Leiden an der Gleichzeitigkeit (Nº 243/2018)

Nach langer Zeit von woanders hierhergeholt.

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Millionen von Jahren erlebten Menschen ihr Leben sequentiell, entwickelten die Möglichkeit, sich ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Noch heute ist das beobachtbar bei Kindern, die ganz und gar in ihr Spiel, das Zeichnen, eine kleine Tätigkeit im Haushalt vertieft sind und nichts vom um sie herum Vorgehenden bemerken; bei Lesenden, die vollkommen in das Buch eingetaucht sind und durch nichts abgelenkt werden können, bei Musikern und anderen Künstlern, die vollkommen im Akt der Kreation aufgehen. In solchen Situationen kann niemand von irgendetwas anderem beeindruckt und/oder abgelenkt werden. Ich selbst finde diesen Zustand wundervoll, sehne ihn immer wieder herbei und schaffe ihn für mich nur zu gern immer wieder.

In diesen Momenten habe ich mich aus der marktkonformen Gleichzeitigkeit des durchökonomisierten Lebens der heutigen Zeit hinweggestohlen. Aber wem?

Die Gleichzeitigkeit, die immer häufiger von mir, von Dir gefordert wird, ist dem Menschen nicht eigen. Von gleichzeitigem Geschehen sind viele Menschen nur zu schnell überfordert.

 

Zum großen Teil war das meine Antwort auf einen Ello-Beitrag im Jahr 2016. Heute hatte ich damit wieder meine Schwierigkeiten, mit dieser Gleichzeitigkeit …

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 31.08.2018 waren Katerkraulen, Katerkuscheln, Katerpfotentritte.
 
Die Tageskarte für morgen ist .

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Leiden an der Gleichzeitigkeit (Nº 243/2018)

  1. Nati sagt:

    Das kenne ich zu gut von mir, auch beim Lesen.
    Aber ich kann auch in einem lauten Umfeld alles drum herum abschalten und mich auf meinen Gegenüber konzentrieren. Es ist auf Dauer anstrengend, aber es geht.

  2. Sofasophia sagt:

    Ja, das kenn ich auch und kann es doch immer nur punktuell sein, dieses Fliessende. Hingabe. Flow.
    Ich glaube, wir wären eine zufriedenere Gesellschaft, könnten wir mehr in dieser Hingabe an die Aufgabe des Augenblicks sein.

  3. Arabella sagt:

    Ich koche dann gern. Leider manchmal auch vor Wut.

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