Der Unterschied (Nº 225/2018)

Undefinierbar, oder?

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Heute Abend auf Twitter:

 

 

Und dann fragt Irgendwann werd ich in einer Antwort: “Wo liegt der Unterschied? — Ich hab gerade drüber nachgedacht und gemerkt, dass ich das gar nicht so klar definieren kann. Wie definiert ihr das?”

 

Ups. Hey, ich kenn' beides auch. Aber ja, was macht den Unterschied aus?

Grübeln dreht sich im Kreis, bestenfalls, oder müdet in einer katastrophisierenden Spirale. Ich denke und denke und denke und komme doch immer wieder am Ausgangspunkt an. Es gibt beim Grübeln keine mögliche Entscheidung, die das Denken aus den einge­fah­renen Bahnen, aus den tiefen Rillen herausführt. Nein, Grübeln bringt mich immer wieder zuverlässig an den Rand des Abgrundes und oft auch einen Schritt weiter: in den Abgrund hinein. Besonders gut ist grübeln, wenn ich schon im schwarzen Loch sitze, also in einer depressiven Phase bin, denn dann kann ich damit dafür sorgen, daß diese Phase/Episode nicht endet, sondern sich stabilisiert, erhalten bleibt. Das ist Grübeln. Immer wieder am Ausgangspunkt ankommen und alles noch ein wenig schwärzer sehen. Und dann weiter­grübeln, also -denken. Naja, irgendwie ist Grübeln schon eine Art Denken, doch, aber Grübeln bleibt ergebnislos im Sinne von: irgendetwas wird sich schon ergeben. Nein, beim Grübeln ergibt sich nichts, außer der Logik und dem gesunden Menscheverstand.

Wißt ihr was? Der Versuch, das, was ich fühle, sofort erspüre, wenn es mir geschieht, irgendjemandem zu erklären, kann für mich nur scheitern. Ich kann es auch nicht verständlich definieren. Vielleicht kann es jemand von euch …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 13.08.2018 waren Kaffee, wenig Beschwerden, Denken über Grübeln.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Der Unterschied (Nº 225/2018)

  1. frauholle52 sagt:

    Das Grübeln hast Du gut beschrieben. Grübeln führt in einer Abwärtsbewegung in die Angst und Unbeweglichkeit. Denken bringt Ergebnisse…..wenn ich Glück habe! Interessant ist auch der Zusammenhang zwischen denken und fühlen…..🤔 Eigentlich ist es viel zu spät zum Denken, aber die richtige Zeit, um ins Grübeln zu verfallen. Aber nein, heute mal nicht! Ich schicke freundliche Gutenachtgrüße! Regine

  2. socopuk sagt:

    Lieber Emil,
    Ich glaub der Übergang zwischen denken und Grübeln ist fließend. Nicht alles sinnlos erscheinende Denken ist Grübeln (z.B. Nachdenken über ein handwerkliches Problem, das sich als mit den vorhandenen Mitteln unlösbar herausstellt), und nicht alles Grübeln ist sinn- und ergebnislos (z.b. wenn aus dem Grübeln ein Text im Blog entsteht der einem selbst und vllt sogar anderen einen Impuls gibt)

    Mir fällt spontan dazu noch das Gelassenheitsgebet ein, das du bestimmt auch kennst:
    “Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
    http://www.wlb-stuttgart.de/sammlungen/handschriften/bestand/nachlaesse-und-autographen/oetinger-archiv/gelassenheitsgebet/

    Mit dem Gebet fällt mir der “Absprung“ vom Grübeln leichter, es ist ein “nach oben loslassen“, das das positive Gefühl (Hoffnung, Gottvertrauen) und nicht die negativen Gedanken (Grübeln, depressive Spirale, Selbstzweifel) in den Fokus rückt.

    Soweit mal meine Gedanken und Gefühle dazu. Am Ende muss jeder für sich den Punkt finden und sich Reaktionsstrategien erarbeiten…

    Liebe Grüße, Anna

  3. Nati sagt:

    Grübel definiere ich so: Ich überdenke eine Sache sosehr das ich davon schon Kopfschmerzen bekomme. Da malt sich das Gehirn ein Szenario nach den nächsten aus. Dies habe ich mir, vor längerer Zeit, abgewöhnt. Es kommt eh anders als man denkt.
    Denken wiederum ist da einfacher, leichter. Ich denke über etwas nach, komme im besten Fall, zu einem Ergebnis und hake es ab.

  4. Weena sagt:

    Da bin ich seit gestern wohl wieder in einer Grübelphase mit dem Abwärtsziel.
    Also schütteln, Krönchen richten, über den Abgrund hüpfen und weiterlaufen.
    Danke für die richtigen Worte zur richtigen Zeit!

  5. Sofasophia sagt:

    Ich definiere Grübeln wie du.

    • Sofasophia sagt:

      (Ooops, zu früh auf den Antworten-Knopf gekommen.) Beim Grübeln ist mein Problem, dass ich es oft nicht rechtzeitig schaffe, aus dem Karussell auszusteigen. Die Bahn/die Spur zu wechseln. Es bekommt schnell eine Eigendynamik, die sich mir zu stoppen entzieht.

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