahnung. Ich dachte immer, Vergangenheit-Gegenwart-Zukunft fließen ineinander, aber jetzt, wo Du das sagst, was liegt dazwischen? Zeitsprünge?

        Ich lese gerade von Stephen King „Der Anschlag“. Da kann einer durch ein Zeitportal immer wieder in den selben Moment im September 58 gelangen. Er kann jahrelang in der Vergangenheit leben und sie verändern. Wenn er wieder durch das Zeitportal in seine ursprüngliche Zeit steigt, sind in seiner Gegenwart nur zwei Minuten vergangen. Egal, wie lange er geblieben ist. Er selbst hat aber die Jahre in der Vergangenheit gelebt. Wenn er oder ein anderer erneut durch dieses Zeitportal geht, sind alle Veränderungen wieder verschwunden und man muss von vorne anfangen. Das ist so interessant und spannend zu lesen! Passt irgendwie ins Thema. Liebe Grüße von Jetzt zum Gleich! Regine

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