Nº 365 (2016): Vor und zurück.

Desillusioniert? Vielleicht.

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Noch immer wäre es, wenn ich auf das kommende Jahr schaue, die richtige Zeit für das Neujahrsgebet aus dem Jahre 1883. Und ich würde es ergänzen um den einen oder anderen Wunsch. Und wenn ich zurückblicke auf das vergehende Jahr, ein Jahr, in dem so vieles nicht stimmte, in dem so viele der Heldinnen und Helden meiner Kindheit und Jugend starben, so hätte auch das viel von dem gebraucht, was Herman Kappen aussprach. Doch ach! Alles beten wird nicht helfen, nichts nützen. Nur wenn ich damit anfange, etwas zu tun, nur dann wird sich etwas ändern lassen, sich auch irgendwann ändern. Vielleicht erlebe ich das zu meinem Leidwesen nicht mehr, weil in der mir verbleibenden Zeit nicht alles sich zum Guten wenden kann. Denn gut soll es werden – gut! – und nicht nur besser. Und wenn es sich nicht zum Guten wendet, sondern wenn es weiter so bergab geht mit der und auf der Welt, dann werde ich es hoffentlich nicht mehr erleben.

 

Aber weitermachen und anfangen werde ich auch im nächsten Jahr. Versprochen.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 29. Dezwmber 2016 waren die Ruhe auf dem Angstmacheramt, leckerer Wein mit leckerem Käse, ein ausgelesenes Buch.
 
Tageskarte 2016-12-30: XVI – Der Turm.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nº 365 (2016): Vor und zurück.

  1. …. das Gebet passt so haargenau in unsere Zeit ….
    und deine Worte Emil, wahr und wirklich ….
    Segen dir und alles was du brauchst –
    Segen uns allen – Segen der Welt.
    …. von Herzen …
    M.M.

  2. Sofasophia sagt:

    Ich mag eigentlich nur den ersten Satz des Gebetes (das Wort „Herr“ kann ich allerdings streichen und durch Selbstverantwortung ersetzen). Wobei nichts gegen Überfluss zu sagen ist, nur anders, nur für alle, und halt so, wie ihn die Natur praktiziert: Genug für alle.

    Ja, dass es gut werde, wünsch ich mir auch, nur fehlen mir Hoffnung und Glaube dafür.

    Dennoch … weitermachen und im Kleinen versuchen, die Welt lebenswertvoll zu machen, schadet nicht.

    • Der Emil sagt:

      Ja, klar, die Sprache ist verhaftet in der Zeit, aus der sie kommt, und das „Herr“ würde heute nicht mehr unbedingt dazugehören.

      Genug für alle ist da, es wird nur nicht verteilt, sondern gerafft.

      Und daß es gut werde: Hoffnung und Glaube daran gründen auf mein Wissen, nicht auf meine Furcht. Deshalb mach ich weiter und fang an …

      • Sofasophia sagt:

        Was wissen wir denn? Also in Sachen „es wird gut“? Ich gestehe, dass ich dich darum beneide. Dieses Wissen fehlt mir (resp. da ist leider mehr Furcht als Wissen).

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