Zelten alleine im Wald.
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Sind das Schritte? Dieses Knacken, das ich seit einiger Zeit höre. Ich achte darauf, mich möglichst lautlos durch den Wald zu bewegen. Doch da ist dieses Knacken links hinter mir. Bleibe ich stehen, verstummt das Geräusch. Gehe ich weiter, scheint mir ein Mensch oder ein größeres Tier zu folgen. Irgendetwas scheint da zu sein, doch so sehr ich meine Augen auch anstrenge: Trotz aufgesetzter Fernbrille sehe ich nichts. Also versuche ich das Knacken zu überhören und gehe weiter. Nein, es knackt zu laut, ich kann es nicht ignorieren. Ich überlege schon, ob irgendetwas an oder in meinem Rucksack diese Töne verursachen kann? Aber das ist unmöglich. Es begann ja erst zwei- oder dreihundert Meter nach dem Waldrand, und es klingt wie zertretene Äste. Unheimlich ist es. Als ich das Ziel erreiche, hört das Knacken auf. Es ist weg, als wäre es nie dagewesen. Na gut. Dann hat mich wohl mein Hirn genarrt. Hier an der Futterkrippe und dem Heuschuppen war ich ja schon oft, habe ich Tiere beaobachtet, als Kind schon mit dem Großvater Futter hergebracht. Trotzdem ist heute eine Premiere. Ich will heute die Nacht hier im Wald verbringen, nicht direkt an der Krippe, aber doch in Sichtweite. Auf einem der hier herumliegenden Steinbrocken kann ich den Kocher nutzen, das kann auch mein Tisch sein und mein Hocker. Das Dickicht ein paar Meter weiter ist für andere Zwecke gut geeignet. Und zwischen den Bäumen habe ich eine wurzelfreie, ebene Fläche gefunden, auf der ich jetzt mein Zelt aufzubauen beginne. Es ist nicht zu warm. Aber es gibt Mücken und Bremsen. Und dann ist das unheimliche Knacken wieder da. Ringsum. Ich halte den Atem an, lausche. Knack. Knatteraknack. Und nichts ist zu sehen. Kein Mensch, kein Tier.
Nein, es ist mir zu unheimlich. Scheiß drauf. Ich packe das Zelt zusammen. Verstaue alles wieder im Rucksack. Der Heimweg dauert keine Stunde und ich achte jetzt auch nicht mehr darauf, fast unhörbar unterwegs zu sein. Wäre auch fast unmöglich, weil ich bei dem doch schnellen Tempo heftig ins Schnaufen komme. Raus aus dem Wald. Das Knacken machte mich wirklich verrückt. Gruselig. Heute schlafe ich doch nicht im Zelt. Ist auch egal. Ich wollte ja sowieso nur den neuen Rucksack testen und das neue Packsystem. Tragen läßt er sich gut, an die Ordnung muß ich mich erst gewöhnen. Auch beim Vorgängerrucksack änderte sich das Packsystem beim Unterwegssein noch, das wird hier nicht anders sein. Endlich Waldrand. Ich sehe den Ort. Ab nach Hause, meine Badewanne wartet. Dort knackt auch nichts.
(Ganz ehrlich: Ich würde nur im absoluten Notfall wild zelten, und das hat Gründe.)
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 28.04.2018 waren die Zeit in der Heide, ein langes Gespräch, mal wieder allerleckerste selbstgemachte Bolognese.
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Kelche.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Huu, wie gruselig. Da hätte mich auch keiner gehalten.
Ich gehöre auch zur Angsthasenfraktion… alleine schon, weil ich diese Geräusche draußen überhaupt nicht einordnen könnte.
Wie merkwürdig!
Schleunigst wäre auch ich der „Waldeinsamkeit“ enteilt!
Schon seltsam!
Ich habe zwar schon öfters alleine draußen geschlafen, auch ohne Zelt, aber wirklich tief nie, zu viele Geräusche weckten mich immer wieder, meistens waren es nur Mäuschen, aber die verursachen natürlich keine lauten Knackgeräusche und ich finde auch, dass es zu unheimlich gewesen ist, in dem Fall hätte ich wohl auch das Weite gesucht.
Herzlichst, Ulli
Früher hab ich so was gemacht. Früher – als eh alles besser war. Oder war ich besser? Wenn ja, worin? Hm.
Ich hätte mich auf schnellstens wieder van dannen gemacht!!!
Der Versuch zählt. Und Tests sind ja auch hilfreich für später, wenns dann richtig losgeht!
Was das wohl für Geräusche waren?
Neulich, bei meiner Wildübernachtung, war da auch mitten in der Nacht ein seltsames Geräusch (eine Mischung zwischen Rufen und Bellen irgendwie – ob Tier oder Mensch wusste ich nicht, auch ncht wie nahe). Ich hab mich unsichtbar „gestellt“, einfach gehofft, es gehe vorüber (tat es dann auch) und dann war wieder Ruhe. Aber es war schon unheimlich. Dabei wurde mir nochmals bewusst, dass ich Menschen mehr fürchte als Tiere. Jedenfalls in diesen Breiten hier.