Nº 047 (2019): Noch immer kein Bild

Die Geschichte einer umständlichen Erzeugung von Kopien meiner eigenen Daten, auf die ich endlich zugreifen kann.

To get a Google translation use this link.

 

Also die SD-Karte, die sich nicht lesen lies, die habe ich mittlerweile reanimiert. Es brauch­te einige Tricks: zuerst alle Partitionen löschen, dann mit einem einfachen LINUX-Befehlszeilenkommando die SD-Karte mit allen Daten eines 64-GB-USB-Sticks über­schreiben (dd if=/dev/sde of=/dev/sdf — dabei war das input file der Stick, das output file die SD-Karte) – und zwar bitweise, Bit für Bit für Bit für Bit. Jede einzelne 1 und jede einzelne 0 des Dateisystems wurde in einem sehr langwierigen Vorgang (knapp sechs Stunden) auf die Speicherkarte geschrieben.

Dann gab es noch das Problem des extra für solche Speicherkarten entwickelten besonderen Dateisystems, das da exFat (extended FAT – erweiterte Datei-Speicherort-Tabelle) heißt. Allerdings wird das ausschließlich von Windoof und ein paar Kamera­her­stellern unterstützt; aber unter unixoiden Systemen wie z. B. Fedora Linux ist es einfach, die Unterstützung aus den Softwarequellen zu installieren. Hab ich gemacht.

Nach der dd-Behandlung war die Speicherkarte wieder les- und beschreibbar, ließ sich in das Fedora-System einbinden, mounten, was nichts anderes bedeutet, als daß der Inhalt des Datenträgers dann in einem Verzeichnis im Linux-Dateisystem erreicht und bearbeitet werden kann (unter Windoof wäre das üblicherweise ein zusätzliches Laufwerk mit neuem Laufwerksbuchstaben).

Finale Aufgabe: Die Speicherkarte mußte in der neuen Kamera (Panasonic LUMIX TZ58) neu formatiert werden. Das gelang. Unabhängig davon, aber erst danach konnte ich die (ebenfalls per dd in ein Datenträgerabbild geretteten) Daten aus dem eingehängten (also im Dateisystem in einem anderen Verzeichnis erreichbaren) Abbild dank der nachin­stal­lierten exFat-Unterstützung) in die normalen Verzeichnisse für Bilder auf meinen anderen Datenträgern kopieren. Schwups. Alles da. Und so schön da, daß ich noch in der Nacht das Bild twitterte.

 

So. Und die Moral von der Geschicht? Jetzt vermiß ich meine Bilder niemehr niemals nicht. (Und einmal mehr bin ich sauer ob der Klimmzüge, die gemacht werden müssen, um Daten zwischen den eigenen Geräten auszutauschen. Und irgendwann zeige ich hier ein mit der LUMIX aufgenommenes Bild. Vielleicht von einer vierblättrigen Blüte …? Nein. Das gewiß nicht.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 16.09.2019 waren positiv die guten Gefühle einer anderen Person, Gönnenkönnen, abschließender Genuß.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Stäbe.

© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2019, Erlebtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Nº 047 (2019): Noch immer kein Bild

  1. Sofasophia sagt:

    So mühsam. Gut, dass du Terminalknowhow hast. Ich wäre da aufgeschmissen gewesen. Mit iPhone und Ubuntu ist es ähnlich mühsam. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich mit dem Update auf 16 LTS (gestern) nun endlich mein iPhone öffnen kann, also den Bildordner. Geht aber nicht. Sogar mit 18 LTS soll das offenbar nicht klappen. Dank Internet und Apps gibts aber zum Glück andere Wege. Zum Glück nicht ganz sooo mühselige wie die bei deiner Kamera. Kannst du fürs zukünftiges Fotografieren mit einer Neuformatierung der Speicherkarte irgendwas machen? Oder wird es nun immer so mühsam?

    • Der Emil sagt:

      Ich hab sie schon formatiert, jetzt geht alles. Und für den Fall der Fälle hab ich jetzt eine weitere Karte.

      (Ich habe das Gefühl, daß die alten, kleineren Karten wesentlich zuverlässiger waren und sind.)

  2. Nati sagt:

    Ich habe nichts verstanden, freue mich aber dass es geklappt hat.
    Ich wäre völlig aufgeschmissen. Bei mir muss es einfach nur funktionieren.

    • Der Emil sagt:

      Bei mir soll es auch am besten einfach funktionieren. Nur wenn es das dann eben nicht tut, dann kann ich mich auf bestimmten Gebieten schonmal in etwas verbeißen.

      • Nati sagt:

        Das ist eine gute Vorraussetzung.
        Ich wüsste gar nicht was ich machen sollte und würde im Laden gehen und womöglich reklamieren. Lach…

Antworte auf den Kommentar von Der Emil Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert