2020-103 — Ertragen

Die Beteiligten und die Früchte.

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Auch so ein Wort, so eine »Tätigkeit«. Eine passive Tätigkeit, oft mit Leiden verbunden. Ertragen. Da ist Last und Schwere, Beschwernis und Bedrückung. Ich befürchte, es gibt Menschen, die sich mit viel, sehr viel Geld vom zu Ertragenden freizukaufen versuchen. So wie sich schon immer Menschen weigerten (in ihren eigenen Augen erfolgreich weigerten), als Mensch sich mit anderen Menschen gemein zu machen und damit teilzuhaben am Ertragen. Und je mehr Menschen sich zum Tragen einer Last zusammenfinden, desto weniger Last wird den Einzelnen beschwe­ren. Tragen viele zugleich, hat ein Mensch weniger zu ertragen. Tragen Einzelne (auch viele Einzelne) nicht mit, so werden die Nicht-Mittragenden von der Last dennoch nicht zerquetscht, weil »die Anderen« (z. B. die »sozial Schwachen«) ja alles und jetzt jeder ein bißchen mehr tragen. (Das geht völlig in Ordnung für die, die tatsächlich nicht zum Mittragen in der Lage sind.) Irgendwann wird das System dann instabil – und wenn es dann nicht mehr funktioniert und zusammenbricht, sind nur die dran Schuld, die es überhaupt er-trugen.
 
Wie sonderbar unterschiedlich doch Sustantiv und Verb manchmal sind: Ertrag & ertragen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 12.04.2020 Osterbrot, die Trennung von sehr lange aufgehobenem & mittlerweile nutzlosem Papier, die Tafel Bambina (auch wenn sie nicht mehr wie früher schmeckte).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.

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Über Der Emil

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Ein Kommentar zu 2020-103 — Ertragen

  1. Sofasophia sagt:

    Oh ja!

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