Und schon so lange her.
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Da gab es diesen Krieg, den Zweiten Weltkrieg, der 1945 beendet wurde. Also vor 73 Jahren. Vor einer Zeitspanne, die viele Menschen nicht als Lebensdauer haben. Was damals geschah, das ist doch lange schon vorbei und vergessen. Wenn es nach Menschen einer bestimmten politischen Ausrichtung/Gesinnung geht, ist auch die Schuld längst erloschen. Ich sage: Nein, es ist nicht vergessen, und die Schuld (gerade auch derer, die den Krieg vom Zaune brachen und andere Verbrechen begingen) brennt noch immer, brennt, solange es Menschen gibt, die durch diesen Krieg und seine Folgen geschädigt und/oder beeinflußt wurden und werden und sind; und selbst ich als Kind von Menschen, die diesen Krieg noch miterlebten, selbst ich bin von ihm noch beeinflußt, vielleicht sogar gezeichnet.
Auch auf andere Art und Weise wirkt er noch nach, dieser Zweite Weltkrieg, der so viel Leid schon damals brachte. Heute zum Beispiel, am 16. Februar 2018, wurde in Leipzig einmal mehr eine Fliegerbombe aus diesem Zweiten Weltkrieg gefunden (am 30. Januar war da die in Merseburg, dann war eine in Bremen, in Coesfeld usw. usf.). Mit den entsprechenden Folgen:
- Evakuierung von 600 Menschen
- Sperrung von Eisenbahn, anderen Nahverkehrslinien und Straßen
- Gefährdung von Menschen, die mit/an diesem Fundstück arbeiten müssen
- Sperrung des Leipziger Hauptbahnhofes heute Nacht
- hohe Kosten all dieser Maßnahmen
- …
Das ist nur ein Teil dessen, was ein solches beinahe 75jähriges Überbleibsel verursacht.
Und dann denke ich an die Gegenden auf dieser Erde, in denen in den letzten fünfundzwanzig Jahren deutsche Soldaten mit ihren Waffen aller Art zugange waren oder sind. Gab und/oder gibt es dort keine Blindgänger, die im Boden, unter Gebäuden, Straßen, Schienen liegenbleiben? Wird von denen in den nächsten 75 und mehr Jahren keine, nicht die kleinste Gefahr ausgehen? Aber an diesen Gefahren tragen ja die Taliban, die Kosovaren, die Malinesen usw. usf. die alleinige Schuld, nicht die, die diese Waffen einsetzten? Nein, alle Beteiligten, ob die weltpolizistischen Truppen der USA, ob waffeneinsetzende Bürgerkriegsparteien, selbst die zurecht sich zur Wehr setzende Blauhelme oder eben Soldaten der Deutschen Bundeswehr, die unsere marktkonforme Demokratie am Hindukusch oder sonstwo “verteidigen”.
Krieg. Gehört verboten. Endgültig. Konflikte werden ausgefochten in einem ganz einfachen Modus: Die Oberhäupter der Parteien, die heute noch Krieg führen würden, treten in einer Art Boxring gegeneinander an. Mit bloßen Händen. Solange sie im Ring sind, gibt es keine Verpflegung, keine Getränke, keine Versorgung. Nichts. Wer sich prügeln will, soll sich prügeln, aber die Menschen vor Prügeleien schützen. Und keinen Krieg gleich welcher Art mehr führen.
Auch das mußte jetzt mal gesagt werden.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 16.02.2018 waren Mohnkuchen, der Zorn, die Wanne.
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


schön wärs!
Der Boxring? J-ein.
Aber er wäre vernünftiger als die jetzt üblichen Konflikt“lösungen“ …
Krieg gehört verboten – wahrscheinlich würde das Verbot allein Krieg auslösen.
Vielleicht klappt ja ein Selbstreflexions und Achtsamkeitskurs für Jedermann/frau 😉
Auf jeden Fall!
Oder noch besser: Nicht Boxen, sondern Mühle spielen oder Reversi. Oder sonst was Intelligentes, wo sie ihre Klugheit unter Beweis stellen könnten, der sie zum Führen einer Nation qualifiziert.
Immer (noch) aktuell und man kann es nicht oft genug sagen!
Danke, Emil!