(2017: 343) Das 9. Türchen

Weihnachtsstroh

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen.
 
Ich wünsche all diesen Menschen und mir eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für all jene, die Hoffnung brauchen.

 

Weihnachtsstroh, oder Heiling-Obnd-Struh? Was soll das denn sein?

Im Erzgebirge wurde zur Weihnachtszeit der Fußboden in der Stube mit Stroh bedeckt. Oder wenigstens der Platz, auf dem der Christbaum steht. Erinnert werden soll damit an den Stall, in welchem Jesus geboren wurde. Als Kind habe ich mich immer gewundert über diese eine Strophe im “Heiling-Obnd-Lied”, in der es heißt: “Ihr Kinner warft kenn Raspel nei/ins Helign-Obnd-Struh!” – ich hatte keine Vorstellung davon, was das bedeuten könnte. Erst als ich selbst Familie hatte, erfuhr ich von diesem Brauch, der “offiziell” in den 1920er Jahren ausgestorben sein soll, mit der Erfindung der Dreschmaschine. Oder aber nur noch in abgewandelter Form stattfindet: als Strohzopf oder Strohstern, oder als Stroh unter dem Tischtusch der Festtafel beim Weihnachtsessen “Neunerlei”. Oder auch als Füllmaterial unter dem Weihnachtsberg, wo bei meinen Großeltern allerdings Hobel- und Sägespäne lagen aus der eigenen Böttchereiwerkstatt. Doch als Stroh, das in den Zimmern, in einem Zimmer liegt, habe ich es nie kennengelernt.

Allerdings kann ich es mir durchaus vorstellen. Als es noch keinen Teppichboden gab in den meisten Wohnungen, kann eine Schicht Stroh auch wärmeisolierend gewirkt haben. Und als der Brauch des Heilign-Obnd-Struhs noch lebendig war, hatten die meisten Leute auf den Dörfern noch Tiere, oft Schafe oder eine Bergmannskuh (Ziege) oder Kaninchen/Hasen. Da war Stroh keine Mangelware. Warum also nicht den Geruch und die Wärme des Strohs in die weihnachtliche Stube bringen?

 

Ob es auch in anderen Gegenden Stroh in den Weihnachtsstuben gab/gibt? Selbst Wikipedia nennt nur das Erzgebirge und das Vogtland und die Lausitz (und Nord- und Osteuropa) als Gegenden, in denen Heiligabend-Stroh lag. Aber hierzulande? Für Hinweise bin ich sehr dankbar …

 

Euch allen wünsche ich eine Zeit voller glücklicher Momente.

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das täglich 24 Stunden lang bei der Versteigerung von #hand2hand tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

Der Emil

P.S.: Das Gute am 08.12.2017 waren ein erhaltenes Verspechen, meine Tierweihnacht als “Traumgeschichte” (Gute-Nacht-Geschichte für Kinder) im UKW-Radio, ein geschaffter Buchfink.
 
Die Tageskarte für heute ist der Ritter der Schwerter.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu (2017: 343) Das 9. Türchen

  1. Ich kenne diesen Brauch überhaupt nicht. Ich komme aus dem Ruhrgebiet.
    War sicherlich auch eine sehr gefährliche Angelegenheit. Da früher echte Kerzen am Baum entzündet wurden.


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  2. Leider bin ich nicht volkskundig bewandert; ich kenne jedenfalls keine Gegend in der Stroh zu weihnachtlichen Zwecken in den Weihnachtsstuben lag. Bei uns ging es sowieso eher bürgerlich zu und da war Stroh Mangelware…

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