(2018: Nº 356) Das 22. Türchen. Schlechtes Gewissen.


Und ohne Badewanne.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für all jene, die Hoffnung brauchen.

 

 

“Sag mal, was machen wir in diesem Jahr eigentlich zu Weihnachten? Wie wäre es denn, wenn wir mal anders feiern als in den vergangenen Jahren?” Er fällt in eine kurze Schockstarre. “Wie meinst Du das denn!?”

Bei ihm schrillen alle Alarmglocken. Fieberhaft denkt er nach. Was nur hat er wieder falschgemacht, vergessen, versaut? Ihm fällt nichts ein. Absolut nichts. “Warum das denn?” Zaghaft fragt er das, fast zu zaghaft. Er ist sich absolut sicher, daß da irgendetwas war, das ihren Unmut erregte. Nur was?

“Ach weißt Du”, flötet sie (oh, sie flötet – es muß etwas Schreckliches gewesen sein), “ich habe keine Lust auf Familenbesuche. Können wir nicht einfach für drei oder vier Tage in unseren Schrebergarten in den Bungalow ziehen? Gut, dort ist es nicht ganz so bequem wie hier. Ich weiß, Du wirst die Badewanne vermissen und das Internet. Aber wie wäre es denn”, und dabei krault sie ihm den Nacken, “wenn wir beide einfach nur Zeit füreinander und für nichts sonst hätten?” Keine Sekunde muß er nachdenken. “Und wir nehmen nur das Nötigste und den blöden kleinen künstlichen Weihnachtsbaum mit?” “Und Kerzen, ganz viele Kerzen”, ergänzt sie. “Und die alte Weihnachtskassette … Ein Fest der Liebe und des Lichtes  …” flüstert er.

 

 

Euch allen wünsche ich eine Zeit vieler glücklicher Momente.

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

 
Ich kann in diesem Jahr keine besondere Aktion empfehlen, denn es gibt so viele, die der Unterstützung wert sind. Ich bin in diesem Jahr einer von den Menschen, die auf der Straße genauer hinsehen und dort helfen, wo Hilfe nötig und mir möglich ist.

 

Der Emil

P.S.: Das Gute am gestrigen 21.12.2018 waren sehr leckerer Stollen zum Frühstück, ganz überraschende Weihnachtspost, der Weihnachtsbuchfink.
 
Aussortiert habe ich gestern hübsch aussehende Flaschen.
 
Die Tageskarte für heute ist die Drei der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu (2018: Nº 356) Das 22. Türchen. Schlechtes Gewissen.

  1. socopuk sagt:

    … Und ich bewundere deine Disziplin beim Aussortieren, wirklich!

    • Der Emil sagt:

      Naja, wenn es so notwendig ist wie hier …

      • socopuk sagt:

        Das reicht nicht als Grund, ich habe auch schon seeeehr notwenige Zustände erlebt (einer davon blockiert unangezastet seit vier Wochen den kompletten Esstisch) , aber ohne Mut und Kraft, die Angst vor dem Vermissen auszuhalten, geht es kaum…

        • Der Emil sagt:

          Das, was ich hier aussortiere, ist … Die Sachen befinden sich (fast alle) seit 2006 hier in meiner Wohnung, unangerührt (okay, vielleicht mal von hier nach da geräumt); manche sind erinnerungsbeladen, andere benutzte ich irgendwann nicht mehr, für einiges war nie richtig Platz. Es ist wirklich Zeit, Dinge gehenzulassen, tatsächlich veraltete/überflüssige/schmerzende Daten zu löschen usw. usf.

  2. kat. sagt:

    Immer dieses schlechte Gewissen! Harte Arbeit, das nicht immer sofort zu kriegen. Viele Grüsse Kat.

  3. piri ulbrich sagt:

    Sehnsucht

  4. wildgans sagt:

    Hab dem Buchfink gelauscht: schön weihnachtlich!
    Hat mich MEHR eingestimmt, als das ganze Geglitter da draußen. DANKE.
    Gruß von Sonja

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