Die ersten sechs.
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Ich war gestern schon an einem Öffentlichen Bücherregal und habe sechs Bücher hineingestellt. Sechs Bücher, die ich teilweise mehrfach gelesen und dann ganz hinten unten in einem der Bücherstapel aufgehoben hatte. Natürlich konnte ich weder Dürrenmatt noch Heym noch Grass stehenlassen; selbst ein StGB der DDR (Textausgabe) nahm ich mit nach Hause. Und damit befinde ich mich in einem Dilemma: Habe ich jetzt sechs der achtundzwanzig Bücher freigelassen oder doch nur zwei, weil ich ja vier wieder mitnahm? Na? Wie zähle ich das jetzt?
Heute entschied ich mich: Ich zähle nur die Bücher, die ich wirklich in den Öffentlichen Bücherschrank/in das Öffentliche Bücherregal hineinstelle, die ich aus meinem Buchvorrat (der ist nicht klein) entlasse. Und es müssen Bücher sein, keine Heftchen. Auf dem Schuhregal im Flur liegen schonwieder einige Druckwerke, die ich im Laufe der Woche wegbringen werde. Vielleicht wieder im Tausch. Aber wieder dahin, wo ich die letzten Male war. Dort wird der Inhalt nicht von Altpapiersammlern gefleddert, dort ist in der Regel immer das eine oder andere lesenswerte Werk zu finden. Seit gestern auch sechs von denen, die ich hingebracht habe. Ja, ich hätte ein Foto davon machen können – wenn ich zu Zeiten dortgewesen wäre, da das Tageslicht das zugelassen hätte. Aber es war schon Abend, es war dunkel, und ich muß mit dem Kopftuch, dem Rucksack und der Taschenlampe einen ziemlich seltsamen Anblick geboten haben.
Wenn ich mich so bei mir umsehe, dann bin ich mir sicher, daß ich mehr als ein Buch an jedem Tag aussortieren werde. Und dann eben auch mehr als 28 Bücher freilasse. Und doch geht bei jedem einzelnen ein wenig Herzblut mit, hab ich sie doch alle gelesen, war ich doch in ihnen allen versunken, zu Gast, in einigen sogar zuhause. Es fällt mir wirklich schwer. Wenn ich dagegen Bücher in die Stadtbücherei zurückbringe, dann ist das nicht so schwer, weil ich ja weiß, daß ich sie wieder entleihen könnte. Aber die, die ich freilasse?
Loslassen ist eben auch ein Ding, das ich noch üben muß …
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 03.01.2019 waren positiv weitere “aussortierte” Bücher, interessante Neuigkeiten, den “Montauk” von Frisch angefangen.
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Interessant, wie du es mit den Zahlen hast…Ich greife einfach in die Regale, schnappe, was eventuell passt…bei dir ist es mehr so mit Kalkulationen, Berechnungen, Erwägungen…
Freie Handhabung. So machen wir das, nicht wahr.
Sieht das wirklich so aus, das mit den Zahlen?
Das mit den Zahlen flocht ich hier ein, weil ich im Februar die Aufgabe vor mir sehe, 28 Bücher abzugeben …
Und wenn es „so“ aussieht – ……….:-)
Nun ja, das wäre eine Überraschung für mich …
Ich mag meine Bücher gar nicht abgeben.
Sind aber auch alle gekauft.
Da würde ich mich eher von anderen Dingen trennen.
Ich trenne mich sehr ungerne von meinen Büchern – aber die Idee an sich finde ich gut. Besonders für Leute die viel lesen und denen es dann besser gelingt. Sei es aus Trennungsgründen wegen einer zu kleinen Wohnung oder „nur“ um eine zu große Hortung zu vermeiden 🙂
Ich finde Bücher ja auch auf der Straße und kann sie einfach nicht liegenlassen … Die dürfen sich bei mir etwas aufwärmen und dann lasse ich sie weiterziehen.
Das ist gut und man spart dabei auch noch Geld. Hinterlässt atle Bücher, welche für den nächsten dann neu sind – so gesehen prima. 🙂