(2018: Nº 357) Das 23. Türchen. Der vierte Advent.


Tee beim Waldschrat.

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für all jene, die Hoffnung brauchen.

 

 

Am Rande des Halltals lebt seit alten Zeiten in einem hohlen Baume ein bärtiger Waldschrat namens Elim. Und dort geschah dem eines Tages, den man morgen “Gestern” nennen würde, das folgende Unglück:

Oh nein! Oh nein! Schlagartig wird der Waldschrat Elim wach. Es riecht … Es riecht nach Feuer, nach einem Brand. In seinem Baum! Obwohl: es riecht mehr nach Verbranntem. Himmelherrgottnochmal! Nein! Er war doch wohl nicht eingenickt in der kurzen Zeit? Oh nein. In der Küche empfängt ihn beißender Qualm. Elim reißt die Tür seines Backofens auf. Puuuh! Oh nein! Die Plätzchen! Völlig verkohlt! Schwarz! Alle! Und die ganze Küche, der ganze hohle Baum, in dem er wohnt, alle Räume sind voll von diesem Qualm! Elim flitz zum Fenster und reißt es auf. Dann greift er sich die Topflappen, zieht das Blech aus dem Ofen und schüttet die kleinen Briketts einfach so zum Fenster hinaus in den wenigen Schnee, der dort lieg. Elim glaubt, ein leises Zischen zu hören, grad als ob glühendes Eisen in Wasser getunkt wird. Wütend läßt er dann das Backblech in das Spülbeken fallen. Puh! Dieser Qualm! Elim öffnet auch noch seine Eingangstür und hofft, daß der Durchzug schnell wirkt. Hustend stolpert der Waldschrat durch seinen Baum, von der Küche in den Flur und zurück. Und dann denkt er ziemlich verzweifelt darüber nach, was er nun heute nachmittag auftischt. Er hat ja seine beste Freundin, die Hexe Kruziblicka zu sich eingeladen zum Tee. Das ist jedes Jahr so: An einem Adventssonntag treffen sie sich da, am anderen dort zu Tee und Plätzchen oder Pfefferkuchen. Und nun sind seine Plätzchen verbrannt, weil der Waldschrat einschlief, kurz bevor die Backzeit zuende war. Es war aber auch so schön mollig warm in seinem Baum, denn wegen des Backens hatte ELim wirklich kräftig eingeheizt. Ach, ohne Plätzchen wird das ein sehr kümmerlicher Adventssonntag.

Langsam ist der Rauch zum Fenster hinausgezogen. Außerdem ist es jetzt echt kühl geworden in seinem Baum. Elim schließt die Tür und das Küchenfenster und legt Feuerung nach. Ach, dieses Unglück. Die Zeit reicht einfach nicht, um neue Plätzchen zu backen, der Teig muß ja mindestenes zwölf Stunden ruhen. Oh, wie gut hätten sie, noch leicht warm vom Backen, Kruziblicka und ihm gemundet. Aber ach, warum nur ist er eingeschlafen? Und wer, zum T… – nein, nicht fluchen. Irgendjemand klopft. Nochmal. Das wird hoffentlich nicht schon seine Freundin sein? Nein, drauße vor der Tür steht Gustl, der Halltal-Förster. Ihr erinnert euch doch noch an ihn, wie er vor Jahren mit dem Waldschrat zusammen das Ende des Weihnachtsbaumklaus einläutete? Der bringt ihm heute, ausgerechnet heute wieder einen Baum vorbei. Ein wirklich prächtig gewachsenes Fichtlein! Elim muß es nur noch in den bereitstehenden Zuber stellen. Aber das war nicht alles, was Gustl für ihm mitbrachte. Hinter seinem Rücken zaubert er noch ein Paket hervor, fein eingeschlagen in Weihnachtspapier. Und mit vielen Grüßen von seiner holden Gemahlin wünschte Gustl dem Elim einen schönen 4. Advent, friedliche Festtage, viel Freude mit dem Baum und einen guten Appetit. Und ehe sich's Elim versah, war Gustl wieder im Wald verschwunden. Nun, ELim muß also morgen den Baum nicht erst ausgraben. Zurückgekehrt in seine Küche, ist der Waldschrat enugierig und wickelt das Geschenk vorsichtig aus. Ein Stollen, ganz dick mit Zucker bestrichen: Welch eine Freude! Dem gemütlichen Nachmittag zu zweit steht jetzt also nichts mehr im Wege. Elims lautem Seufzer der Erleichterung folgt ein neuerliches Klopfen an seiner Tür. Diesmal ist es seine beste Freundin Kruziblicka, die Elim hereinbittet. Und während er den Tee zubereitet, erzählt er ihr schon von seinem Mißgeschick. Schwups, sind beide im schönsten Schwätzchen vertieft.

Aber was die Hexe und der Waldschrat da zu besprechen haben, das ist für unsere Ohren nicht bestimmt. Lassen wir sie also ihren Advent feiern und begehen unseren, wie auch immer wir einen vierten Advent begehen wollen.

 

 

Euch allen wünsche ich eine Zeit vieler glücklicher Momente.

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

 
Ich kann in diesem Jahr keine besondere Aktion empfehlen, denn es gibt so viele, die der Unterstützung wert sind. Ich bin in diesem Jahr einer von den Menschen, die auf der Straße genauer hinsehen und dort helfen, wo Hilfe nötig und mir möglich ist.

 

Der Emil

P.S.: Das Gute am gestrigen 22.12.2018 waren leckere Nudeln, eine schöne Schicht Sendetechnik, viele Weihnachtsgrüße.
 
Aussortiert habe ich gestern leider nichts, ich war anderweitig beschäftigt.
 
Die Tageskarte für heute ist das As der Schwerter.

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Über Der Emil

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0 Antworten zu (2018: Nº 357) Das 23. Türchen. Der vierte Advent.

  1. Nati sagt:

    Irgendwie mag ich die Geschichten vom Waldschrat.😊

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