Zufriedenheit macht sich breit (Nº 070/2018)

Ein Blaues Wunder.

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Er ist außen blau. Gefüllt mit Entendaunen. Wenn ich nicht mit ihm unterwegs bin, wird er offen locker irgendwo liegen, in das zugehörige Moskitonetz verpackt etwa 30 l Platz brauchen. Unterwegs, wasser- und staub- und auch luftdicht verpackt, schaffe ich es, ihn auf etwa 5 l oder 6 l zu komprimieren. Der Verkäufer hier im Laden (ich kaufe ungern online) bestand ja darauf, daß ich unbedingt probeliegen mußte; er hatte in Windeseile ein Isomatte auf den Boden und meinen Schlafsack daraufgelegt. Oh, es ist Platz darin, ich kann mich bequem im Schlafsack drehen. Und nun habe ich zwei Nächte bei weit offenem Fenster im Schlafsack geschlafen. Ich habe nicht gefroren, fühlte mich nicht (wie sonst in Schlafsäcken in Mumienform) eingeengt und bewegungseingeschränkt. Auch für meine Füße, die normalerweise bei fast allen Temperaturen freiliegen müssen, ist die Möglichkeit, das Fußende zu öffnen, eine wahre Wohltat. Der Schlafsack ist dabei lang genug, um im Fall der Fälle umgeschlagen doch für warme Füße zu sorgen.

Der Besitzer des Ladens, in welchem ich wirklich exakt zum auf der Webseite des Herstellers angegebenen Preis kaufte, fand meine Auswahl übrigens sehr vernünftig. Ihm allerdings passen die Mumienschlafsäcke, er ist drahtig, sportlich und nicht gemütlich rund wie ich. Nun, die dicken alten Männer sind nicht unbedingt die Zielgruppe der bekannteren Hersteller von Trekking- und Outdoor-Ausrüstung. Aber vielleicht ändert sich das gerade oder in naher Zukunft, es werden nämlich immer mehr Menschen meiner Figur, die unterwegs sind.

Ach so. Was für einen Schlafsack ich jetzt habe? Einen, der bei 15 °C zu warm ist (dann nutze ich ihn eben offen als Decke), in dem ich komfortabel bis 1 °C (Comfort) schlafen kann, der mich bis -5 °C (Limit) zuverlässig vor dem Frieren und bis -20 °C (Extreme) sogar vorm Erfieren schützen soll (alle Angaben nach EN 13537). Im Beipackzettel steht in den Erklärungen zu den Temperaturangaben wörtlich: “Da Frauen und Männer verschieden schnell frieren, ergibt sich eine unterschiedliche Komfort-Temperatur. Für Frauen empfiehlt sich ‘Comfort’ als Zielvorgabe, für Männer ‘Limit’. Die ‘Extreme’-Temperatur gibt die Grenze an, an der ein Mann gerade noch nicht friert d. h. nicht zu zittern beginnt.” Diese Erklärung kannte ich bisher auch noch nicht.

Von Anfang November bis heute, bis jetzt gerade eben hatte ich in einem Browser einen Tab offen, der mir die Herstellerseite zu genau meinem Schlafsack anzeigte:
      Exped Versa 600 M left.
Hinter dem Stichwort “Spezifikationen” sind dort all die Angaben zu finden zu Preis, Gewicht, Temperaturen, Größe usw. usf. Die zwei Testnächte jedenfalls haben mich überzeugt: Es war richtig, diesen und keinen anderen zu kaufen. (Nein, ich bekomme nichts dafür, daß ich hier über genau dieses Produkt schreibe.)

 

Vielen, vielen Dank euch allen, die ihr mir dabei geholfen habt, ich danke euch wirklich von ganzem Herzen. Zwei Fünftel etwa halfen sehr, ohne das hätte ich den nicht kaufen können. Nun aber werde ich getrost schon zu Pfingsten unterwegs sein, zwar anders, als ich Anfang diesen Jahres glaubte, aber ich werde unterwegs sein. Und später dann liegt der Rest des #oekuweg vor mir, den ich 2017 nicht geschafft habe, nicht schaffen konnte. Mein Blaues Wunder wird mich begleiten. Ich bin mir sicher, ich werde damit sehr zufrieden sein und an mein Ziel gelangen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 11.03.2018 waren eine weitere gute Nacht im Sack, eine geleistete kleine Hilfe aus der Ferne, Katerkuscheln.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Schwerter.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Zufriedenheit macht sich breit (Nº 070/2018)

  1. Kai sagt:

    Daune. Eine gute Wahl!

  2. Myriade sagt:

    Er hat nicht nur innere Werte, er ist auch sehr hübsch 🙂

    • Der Emil sagt:

      Es gab ihn leider nur in Blau, nicht in Schwarz. 😉 Aber das ist i. O., zumal ich ihn, wenn ich ihn benutze, ja hoffentlich wegen tiefen und erolsamen Schlafes nicht sehe …

  3. sabeth47 sagt:

    Dann wünsche ich weiter zu Hause und auf Oekuwegen ein feines Schlafen! Könnte man neidisch werden. Aber nein, ich brauche es offen, Beine raushängen lassen können. Und Touren werde ich wohl keine mehr machen.

  4. Arabella sagt:

    Gut, dass du’s gut hast.

  5. Guten Morgen Emil.
    Ich freu mich das deine Wahl auf Anhieb gepasst hat und er deinen Härtetest bestanden hat. Ich hoffe du hast durch die offene Fenster-Aktion keine Untermieter die du jetzt mit versorgen musst.😉
    Hast du gesehen das er Größe M ist. Vielleicht gäbe es auch noch L. Wir haben Schlafsäcke wo man 2 verbinden kann zu einen sehr großen. Es sind allerdings nur Sommerschlafsäcke ohne Kopf Teil.
    LG, Nati

    • Der Emil sagt:

      Ja, ich habe extra den M bestellt und gekauft. Der Unterschied betrifft nur die Länge (M: 180 cm, L: 210 cm max. Körpergröße).

      Ich schlafe (außer bei starkem Regen) immer mit offenem Fenster, unabhängig von der Temperatur.

  6. Sofasophia sagt:

    Das freut mich riesig – wenn es so passt. Jedem das Seine. Von Exped habe ich meine Matte und bin damit sehr sehr zufrieden.

    Viele gute Nächte wünsch ich dir.

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