Nº 146 (2016): Plädoyer für Kitsch?

Poetenruf. Eine Sprachspielerei.

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Poetenruf
 

Wozu sollen Gedichte denn immernoch
So schön rhythmisch sein und gereimt
Da doch die Zeiten anders worden sind
Da doch Menschen heut zerbrochen werden
Nach Gesetz und von gleichgültigen Leuten
Da Schönheit jetzt in Geld bemessen …

Grenzen jetzt für die Ausgestoßnen
Die unwertvollen Unbeteiligten abgeschottet
Champagner für alle bekommen nur wenige

 

Und doch gibt es noch Unverzagte,
die, als ich sie nach Gründen fragte,
– im Versmaß sicher – Blumen lobten,
die blühten, als die Kriege tobten,
die Farben, Duft, Erinnerungen,
all das, was die Gewalt verschlungen,
durch all die schlimmen Zeiten trugen!
Und auch die Herzen, die stets schlugen,
die Herzen, die noch immer schlagen
in diesen unsern trüben Tagen:
Die dürsten doch nach Schönheit noch?
Darum heraus aus eurem Loch,
Poeten, ihr, und Dichterinnen!
Heraus! Und laßt uns neu beginnen,
recht schöne Verse zu ersinnen!

Das, was im Schlager täglich geht,
das, was in alten Büchern steht,
die Reime, die am Ende klingen:
Laßt sie uns zu den Lesern bringen!

 

 

 

Spielen mit der Sprache. Immer wieder ein Vergnügen für mich. Ich hoffe, es hat euch nicht zu sehr gelangweilt.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 24. Mai 2016 war eine Lebensgeschichte, die mir hinterm Haus erzählt wurde.
 
Tageskarte 2016-05-25: III – Die Herrscherin.

P.P.S.: Heute bitte nicht ohne Handtuch aus dem Haus gehen! It’s towel day! Douglas Adams should get our thanks for all the fish and his great story.

© 2016 – Der Emil. Text & Ton unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Nº 146 (2016): Plädoyer für Kitsch?

  1. petra sagt:

    Wollen wir Leser gar betören
    sollen sie schöne Reime hören
    und auch dann mal hin und wieder
    hören wunderschöne Lieder

    Allerdings, so seh ich das
    ist beiweiten dies kein Spaß
    artet’s doch in Arbeit aus
    deshalb ist’s Gedicht nun aus

    Liebe Leser gebt fein acht
    ich wünsch euch eine gute Nacht

  2. Sofasophia sagt:

    Hihi. Jetzt aber …

  3. wildgans sagt:

    Zu sehr gelangweilt – wo denkst DU denn hin?
    Ich liebe die Worte, besonders, wenn sie Lyrik werden!

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