Nº 256 (2019): Unterwegssein in der Stadt

Verschwindet da ein Wort?

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Huch. Freitag, der 13. War bisher immer ein guter Tag für mich. Gut, er begann heute mit einem sehr frühen Intermezzo: Ich weckte jemanden per Telefon. Aber dann: Ich schlief gut wieder ein, denn ich bin doch sowieso jede Nacht mindestens einmal wach ziwschendurch, nach etwa vier Stunden Schlaf. Und danach folgt die zweite Nachthälfte mit dem Ausschlafen. Wie eben fast jeden anderen Tag auch.

Nach einem – für meine Begriffe recht opulenten – Frühstück machte ich mich dann auf den Weg. Nach Ammendorf fuhr ich, um dort ein wenig um die vielen leerstehenden Industriebauten herumzuschleichen. Da ist prächtige Backsteinarchitektur zu sehen, da gibt es Platten- und sogar noch Holzbauten. Ein paar Orte habe ich mir notiert, die werde ich später besuchen und mit der Kamera festhalten. Ich sah auch seltsame Leute. Die fotografiere ich aber besser nicht. Als es nach gut zwei Stunden zu nieseln begann, war ich gerade am Haltepunkt Ammendorf, und bis zur Abfahrt des nächsten Zuges zum Hauptbahnhof waren es nur noch sieben Minuten.

Ich fuhr also mit der Regionalbahn zum Hauptbahnhof. Von dort aus mit der S-Bahn nach Halle-Neustadt. Zugfahren. Also Eisenbahn. Könnte ich öfter tun, wir haben ja genug S-Bahnen hier in der Stadt. Das ist so anders als Bus und Funkenkutsche, also Straßenbahn. Vielleicht mache ich das morgen schon, wenn ich unterwegs sein werde zum Tag des Offenen Ateliers (Näheres dort), daß ich mit der S-Bahn zuerst zum Hauptbahnhof und dann von dort aus nach Trotha fahre? Ich weiß es noch nicht. Aber mein Programm sieht für morgen vier Ateliers vor, in denen ich mich umsehen möchte – und am Sonntag sind es nochmal vier, die auf dem Plan stehen.

Aber zurück zur S-Bahn, die hier in der Gegend eben eine echte Eisenbahn ist, nicht wie in Berlin eine ganz besondere Fahrzeugklasse. Mindestens auf der Nietlebener Strecke sind da noch je zwei Doppelstockwagen unterwegs in zwei Zügen; heute zum Beispiel waren sogar einer der alten DB-Wagen mit den garagentorgroßen grauen Doppeltüren und ein modernerer eingesetzt. Und da fällt mir ein, irgendwann in diesem Jahr war unter den benutzten Zügen sogar ein Regionalexpreß, dessen Fenster noch geöffnet werden konnten und auch geöffnet waren. Ich vermisse in allen heute auf Schienen bewegten Fahrzeugen den typischen Bahngeruch meiner Kindertage (auch ohne Dampfbetrieb).

Mir scheint, daß auch der Begriff Eisenbahn immer seltener auftaucht im Alltag, oder irre ich mich da?

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 13.09.2019 waren positiv der Weg durch die Stadt, der gelungene Buchfink, die Badewanne.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Schwerter.

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Über Der Emil

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10 Kommentare zu Nº 256 (2019): Unterwegssein in der Stadt

  1. Gudrun sagt:

    Alte Industriebauten. Wie schön. Ich wäre gerne mit gegangen. Ich weiß nicht, wieso die mich immer so anziehen, angezogen haben.
    Viel Spaß morgen in den Ateliers.

  2. wildgans sagt:

    Für den Buchfink darf ich Dir echt ein Lob aussprechen. Gelungen. Musik, hier besonders Leonard Cohen und Neil Young!
    Abendgruß von Sonja
    P.S.: Hätte gern mehr gewusst über die seltsamen Leute von Ammendorf!

  3. Sofasophia sagt:

    Hierzulande ist Zug gebräuchlich und ziemlich umfassend für alles auf Schienen, was nicht Tram ist. Oder Isebahn. Aber eigentlich mehr Zug.

    Manche Wörter lösen sich ab.

    Die Menschen aber bleiben irgendwie gleich.

    • Der Emil sagt:

      Hier steht oft Schienenverkehr für Eisenbahn (nicht aber für Tram).

      Dabei ist es ein so schönes Wort (und im Russischen: железная дорога — Eiserner Weg).

  4. piri ulbrich sagt:

    Wir fahren immer noch Eisenbahn, wenn wir denn mal fahren können. Da fällt mir ein, dass wir Museumsbahn fahren wollten – nun, mangels Helfer wird das wohl ausfallen.

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