Zuviel im Kopf (2017: 311)

Gedankenende

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Das Gift wirkt …

“Ein Klischee ist eine durch Übersteigerung verschleierte Wahrheit.” Ich fragte mich wieder, ob ich diesen Satz irgendwo las, genau diesen; vielleicht hatte ich ihn aufgeschnappt irgendwo in der Tram, im Bus, im Zug – oder bildete er sich in meinem eigenen Kopf, konnte in den Nervenbahnen und Zellen meines Hirns eine solche Aneinanderfügung der diesen Worten zugehörigen elektrischen und chemischen Ereignisse aus dem dort ständig herrschenden Grundrauschen wirklich so weit herausragen, daß mir auch noch das Aufschreiben, jetzt noch Aufschreiben möglich wurde?

Es wirkt langsam und dadurch um so länger, das Gift.

Wenn ich etwas sah, das ich als rot wahrnahm: Sah ich dann etwas, das rot war? Ich weiß, wie Farben entstehen, weiß, wie die menschlichen Augen funktionieren; und gerade deshalb frage ich mich, macht das Rot nur mein Hirn, das die Signale verarbeitet, die rote Lichtwellen im Auge erzeugen, rote Lichtwellen, die als einzige von einem Gegenstand nicht absorbiert, sondern reflektiert. Der Gegenstand scheint also nur rot zu sein, weil er einzig Lichtwellen des zu Rot gehörenden Wellenlänge-, nein, Frequenzbereiches – das ist doch auch eigentlich egal, denn Wellenlänge und Frequenz sind ja einunddasselbe oder so. Also ein rot wahrgenommener Gegenstand hat welche Eigenfarbe? Keine muß er haben, er muß nur nur Rot reflektieren, oder?

Die Farben werden blaß, es verschwimmt die Welt …

Ich möchte noch einmal den selbsgebackenen Streuselkuchen der Mecklenburger Großmutter … Sie rieb immer ein wenig Muskat in den Streuselteig, das war wunderbar. Aber dazu hab ich zuviel …

Das Gift wir

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Das Gute am 07.11.2017 waren der Besuch in der Bibliothek, ein kurzes, ergebnisloses Treffen (aber daß ich mich getraut habe!), Kartoffeln mit Quark.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Neun der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Zuviel im Kopf (2017: 311)

  1. Myriade sagt:

    Muskatnüsse in gar nicht soooo hoher Dosierung sind ja auch tatsächlich ein sehr starkes Rauschmittel … 🙂

    • Der Emil sagt:

      Ich brauche, wenn ich koche, ziemlich viel Muskat, zB an Pasta, vielen Soßen, Blumenkohl und Brokkoli …

      • Myriade sagt:

        Ich mag ihn auch gerne. Auf einem Seminar bei dem ein Drogenfahnder über diverse ungewöhnlichere Drogen referierte, habe ich gelernt, dass man bei hoher Dosis zB zwei ganze Nüsse durchaus auch daran sterben kann. Die Dosis macht es eben aus …..

  2. Sofasophia sagt:

    Ein Antidot, schnell – ein Antido…

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