2020-316 — Tür

Ist das wirklich verwirrend, oder doch nur verwirrt?

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Doch, aller Jammerei zum Trotze: Das Alleinsein ist ein mir mittlerweile gewohnter Teil, ein akzeptiertes Element meines Lebens. Ich wohne ja auch schon weit über 10 Jahre alleine in meiner »Höhle«. (Nichtsdestotrotz stört mich das ab und zu sehr und ich leide auch daran, am Alleinsein.) Außerdem ist meine Tür weit offen, ich könnte und kann jederzeit hinausgehen in die Welt. Zwar nicht für lange oder längere Zeit. Aber ich kann jederzeit hinausgehen. Was ich nicht (mehr) kann: Einfach so Menschen in meine Wohnung lassen, hereinbitten. Weil meine Ordnung etwas speziell und der Zustand hier drinnen – ich erwähnte es bereits – mittlerweile schäbig ist. Oder liegt es nur daran, daß ich aus einem ganz bestimmten Grund die Tür zuschließe, sobald ich in der Wohnung bin?
 
Kann eine offene Tür zugeschlossen sein? Oder: eine zugeschloßne offen?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 11.11.2020 die vollkommene Abwesenheit von Faschings- und Fasenet- und Karnevalsgeschei…, wiederaufgefüllte Medikamente, gebratene Hühnerbeine.
 
Die Tageskarte für morgen ist XVIII – Der Mond.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu 2020-316 — Tür

  1. Gudrun sagt:

    Ich denke schon, dass eine weit geöffnete Tür verschlossen sein kann, zumindest für mich. Ich würde nicht eintreten, wenn ich nicht sicher sein kann, dass gerade ich willkommen bin. Eine verschlossene Tür hat Gründe. Vielleicht wird sie geöffnet, wenn man leise klopft.
    Ach Emil, ich kann dich schon verstehen, aber dennoch: In deiner Höhle wird es viele Kleinigkeiten geben, die genau dich ausmachen.

  2. hier in berlin ist es in jedem fall besser, wenn man abschließt. lange wohnte ich in kleinstädten, wo ich ans abschließen gar nicht dachte.
    was das alleine leben angeht, das kenne ich gut. es ist mühsam und oft deprimierend, hat aber auch vorteile. für mich momentan eine belastung, dass winter ist und die kneipen zu haben.

  3. Elvira sagt:

    Eine Höhle ist eine Heimstatt für eine besondere Spezies Mensch. Sie wird selten einer Wohnung entsprechen, wie wir sie aus Möbelkatalogen kennen. Selbst die früher oft sehr anheimelnden Beispiele von Ikea sind mehr oder weniger genormte Formen für scheinbare Individualität . Unsere vier Wände sollten von uns geprägt sein, unseren Ansprüchen genügen, uns spiegeln. Meine Tür stand immer offen. Meine Söhne haben das in ihrer Kinder- und Jugendzeit sehr zu schätzen gewusst. Wir hatten sehr oft ein volles Haus. Ihre Freunde sind lieber zu uns gekommen, als umgekehrt. Es habe Zeiten, da war es mir doch etwas peinlich, wenn Besuch kam. Haustiere zu halten, verschönert Möbel und Teppiche nicht unbedingt. Dann habe ich mir aber gesagt, dass der Besuch mich/meinen Mann besuchen kommt, nicht den Teppich oder so. Wer dich schätzt, lieber Emil, dem ist deine spezielle Ordnung sicherlich völlig egal!
    Liebe Grüße,
    Elvira

  4. piri ulbrich sagt:

    Ich/wir würden dich gerne besuchen kommen und niemand würde auf das gucken, was du schäbig nennst – denn wir würden dich sehen wollen und mit dir reden und spielen. Die Junioren grüßen dich herzlich!

  5. wildgans sagt:

    Bei mir kommt auch nie jemand den Teppich besuchen 🙂
    Meine Freundin aus der alten Mühle meinte mal, sie sei ungeheuer froh darüber, dass man bei uns auch nicht vom Fußboden essen könnte, sondern hier andere „Maßstäbe“ angelegt würden…Entsprechend wohl fühlt sie sich immer und kommt so gerne her (wie andersrum).
    Gute Grüße zu einem Verwandten im Geiste

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