2020-077 — Huflattich

Wie ich mir die Kinderzeit ins Jetzt hole.

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Gibt es jemanden, die oder der die gelben Blüten vom Huflattich und seine großen Blätter nicht kennt? Mir fiel er heute wieder auf, als ich wegen der leeren Regale von einem zum anderen Discounter ein Stück über die renaturierten Flächen der Russenkaserne ging (ich habe von dem Gebiet bisher immer als Ententeiche geschrieben). Da stand er dort am Wegesrand. Fast ein Teppich von kleinen, gelben Blüten auf chrakteristischen Stengeln. Als Kind habe ich, im Alter von fünf bis zehn Jahren (1968 – 1973), die “Teeblumen” gesammelt. Die wurden dann auf dem Dachboden und auf dem Küchenschrank getrocknet, manchmal auch in der Backröhre. Heutzutage gelten ja nur noch die Huflattichblätter als (gefahrlos) arzneilich wirksam. Aber damals, als Kindergartenjunge und ABC-Schütze, war das eine spannende Geschichte für mich und ein Hustentee für die ganze Familie. Die großen Huflattichblätter, die erst nach der Blüte des Krautes wachsen, wurden auch genutzt. Und zwar nicht nur als Klopapierersatz beim Spielen im Wald – das war manchmal nötig, wenn wir von halb zwei bis sechs oder sieben draußen unterwegs waren. Aber wozu nur? Das ist mir entfallen, da muß ich mal bei jemandem nachfragen.

Jetzt liegen bei mir auf dem Schrank auf zwei Doppelseiten des Sonntagsblättchens gut drei Hände voll (etwa 1 l) der Huflattichblüten und trocknen vor sich hin. Ob ich mir noch mehr hole? Es wird auf alle Fälle in diesem Jahr Tee aus Huflattichblüten gebrüht und getrunken. Und ein paar Blätter werde ich auch noch sammeln.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 16.03.2020 der gesammelte Huflattich, Linsensuppe, vier andere erledigte “Kleinigkeiten”.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.

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Über Der Emil

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8 Kommentare zu 2020-077 — Huflattich

  1. castorpblog sagt:

    Hey Emil. stelle gerade fest, dass wir gleich alt sind. Ich habe früher keinen Huflattich, aber Schafgarbe gesammelt für den Tee meiner Flower Power bewegten Zeiten.

  2. Ulli sagt:

    Ich mische die Blüten immer noch gerne mit denen der Veilchen und einige wenige Schlüsselblümchen, das ist eine prima Hustenmischung, wird es dann richtig fies mische ich noch Thymian, Ysop und Salbei dazu.

  3. Gudrun sagt:

    In diesem Jahr werde ich im Dörfchen bei meinem Lieblingsbauern Schafgarbe holen und trocknen. Auch Spitzwegerich. Wollen wir tauschen?

  4. wildgans sagt:

    Mit Großmutter im frühen Frühling losgezogen und diese Pflänzchen gesammelt. Sie hat damit Hustensirup hergestellt…schön, daran zu denken!

  5. Madddin sagt:

    Schön geschrieben, Emil 🙂

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