Ist das schon Verfall?
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Greisenhände! Ja, nichts anderes als Greisenhände! Diese dürren Finger, die aus kaum mehr als Knochen und Haut bestehen. Knochen und faltiger Haut. Durch die vereinzelt Blutgefäße als dunkle Schatten durchscheinen. Und mit diesen verhaßten Altersflecken. Diese braun gewordenen Stellen. An Äpfeln zeigen die so verfärbten Areale ja an, daß das Obst verdorben ist. An den Händen? Und zwischendrin immer wieder pigmentlos gewordene Stellen. Bleiche Stellen. Wären da nicht die Altersflecken und die Falten der Haut, dann sähen die Hände aus, als wären sie schon skelettiert. Und kraftlos, kraftlos sind sie auch geworden mit den Jahren. Einen knackigen Apfel zu zerdrücken in nur einer Hand, das war füher nicht schwer und ein beliebtes “Kunststückchen” bei den Familientreffen. Jetzt sind die Hände so schwach, daß selbst ein Glas einfach nicht mehr gehalten werden kann. Nur noch Gefäße mit Henkel. Und sie zittern, die Greisenhände, den lieben langen Tag lang sind sie in Bewegung. Unkontrollierbar. Dafür gab es einmal einen paradoxen Begriff: Schüttellähmung.
Greisenhände. Nichts anderes sind diese Hände. Und doch hältst Du sie in Deinen Händen, wenn Du an meinem Bett sitzt.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 06.04.2019 waren positiv ein paar Szeneideen, der (wiedereinmal) freigeräumte Schreibplatz, das Wannenbad.
Die Tageskarte für morgen ist VI – Die Liebenden.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ja und was die alles gemacht haben im Leben, diese Hände!
😊
Ich stelle mir vor, sie haben gespielt, gestreichelt, geschlagen, gearbeitet, geschrieben, gepflegt, weggestoßen und gehalten u. v. m.
Aber dieser Blick auf die eigenen Hände. Dieser Blick …
Wenn du merkst, dass deine Hände auch alt sind und so werden? Langsam krumm Und nicht mehr so glatt und geschmeidig? Ja, das erschreckt mich manchmal.
Noch ist es bei mir nicht so. Aber es wird die Zeit kommen. Ich hoffe, das geht ohne Erschrecken.
In Leipzig auf der Messe gibt es Handtrockner auf den Toiletten, die einen Orkan entfachen, wenn man die Hände hineinsteckt. Als ich meine „Flatterhände“ darinnen sah, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Mit jungen, straffen Händen wäre das nicht passiert.
Hach, lachen können ist doch etwas Feines.
Flatterhände.
Früher, zur Kinderzeit, als in Zügen noch Fenster geöffnet werden konnten, hab ich den Kopf hinausgesteckt und mich über das Flattern meiner Wangen gefreut, wenn der Zug schnell genug fuhr.