2020-315 — Wehen

Der Vergleich mit der Geburt hinkt trotzdem.

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Da ist so ein Jucken, ein Flirren in ihren Gedanken, ach, eigent­lich überall. Aber weder findet sie die Stelle, an der sie kratzen möchte, noch sieht sie genauer, was da flirrt. Das geht so vom Wachsein – also etwa zwei Stunden nach dem Aufstehen, ja, sie braucht wirklich so lange, um wachzuwerden – bis zu einem ganz unbestimmbaren Moment. Da wird aus dem Unbestimmten, dem Unerkennbaren, dem Flirren und Jucken schlagartig etwas ganz anderes. Kein Text, nein. Aber ein Schreibdrang, dem sie sofort nachgehen muß. Und dann sitzt sie mit dem Kugelschreiber in der Hand vor dem Block. Jetzt zeigt sich, daß Jucken und Flirren nur Begleiterscheinungen eines … eines Reifens, Wachsens, ja: eine Art Wehen waren. Denn jetzt fließt ein Text an einem Stück aus ihr heraus. In der Regel ändert sie daran nichts, äußerst selten schreibt sie ins Femininum um oder in die vollendete Vergangenheit. Gerade juckt und flirrt es wieder. Und auch der Moment ist genau jetzt. Sie fühlt es wie immer, fast ein Ziehen im Bauchgefühl. Sie muß zurück ans Papier.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 10.11.2020 weitere Vorbereitungen für den Adventskalender, weggebrachte Bücher und CDs, ein Spaß bei Twitter.
 
Die Tageskarte für morgen ist VI – Die Liebenden.

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Über Der Emil

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